Unterhaltung: Kanzlerinnenworte und deren Außenwirkung

cajou, 13. September 2011, um 09:35
zuletzt bearbeitet am 13. September 2011, um 09:41

Einer meiner engsten Mit- und Zuarbeiter, meine sehr geehrten Wählerinnen und Wähler sowie Nichtwählerinnen und Nichtwähler, hat mich in dankenswerter Weise darauf aufmerksam gemacht, dass der ,,Fuchstreff" insbesondere durch dessen Forum geradezu ein Meilenstein des Meinungsbildungsbürgertums ist. Diese Situation, die mich tief bewegt und hoch beglückt, möchte ich nunmehr dazu nutzen, Ihnen ,,Politik" beziehungsweise das, was sogenannte Insider dafür halten, ein wenig näher zu bringen. Deshalb danke ich Ihnen allen schon an dieser Stelle für Ihre Aufmerksamkeit, da mein Dank an späterer Stelle nicht mehr in dieser Vielzahl wahrgenommen wird.
Doppelkopfspiel und Politik unterscheiden sich in vielfacher Weise, auch wenn Monsieur Sarkozy und andere dies offenbar noch nicht begriffen haben. So dulde ich keine zweite Alte neben mir. Und wer da glaubt, ich ließe mich durch jede x-beliebige Dulle ausstechen, der hat ganz sicher die Leichen an meinem Wegesrand noch nicht annähernd ermittelt. Selbst als Physikerin habe ich festzustellen, dass ein Leopard 2 zwar durchaus ein Faraday'scher Käfig ist, dies aber keineswegs vorrangig.
Politik setzt Handlungsbereitschaft, Handlungsfähigkeit und Handlungswillen voraus. Umso größer fällt dann meist die Enttäuschung Dritter aus. Doppelkopfspiel hingegen erfordert Denken und Handeln. Dies bleibt im politischen Raum eine Angelegenheit der Einzel-, Groß- und Außenhandelsverbände sowie der Banken. Politik heißt Zuhören und Abwarten, ist also kein Spiel nach Zeit, sondern eher eines auf Zeit.
Unter anderem machen sogenannte Konventionen das Doppelkopfspiel weitgehend über- und durchschaubar. In der Politik hingegen lässt sich Über- und Durchschaubarkeit mit Berechenbarkeit, Austauschbarkeit, baldigem Scheitern gleichsetzen. Welcher Politiker will sowas schon? Deshalb sind für uns Konventionen Zwangsmittel, die der Stärkere gegenüber dem Schwächeren einsetzt und die gegebenenfalls als ,,Verträge" nicht nur griechische Gurgeln erreichen.
Wer in der Politik den Fleischlosen nicht beherrscht, kann sofort einpacken, statt eines Farbsolos lieben und hassen wir die Koalitionsbildung, deren Pisa-Ranking als deutlich schwankend bewertet wird. Bubensoli gehen in Plagiats-Affären unter, während das Damensolo hier in der ,,stillen" Variante üblich ist.
Während es dort Füchse gibt, bereiten hier U-Boote so manches Problem.
Das Schwarzspiel ist somit eines der wenigen verbindenden Elemente, wobei sich die Bewertung des ,,schwarz Seins" wiederum deutlich unterscheidet.
Sie sagen zu den vermeintlich Schwächeren ,,keine 90" oder gar ,,keine 30" - wir nennen unseren Harz IV-Empfängern da schon ein wenig höhere Zahlen.
Dies fürs Erste. Nach der neuen Promotionsordnung ,,meiner" Universität bin ich jetzt auch außerhalb einer Doktorarbeit verpflichtet, fremde Quellen anzuzeigen. Deshalb an dieser Stelle mein Hinweis, dass diese Rede nicht von mir verfasst ist.

THHEO, 13. September 2011, um 15:49

nice one

CaptainHook, 13. September 2011, um 16:28

griemel, grins...Zugabe bitte...

