Unterhaltung: Traumjob für cajou

cajou, 28. Juli 2014, um 13:14

Fuchstreff: Herr Cajou - stimmt es, dass Sie sowohl als Leiter der Hauptabteilung Sprachregelungen und Sprechverbote im Bundeskanzleramt, als auch als ghostwriter der Bundeskanzlerin abgelöst worden sind?
Cajou: Das ist zutreffend.
FT: Was waren die Gründe?
C: Die Auffassung, dass von Nichtpolitikern jenseits des 63. Lebensjahres keine Spitzenleistungen für den öffentlichen Dienst mehr erbracht werden könnten, hat sich nunmehr gegen mich gewendet. Dies ist jedoch kein Einzelschicksal, sondern trifft auch viele Andere und das trotz der jüngsten Drohung meines Freundes Calle Calmund, er zeige all jenen Arbeitgebern die Rote Karte, die nicht mit älteren Arbeitnehmern zu arbeiten bereit seien.
FT: Wann ist Ihre Ablösung erfolgt?
C: Rückwirkend zum 1. Juli.
FT: Mit welchen Auswirkungen für Sie?
C: Ich bin von entsprechenden Aufgaben entbunden, erhalte meine bisherigen Bezüge jedoch geraume Zeit weiter und überdies eine ansehnliche Entfernungspauschale. Sogar meine Forderung nach wöchentlich zwei Tafeln Feodora Vollmilch-Nuss-Schokolade bis an mein Lebensende ist akzeptiert worden.
FT: Finanziell fühlen Sie sich also fair behandelt?
C: Dass ich letztlich schlechter gestellt sein würde als jeder bisherige Altbundespräsident, war nicht anders zu erwarten. Der aktuelle Intendant des WDR hat halt den Vorteil zu nutzen gewusst, dass Einstellungsverträge leichter verhandelbar sind als Aufhebungsverträge.
FT: Stehen Sie jetzt beruflich auf der Straße?
C: Keineswegs. Schon zum 1. August werde ich eine neue, mich sehr ansprechende Aufgabe wahrnehmen, nämlich die des absurdischen Botschafters bei den Vereinten Nationen.
FT: Darf man fragen, wie Sie an diesen Posten gelangt sind?
C: Aber selbstverständlich. Absurdistan, das einzige korruptionsfrei regierte Land der Welt, liegt im Atlantischen Ozean und beherbergt auf einer Fläche, die in etwa dreimal so groß ist wie Monaco, etwas mehr als 250000 Einwohner. Mit der genannten Ausnahme unterhält Absurdistan keinerlei Botschaften, diese werden gegebenenfalls stets von den Einwohnern selbst überbracht. Der Botschafterposten bei der UN ist seit dem Tod meines Vorgängers vor gut sechs Jahren vakant. Der UN-Generalsekretär hat uns bereits seine Freude darüber signalisiert, dass die UN-Vollversammlung ab 1.8. endlich wieder über die volle Stimmenzahl verfügt.
FT: Sie haben also schon einen absurdischen Pass?
C: Ja - und einen Diplomatenpass. Dem fehlt im Wesentlichen nur noch die Anerkennung durch die USA. Die soll noch in dieser Woche erfolgen, sodass ich mit meiner neuen Arbeit vor Ort pünktlich anfangen kann.
FT: Wie verständigen Sie sich mit den Einwohnern von Absurdistan?
C: Die Nationalsprache ist deutsch. Das kommt daher, dass sich nach der seinerzeit nur um eine Stimme verfehlten Entscheidung der USA für deutsch als dortige Nationalsprache dort - damals hat englisch knapp gesiegt - etliche Verfechter der deutschen Sprache nach Absurdistan verzogen und dort Überzeugungsarbeit dafür geleistet haben, dass eine Nationalsprache umso besser nutzt, desto weniger sich ihre Grammatik aus dem Suppentopf ziehen lässt.
FT: Und wie ist die Lebenssituation in Absurdistan?
C: Wer in Absurdistan geboren wird, erhält mit der Staatsbürgerschaft neben dem dauerhaften Aufenthaltsrecht auch ein dauerhaftes Versorgungsrecht, arbeitet also ausschließlich aus freien Stücken.
FT: Und wie wird der Staatshaushalt finanziert?
C: Überhaupt nicht durch Steuern und Abgaben, sondern allein durch Platingewinnungs-, Fischerei-, Überflug- und Verschmutzungsrechte.
FT: Verschmutzungsrechte?
C: Das Leben in Absurdistan ist vollkommen emissionsfrei, weil das Platin hier nur gewonnen, nicht aber weiterverarbeitet wird. Es gibt nur drei Energiequellen: Solaranlagen, Windkraftanlagen und ein großes, allein mit Menpower betriebenes Kraftwerk. Somit erzielen wir auch durch den Weiterverkauf eigener Verschmutzungsrechte ein hübsches Sümmchen.
FT: Die Verwendung des Namens Absurdistan haben wir zwar schon oft gehört, aber eigentlich noch nie mit einem realen Staatsgebilde in Verbindung gebracht.
C: Das geht vielen so. Unsere Nationalhymne hingegen ist geradezu weltbekannt: ,,Hunde - wollt ihr ewig leben?".
FT: Gehört Absurdistan einem Militärbündnis an?
C: Um Himmels willen, nein! Absurdistan ist neutral. Alle Einwohner ab 18 Jahren besitzen eine Spezialversion des Leopard 2 im Maßstab 1:2 mit Seiteneinstieg, zweiter Sitzbank und vergrößertem Gepäckraum als Bestandteil der nationalen Verteidigungsbereitschaft. Das Gefährt hält überdies Nachbarschaftsstreitigkeiten in engen Grenzen.
FT: Und wie wird Absurdistan regiert?
C: Völlig ehrenamtlich. Unsere Hundekanzlerin Frau Holle beispielsweise unterhält auf dem Kontinent ein Hotel mit sagenumwobenem Bettenservice.
FT: Gehören Sie nur der Vollversammlung an?
C: Nein. Unserer Bedeutung wegen gebührt uns auch ein ständiger Sitz im UN-Sonderausschuss für süßwasserfischpolitische Fragen. Als langjähriger Halter dreier Goldfische hoffe ich sehr, auch für dieses Amt ausreichende Fachkenntnisse aufzuweisen.
FT: Hat eigentlich Frau Merkel keinerlei Reaktion bezüglich Ihres Ausscheidens gezeigt?
C: Ich habe keine bemerkt. Sicher ist der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft für sie so erfreulich gewesen, dass sie jedweder anderweitigen Traurigkeit entgangen ist. Dies mag sich ändern, sobald sich mein Nachfolger eingearbeitet hat.
FT: Herr Cajou, wir wünschen Ihnen für Ihren neuen Posten viel Erfolg!
FT: Danke sehr. Besonders hilfreich wird dabei sein, dass ich sowohl von Absurdistan, als auch von New York aus über beste Internetverbindungen zum Fuchstreff verfüge.