Seb1904, 13. September 2011, um 22:57
zuletzt bearbeitet am 13. September 2011, um 23:01

Das mit den Konventionen im Doppelkopf, verehrte Frau Bundeskanzlerin, haben sie sehr richtig erwähnt. Sie haben viel zu tun mit einem Ihnen vielleicht doch unbekannten Terminus, nämlich VERLÄSSLICHKEIT. Erst dadurch wird Doppelkopf zu einem Partnerspiel, an dem alle Freude haben. In der Politik ist das - leider - nicht anders.
Wie Deutschlands meister Bundeskanzler, der Kanzler der Einheit, Vernichter aller Saumägen und Erfinder des Aussitzens, Dr. Helmut Kohl also, jüngst zutreffend anzumerken wusste, fehlt der deutschen Politik in vielen Feldern, nicht nur in der Aussenpolitik, eine positive Berechenbarkeit, eben Verlässlichkeit.

Vielleicht wären Sie, verehrte gnädige Frau, doch gut beraten, wieder etwas mehr auf Ihren alten Mentor und seine weise Einschätzung Wert zu legen.

Unser amerikanischer Freund spricht mit Blick auf die deutsche Wankelmütigkeit schon das böse Wort vom "merkeling around".

Zu Ihrem Doktortitel, wenn Sie die Thematik schon ansprechen, verkneife ich mir Anmerkungen, da er ja noch in der SBZ erworben wurde und sich die Arbeit daher einer grundlegenden Überprüfbarkeit entzieht.

Im übrigen gilt wie im Doppelkopf auch in der Politik: nur weil die Alte zwei dicke Dullen vor sich herschiebt, darf sie sich noch lange des Sieges nicht sicher fühlen.

Stoni, 13. September 2011, um 23:17

Apropos:
http://www.ebay.de:80/itm/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=250890215367&clk_rvr_id=264698427688

CaptainHook, 13. September 2011, um 23:33

die haette ich gern, leider gibts die aber nur zum Versand in Deutschland...shade. Falls jemand eine andere Quelle kennt bitte Bescheid geben.

Doc_Jule, 14. September 2011, um 08:30

<<<< schmunzelt und freut sich über solche Beitäge.....

Stoni, 14. September 2011, um 08:34

Ja sehr schön, schade, dass cajou noch nicht da war, als Die Piraten hier ins Forum eingezogen sind. Aber vielleicht kommentiert er ja den Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus.

Doc_Jule, 14. September 2011, um 08:36

öhm......^^

cajou, 14. September 2011, um 13:52

Verehrte Doppel- und Einzelköpfe jedweder Füllungen,
die wohl meisten von Ihnen werden mir nachfühlen können, wie schwer es mir fällt, ausgerechnet Thilo Sarrazin Recht geben zu müssen. Der hat mir den Vorabdruck seines neuen Buches: ,,Zuwenig schon für einen Kopf - Deutschland schläft sich aus und alle" zukommen lassen. Darin stellt er im Anschluss an die Feststellung dass es bei uns in Deutschland annähernd drei Millionen Arbeitslose gibt, aber nur knapp fünf Millionen Doppelkopfspiele im Fuchstreff, die zumindest auf den ersten Blick provozierend wirkende Frage: ,,Was machen die eigentlich sonst, wenn sie hier nicht einmal zwei Spiele lang durchzuhalten vermögen?"
Noch brisanter wird die Frage, wenn man bedenkt, dass der Fuchstreff ja nicht nur die Plattform Arbeitsloser und sonstiger loser ist, dass also ein beträchtlicher Teil der Doppelkopf-Aktivitäten dem beruflich noch mehr oder weniger verankerten Teil der Bevölkerung zuzurechnen ist.
Wenngleich sich das Doppelkopfspiel, wie ich gestern an dieser Stelle ausgeführt habe, nicht gerade als Politikstil bezeichnen lässt, so erfüllt es doch ganz wesentliche gesellschaftlich relevante Anforderungsprofile in unserer Bedarfsgemeinschaft und verhilft zu geradezu überlebenswichtigen Erkenntnissen.
Denken wir nur an das Nullsummenspiel in Sachen Ressourcen-Verwendung: Was ich mir zusätzlich aneignen will, muss ich anderen entwinden beziehungsweise entwenden. Der Trost für diejenigen, die unterm Strich nicht gewinnen, sondern verlieren, lautet: Die Punkte sind nicht weg, sondern nur woanders.
Diejenigen, die über den Tellerrand des Doppelkopfspiels hinausgelangt sind, stellen schon bald fest, dass auch das übrige Leben vielfach aus An- und Absagen besteht und es häufig sinnvoll erscheinen lässt, andere zu übertrumpfen. Dass Fragen nach dem Sinn eher hemmend wirken als Erleuchtung bringen. Dass man einer Leitwölfin besser Gefolgschaft leistet, als in ihre Fänge zu geraten.
Das Gewicht eines Kontra kennen zumindest diejenigen, die meinem derzeitigen Amt zugestrebt sind, und für die mit dem Wort RE-PUBLIK noch informeller Nachholbedarf verbunden ist.
Den Versuch, unterdurchschnittliche Leistungen mittels eines Vielspielfaktors weiter herabzustufen, gibt es in der Politik nicht. Dafür brauchen Sie mir nicht dankbar zu sein, weil dieser Verzicht hier schon seit Konrad Adenauer und Walter Ulbricht gilt. Generell ist selbst Schwachspiel in der Politik mit recht hohen Dotierungen verbunden. Deshalb fällt es mir immer wieder leicht zu sagen: Sorgen Sie sich besser nicht um mich, sondern um sich selbst!
Ich wünsche Ihnen allen nicht nur für heute ein stetiges Fortkommen auf dem Glücksweg - gleichgültig ob der Ihr eigenes Glück zum Ziel hat oder das von anderen.
Abermals habe ich meiner Position als promovierter Wissenschaftlerin dahingehend Tribut zu zollen, indem ich erkläre, dass auch dieser Text nicht von mir selbst verfasst worden ist.