cajou, 06. August 2014, um 12:24

Ich grüße herzlich aus New York. In Sachen Wohnungseinrichtung gibt es zwar noch Kompromiss-Pflichten, aber man gewöhnt sich offenbar an alles - auch daran, dass ein Diplomatenpass nicht zum Betreten des UN-Gebäudes berechtigt, wohl aber ein Hausausweis im Scheckkartenformat. Fälschungssicher? Na - ich weiß nicht.
Ich wollte gerade der Aufforderung zu einer Stellungnahme in Sachen Fukushima nachkommen, da habe ich gemerkt, dass das Schreiben schon Monate alt ist und außerdem allenfalls Salzwasserfische betreffen wird, für deren politische Vertretung ein anderer Ausschuss zuständig ist.
Der japanische Amtskollege hat mich zum Essen eingeladen - es soll Sushi geben. Insgesamt habe ich schon 19 Einladungen von Kollegen - für sowas habe ich überhaupt keinen Etat, selbst die 185 US-Dollar pro Sitzungsstunde führe ich natürlich an unser Außenministerium ab.. Außerdem frage ich mich, was den anderen Staaten am Vertreter Absurdistans so wichtig sein könnte.
Der argentinische Kollege hat eine Protestnote gegen einen Gaucho-Song deutscher Fußballnationalspieler vorbringen wollen, aber das Antragsgeld nicht zusammenbekommen.
Die arabischen Kollegen spielen Doppelkopf - mit Achten anstelle von Damen, deren Anwesenheit im Kartenspiel verwerflich sei. An ,,Keine 48" muss ich mich allerdings noch gewöhnen.
Liebe Grüße
Cajou

Ex-Füchse #6519, 06. August 2014, um 13:17

Zitat der virtuellen Persönlichkeit Cajou:

"Auch wer als Mitarbeiter oder Familienmitglied persönlichen Zugang zu einem dieser Rechner hat, ist zu einer solchen Nutzung in der Lage, sowohl örtlich, als auch per Fernbedienung. Nicht nur das mit der technischen Betreuung meiner Computer betraute IT-Unternehmen sowie mehrere andere Servicestellen von Ticket-, Noten- und Banksystemen nutzen mit meiner Genehmigung die Möglichkeit der Fernbedienung meiner Rechner."