Seb1904, 14. September 2011, um 14:58
zuletzt bearbeitet am 14. September 2011, um 15:10

Verehrte Frau Bundeskanzlerin, erneut komme ich nicht umhin, ihren Kommentar zu kommentieren.
Es freut uns natürlich ungemein, daß Sie ausgerechnet unseren verehrten Gesinnungsgenossen THHEO Sarrazin zitieren und so zur Grundlage ihres Gedankenganges erheben. Er ist allerdings ein lausiger Doppelkopfspieler, weil er Probleme mit dem falschen Gen hat, insbesondere dem falschen ANSA-GEN.

Daß Sie sich, Frau Dr. Merkel, gerne und dauerhaft beim "Fuchstreff" Inspirationen holen, kommt nicht von ungefähr. Die Tatsache, daß man vermittels eines einfachen Klicks seinen Kontostand wieder auf Null setzen kann, haben bisher allerdings nur ihre griechischen Kollegen mit Erfolg umgesetzt. Immerhin haben Sie den ersten Schritt schon geschafft und ein stabiles " - " vor die Haushaltszahlen gesetzt.

Im übrigen bleibt zu fragen, warum Sie sich, wenn Sie schon erfolgreich mitspielen wollen, so vehement gegen alle goldenen Regeln - so wie sie in stone geschrieben sind - zur Wehr setzen. Dem Partner, und Ihr erster Partner ist das Volk, eine lausige Lusche vorzuspielen, ist eine Todsünde. Und was, wenn nicht eine lausige Lusche, ist denn bitteschön Herr Rösler? Daß man mit seinem Vorgänger als Parteichef der Partnerpartei, Herrn Schwesterwelle, keine Hochzeit suchen sollte als (Alte) Dame, sollte sich auch zu Ihnen herumgesprochen haben. Vielleicht wären Sie ja doch beim Skat besser aufgehoben - da sticht der Bube....

Nein, Frau Regierungschefin, es scheint, daß Sie sich selbst immer mehr zur Solospielerin entwickeln müssen. Ihre natürlichen Partner haben leider so gar keinen EW mehr aufzuweisen, und die Rot(h)en wollen nun wirklich nicht mit der Schwarzen.

Womöglich sollten Sie doch zu einem alten Trick der Herrschenden greifen und Notstandsgesetze (vulgo Sonderregeln) in Kraft setzen: bekennen Sie sich zu Ihrer Armut, schmeissen Sie ihre faulen Trümpfe aus dem Blatt und lassen Sie sich überraschen, wer Sie aus der Scheisse zieht. Zu sagen haben Sie dann allerdings nichts mehr.

Auch das wäre ein Gewinn für unser Land!

Bevor ichs vergesse: KONTRA!

makri, 14. September 2011, um 15:25

Mensch, kann so ein Forum schön sein. Danke, Frau Dr. Merkel.

CaptainHook, 14. September 2011, um 15:29

groel,...danke schoen...

CaptainHook, 14. September 2011, um 15:31

ein heftiger Kampf wuetet zwischen der Maerchenwelt, den diversen Kulturbanausen und dem Kabarett um die Gunst des Doko-Volkes...

Ex-Füchse #365, 14. September 2011, um 15:34

Macht weiter!

Seb1904, 14. September 2011, um 15:39

@dieJunge:

Frau Bundeskanzlerin sieht das leider genau andersrum:

Weiter Macht!

Ex-Füchse #365, 14. September 2011, um 15:41

Die soll ja auch nicht weiter machen, sondern IHR!

Doc_Jule, 14. September 2011, um 16:18

es lebe das Kabarett....*hatte schon befürchtet, es sei der Comedy endgültig zu Opfer gefallen, danke, ihr beiden :-))

Seb1904, 14. September 2011, um 16:47

Hilfe!!!!!!
Seit ich vorhin Obiges schrieb, habe ich eine Vision.

Herr Rösler strahlt mit fuchstreffsicherer Stimme in die Kamera: "Meine Alte liegt oben!"

Ich muß dabei an Mutter Angela denken.
Dieses Bild bekomme ich nun nicht aus dem Kopf.

Dabei gibts doch gleich Essen.

Ex-Füchse #365, 14. September 2011, um 17:00

Du hast aber auch ne finstere Fantasie, brrrr - gruselig.
;-)
Ob ich mich mit DEM Bild im Kopf je wieder traue, RE zu sagen?

Doc_Jule, 14. September 2011, um 18:54

:-))

Ex-Füchse #6093, 14. September 2011, um 18:56

köstlich ;-))

Seltsam, 14. September 2011, um 19:06
zuletzt bearbeitet am 14. September 2011, um 19:06

Da kann man mal wieder sehen, wo sich z.B. Mario Barth oder das Plasmageschoss aus Marzahn bewegen, die ganze Stadien und Hallen füllen und wo wirklich Hirn und Humor zu finden sind.
Danke euch beiden.
(Und ja, der Vergleich hinkt ein wenig)

cajou, 14. September 2011, um 19:12
zuletzt bearbeitet am 14. September 2011, um 19:21