Wer von diesen Personen hat denn nun den Traumjob bekommen, frage ich mich die ganze Zeit.

Luderhonk, 06. August 2014, um 13:20

Der mit der Fernbedienung.

anyway, 06. August 2014, um 13:47

ich möchte einen anywayschenfernablasshandel eröffnen und suche einen geschäftsführer ...

Ex-Füchse #92044, 06. August 2014, um 14:21

Hast schon gefunden, nicht weitersuchen

Luderhonk, 06. August 2014, um 14:34

Fick dich ins Knie.

Karl_Murks, 06. August 2014, um 14:39

Na - das kann man aber auch gelinder ausdrücken!

"Vollziehe den Beischlaf mit dem Gelenk zwischen Deinem Ober- und Unterschenkel!" z. Bsp.
Falls wer fragt ...

anyway, 06. August 2014, um 14:44

Herr_Murks ... sie klingen qualifiziert ...

Ex-Füchse #92044, 06. August 2014, um 14:45

Murksi hat eben "Übung", und er gibt sein "Wissen" gerne weiter

Luderhonk, 06. August 2014, um 14:56

Ja, natürlich, Murksn, du geiler Dorsch, da hast du natürlich wieder recht.

Ich möchte mich daher für meinen vorhergehenden Beitrag weitestausladend entschuldigen, werde diesen aus an Sacher-Masoch grenzender Bußfertigkeit auch nicht löschen oder bearbeiten, damit er als Beispiel (schlechtes) stehenbleibt (weil hier auch Kinder und Jugendliche mitlesen), und biete hiermit folgende Verbesserungsvorschläge:

Fick dir ins Knie.
Fick dich im Knie.
Fick dir im Knie.

(Ich hätte auch noch eine Version mit der Vokabel "angelenkt" anzubieten, kost' aber extra: Freundschaftspreis 12 Cent pro Wort) (mehr als anbieten kann ich's nicht).

anyway, 06. August 2014, um 14:59

Herr Krachledern ... ich sehe ... sie sind nicht minder qualifiziert und auch noch günstig zu haben ... wortweise ...

Luderhonk, 06. August 2014, um 15:04

Forum übernehmen kost' nen Zehner, wie oft soll ich das noch ausloben?

Seb1904, 06. August 2014, um 16:28

Fick Dir doch im Knie drin!

(so war es einst live aufm Bolzplatz in Westfalen zu hören)

Karl_Murks, 06. August 2014, um 16:46

Wie wäre es in der Rheinischen Verlaufsform?

"Er war sich im Knie am Ficken."

Seb1904, 06. August 2014, um 17:03

(erweitert mit "dran"?)

Cabeza_doble, 06. August 2014, um 17:22

In wem sein Knie war er sich denn am ficken dran?

Ex-Füchse #16890, 06. August 2014, um 17:24

Besonders schön fand ich auf dem Bolzplatz immer die Drohung:

"Ey Alder, pass auf, ich weiß wo dein Haus wohnt".

Ex-Füchse #92044, 06. August 2014, um 17:25

Ich glaube mit dem sein von Krachledern.

Cabeza_doble, 06. August 2014, um 17:25

Dazu gehört dann aber noch:
"Isch fick disch (..ins Knie)"

Ex-Füchse #92044, 06. August 2014, um 17:31

Ich kenne nur Fiktiv

PapaSpagetti, 06. August 2014, um 18:46

Da die Krachledernste Ausgangswahrheit ja in Richtung eines Landwirtes gemeint war, geht auch
'Knick dich ins Vieh'.

Ex-Füchse #92044, 06. August 2014, um 18:48

Lol lol lol

dokocat, 07. August 2014, um 09:28

miau

zur Übersichtzum Anfang der Seite