Dass es mir leichter fiele, mich auf drei Spielpartner am Doppelkopftisch zu konzentrieren, als mich mit einer griechischen Gesamtproblematik zu beschäftigen, kann ich so pauschal nicht bestätigen, hochgenossenes Wahlvolk und grundgesetzlich geduldetes Nichtwahlvolk. Auch die Behauptung, aus dem Kanzleramt sei ein entsprechendes Denkverbot zu erwarten, beweist totale Unkenntnis meiner politischen Spielart. Also: Es wird KEIN Denkverbot geben - allein die Denk-RICHTUNG erfährt gewisse Vorgaben.
Der Vorwurf aller Linken, wir hätten nichts Rechtes drauf, sondern würden Griechenland in die Staatspleite reden, ist noch nie zutreffend gewesen. Allerdings kann ich erst jetzt die sogenannte kleingriechisch-großeuropäische Lösung zumindest skizzieren.
Wer von uns Älteren kennt das Problem nicht? Die Kinder sind aus dem Haus, das nunmehr zu groß geworden und aus eigener Kraft nicht mehr bestellbar ist. Da gilt es, sich kleiner zu setzen, um Horizont und Handlungsfähigkeit wieder in Einklang zu bringen. Und genau dies wird Griechenland, den Griechinnen und den Griechen wieder zu soliden Verhältnissen verhelfen. Dass meine Idee so schnell so viele Fürsprecher und Helfer finden würde, hätte nicht einmal ich gedacht.
Da ist zunächst mein Kollege Erdogan. Der sucht schon lange ein Ausgleichs-Territorium,um Kurdistan ohne Staatsflächenverlust in die Unabhängigkeit entlassen zu können. Die Chance, durch Zukauf eines runden Fünftels des derzeitigen griechischen Staatsgebietes seiner Probleme ledig zu werden, lässt er sich glatt drei Billionen Euro - zahlbar in 1200 gleichen Monatsraten - kosten.
Eine süditalienische Großfamilie sucht schon lange ein von Italien unabhängiges Areal für eigene Villenviertel, Zollfrei-Hallen und Friedhöfe. Ihre Idee, auf die andere Seite der Staatsgrenze zu wechseln, findet die volle Unterstützung meines Kollegen Berlusconi, der dann auf Polizei und Justiz seines Landes enorme Entlastung zukommen sieht, während er die mediale Versorgung des neu gestalteten Territoriums durch einen starken Privatsender für gewährleistet hält.
Mit der Umwandlung des griechischen Teils von Zypern in ein Steuerparadies für Reeder und andere Großverdiener gewänne die EU eine entsprechende Unabhängigkeit von Liechtenstein und der Schweiz.
Auch für die Infrastruktur ihrer gesamten Küstenregion werden mein Kollege Papandreou und sein Kabinett nach der Übernahme durch die TUI und deren europäische Schwesterkonzerne nicht mehr aufkommen müssen. Besonders erfreulich für mich ist, dass dort dann deutsch zur neuen Muttersprache wird. Zwei Billionen Euro zusätzlich in die griechische Schuldentilgungskasse werden insofern ganz EU-Europa guttun.
Selbstverständlich behalten alle Griechinnen und Griechen das Recht, auch weiterhin in sicheren griechischen - also absolut eigenen - Grenzen zu leben. Die Europäische Zentralbank wird das entsprechende Umsiedlungsprogramm sowohl großzügig, als auch langfristig finanzieren und dabei endlich wieder zweistellige Zinssätze in die Geschäftsbücher schreiben können.
Auch die hiesigen Griechen an der Ecke habe ich durchaus im Auge behalten. Sollten sie da glauben, so mir nichts dir nichts die Preise auf ihren Speisekarten anheben zu können, so möchte ich ihnen schon jetzt zurufen: Auch diese Zeche werden nicht wir Deutschen bezahlen!
Ich bin jüngst gefragt worden, ob ich mir Geld in Billionenbeträgen überhaupt vorstellen könne. Dazu darf ich bemerken, dass es darauf gar nicht ankommt. Es handelt sich zwar nicht um Spielgeld wie im Fuchstreff, aber es ist zumindest so viel, dass der Einzelne davon sorgenfrei wird leben können. Notfalls wird eine Anpassung der Bezugsgröße erforderlich sein, aber das wäre dann Sache unserer Fachministerien.
Sie haben gewiss selbst erkannt: Wir werden Griechenland helfen und dabei deutsche Interessen weder aus den Augen, noch aus der Staatskasse verlieren. Wir werden Griechenland einer geordneten Solvenz zuführen und dann ernsthaft darüber nachdenken, was mit Bremen und dem Saarland geschehen soll.
In diesem Sinne freue ich mich mit Ihnen darüber, dass Sie wieder einmal gleich mehrfach von einer Strategie des Bundeskanzleramtes profitieren können und mit Drachmen nicht mehr rechnen müssen.

cajou, 15. September 2011, um 02:04
zuletzt bearbeitet am 15. September 2011, um 02:09

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Das Kanzlerinnen-Interview des FUCHSTREFF:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, herzlich willkommen in der Redaktion des FUCHSTREFF-Forums.

Ist es richtig, dass Sie sich nach dem Bekanntwerden neuerlicher Probleme persönlich für Opel eingesetzt haben?

Ja, im Prinzip ist das richtig.

Sogar durch den persönlichen Kauf eines Opel-Neufahrzeugs?

Prinzipiell ja.

Wieso nur prinzipiell und nicht wirklich?

Sowohl prinzipiell, als auch wirklich, aber halt nur in politischer Hinsicht.

Und wie unterscheidet sich die von anderer Hinsicht?

Unter anderem durch diejenigen, die hinsehen.

Das verstehe ich nicht.

Politikverständnis ist auch nicht jedem in die Wiege gelegt.

Sie haben sich also einen Opel gekauft?

So grundsätzlich möchte ich diese Frage eigentlich nicht beantworten, zumal ich mit Herrn Steinbrück bis zur nächsten Bundeskanzlerinnenwahl Stillschweigen darüber vereinbart habe.

Aber wenn Sie einen Opel gekauft haben, werden Sie doch wohl auch im Lichte der Öffentlichkeit damit fahren.

Politik und Licht der Öffentlichkeit verhalten sich gerade in solchen Fällen zueinander wie Feuer und Wasser.

Wie wollen Sie denn Ihren Opelkauf entsprechend geheim halten und warum?

Beispielsweise, indem nicht ich den Opel kaufe, sondern der Großvater meines Patenkindes.

Wie alt ist Ihr Patenkind?

13 Jahre.

Und was will Ihr Patenkind dann mit einem Opel?

Um das Patenkind geht es weniger als um dessen Großvater, der ist nämlich schon 86 und herzkrank.

Und warum um den?

Möglicherweise fällt der schon bald als Opel-Käufer aus, dann wäre diese Chance vertan.

Wessen Chance?

Die Chance meines Patenkindes, einen Opel sein Eigentum nennen zu dürfen. Die Chance von dessen Großvater, das entsprechende Geld in der Familie zu halten und damit nicht der Erbschaftssteuer anheimfallen zu lassen. Und meine Chance natürlich. Und die von Opel. Eigentlich also gleich vier Chancen auf einen Schlag.

Worin besteht dabei Ihre Chance?

Zur weithin anerkannten Opel-Retterin zu werden.

Was steuern Sie denn in der Sache tatsächlich bei?

Ich habe dem Großvater meines Patenkindes das Wort ,,Opel“ schriftlich übermitteln lassen - auf dem Briefkopf des Bundeskanzleramtes.

Sie verwenden in dieser Sache also überhaupt kein eigenes Geld?

Das tue ich doch sonst auch nicht, wenn es darum geht, Gutes fürs Volk zu erreichen. Letztlich rettet sich das Volk stets selbst, so wie es sich gegebenenfalls auch stets selbst ins Unglück stürzt.

In welches Unglück?

In den Verlust von Opel beispielsweise.

Und wie soll es diesen Verlust vermeiden helfen?

Indem es mir in dieser Sache folgt.

Und den Namen Opel auf einen Briefkopf des Kanzleramtes setzt?

Meine Güte! Da kommt es doch wohl nicht auf den Briefkopf an!

Sondern?

Auf die Idee - und natürlich auf die entsprechende Zahlungsbereitschaft.

Eines Großvaters?

Aber ich bitte Sie - meinetwegen auch des Vaters oder des Onkels. Da muss man halt ein wenig Phantasie walten lassen, sich die richtigen Vorbilder suchen, mal über den eigenen Schatten springen und nicht immer sagen: Das sollen die anderen für mich regeln.

Und die Ersatzteilversorgung im Falle des doch gänzlichen Verschwindens der Marke Opel von der Bildfläche?

Sehen Sie - es ist gerade die von Ihnen jetzt ins Gespräch gebrachte Schwarzmalerei, die uns Politikern das Geschäft so schwer macht. Sehen Sie die Sache doch mal positiver.

Wie positiver?

Halt Opel-freundlicher.

Wie soll denn meine Freundlichkeit zur Rettung von Opel beitragen?

Freundlichkeit ist in meinen Augen immer und überall ein rettender Beitrag.

Können Sie mir da ein Beispiel nennen?

Meine Freundlichkeit der chinesischen Führung gegenüber - trotz aller unausgesprochen gebliebener Gegensätze unserer Auffassungen - rettet der die gute Laune und mir eine unbehelligte Rückreise nach Berlin.

Und was hat das mit Opel zu tun?

Möglicherweise sind es ja gerade die Chinesen, die nicht nur halb Italien und ein Viertel der USA, sondern auch Opel übernehmen werden. Und dann wäre meine entsprechende Freundlichkeit gleichsam als eine Vorleistung ungeahnten Ausmaßes anzusehen und zu verbreiten.

Die Leserinnen und Leser des FUCHSTREFF-Forums wünschen Ihnen alles Gute.

Danke, ich mir auch.

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