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Doppelkopf-Strategien: FL-Gegenspiel: Logische Herleitung?

Moin,
kürzlich ergab sich die Frage eines
(noch) unwissenden über die allseits bekannten Anzeigemöglichkeiten
der eigenen Asse beim FL-Gegenspiel, ob es für die jeweiligen
Anzeigen auch eine logische Herleitung gibt.
Ich wusste auf Anhieb keine Antwort.
Jemand ne Idee?

Also am logischsten ist für mich:
Pik-AssKreuz-NeunPik-ZehnPik-König

Warum sollte der p die 9 abwerfen? Doch nur, um die Aufmerksamkeit auf diese Farbe zu lenken.

Aber vermutlich ist dir das nch nicht logisch genug...

Es könnte eben auch bedeuten: in den anderen Farben möchte ich meine Pik-Zehn nicht blankstellen/kürzen. In Kreuz isses mir egal, weil Ass.

gegenbeispiel:
1.Kreuz-AssKaro-BubeKreuz-KönigKreuz-Neun
2.Kreuz-AssPik-NeunKreuz-KönigKreuz-Neun
3.Kreuz-ZehnPik-NeunKreuz-ZehnKaro-Neun

spieler 2 zeigt nach allgemein bekannter spielweise deutlich Karo-Ass an, gibt jedoch zu diesem zweck dem solisten zuerst eine augenkarte, obwohl er auch luschen hält.
das beigeben von augenkarten erscheint doch (vom logischen her) unsinnig. daher meine frage bzw die des gesprächspartners (die ich übrigens durchaus gut und berechtigt finde, deswegen dieser thread).
für nahezu alle bekannten abfragen (zögern im normalspiel, hz) und deren antwort gibt es logische herleitungen.

1. weil man bei gängigen Soli, bei denen man die Chance zum Asse anzeigen erhält, diese "Augenkarte" ohnehin an den Solisten abgeben wird.

2. Weil eine korrekte Anzeige u.U. dazu führt, dass die Partner im späteren Spielverlauf eben keine Augenkarten (vollen) schmieren müssen, da sie sich jetzt in der komfortablen Situation befinden sich Asse blank stellen zu können.

As-Signale: Gegen den Fleischlosen mit acht Stichen von oben müssen die Gegenspieler zum Spielsieg die richtigen Vollen blank stellen. Um die richtigen Farben zu finden, müssen sie etwas über die Asse ihrer Mitspieler erfahren. Wenn jeder Mitspieler die Asse der anderen Mitspieler kennt, kann er sich die richtigen Vollen blank stellen. Als Mittel der Kommunikation stehen die Abwürfe zur Verfügung. Normalerweise würde jeder Mitspieler die Farbe zuerst abwerfen, in der er keine Vollen zu beschützen hat. Damit wüssten seine Mitspieler quasi negativ, wo ihm keine Gefahr droht. Wirft er jetzt aber bspw. Pik-NeunKreuz-NeunPik-Neun auf die herunter getrommelte Herzflöte des Solisten ab, ergibt diese Abwurfreihenfolge keinen Sinn. Mit dieser künstlichen Abwurffolge sollen Informationen übermittelt werden. Im Gegenspiel gibt es nur eine relevante Information, nämlich der Besitz eines oder mehrerer Asse. Mit der Abwurffolge werden zwei Asse gezeigt, nämlich Pik-Ass und Kreuz-Ass. Der zweite Abwurf einer Farbe beendet diese Signalfolge mit der Ausnahme des Hoch - Tief -Signals.
(Vollzitat Ende, S. 14, http://www.akasilberfux.de/wp-content/uploads/2015/12/Konventionen.pdf)

bedankt, Silberfux & epica
aber die frage is nich, wie das anzeigen von assen funktioniert oder ob es sinnvoll is, das zu praktizieren

die frage meines gesprächspartners is (im o-ton "ist die anzeige der asse logisch herleitbar oder nur geheimwissen?"), ob es für die allgemein bekannte und praktizierte vorgehensweise (das wohl meinte er mit "geheimwissen") eine logische begründung gibt, so daß ein völlig unwissender darauf kommen kann.
beispiel:
normalspiel
pos1 fragt ab
pos2 antwortet
pos1 schiebt schwarze farbe

die logische herleitung:
pos1 möchte erfahren, wie er seinen partner erreichen kann, um die augen in den schwarzfarbstichen der eigenen partei zu sichern. pos2 antwortet mit kontrolle beider farben, weil pos1 ihn nun "billig" (ohne verbraten eines hohen tr) erreichen kann

nach einer SOLCHEN logischen herleitung wird gesucht!

Dann solltest du nochmals Silberfux sein Post lesen.
Es geht um den Schutz der Vollen. Ich investiere 2-4 Augen (Bube bis König), die ich vermutlich so wie so abgeben werde, um anzuzeigen in welcher Form ich mein Vollen schützen kann bzw. welche Vollen meine Partner schützen müssen....

Bodo, Theo zweifelt nicht den Sinn der Spielweise an, er betreibt nur Archäologie 😄

Er möchte wissen ob die Konvention einen logischen Ursprung hat wie z. B.die Dullenkonvention, bei der der Partner mit Dulle immer antworten kann, selbst wenn er die Konvention dazu nicht kennt, oder ob es eine Absprache ist.

Ich halte es für ein abkupfern vom Skat, da werden Asse beim Grand über die Gegenfarbe angezeigt. Da es Gegenfalben im Fleischlosen kaum gibt, zeigen wir die Farbe direkt oder über hoch/tief Signal.

Hallo Thheo, weg vom Kneipendoko, hin zum Turnierdoko: hier gibt es neben den Regeln die sogenannten Konventionen; es handelt sich um Möglichkeiten der Kommunikation, z.B zur Optimierung des (Gegen)spiels auch bei Solos. Siehe auch Wikipedia "Essener System" Alle Infos findest du z.B. hier : http://www.dodoko.de/Downloads/Essener_System.pdf
Also: zwar kein Geheimwissen aber auch nicht Bestandteil des Regelwerks.

Nach Konventionen spielen lernt Theo eh nicht mehr. 😕

Thheo ist jung, gutaussehend und lernfähig.

moin ihr luschen

welchen thheo meint dieser seb?

danke worstcase und mantaray für das fast durchlesen meiner posts.

legt euch gehackt,
der thheo

Es ist eine philosophische Frage, ob die optimale künstliche Konvention aufgrund ihrer Optimalität logisch herleitbar ist.
Direkt ableitbar ist diese Konvention jedenfalls nicht und ihre Optimalität lässt sich auch in Frage stellen., gerade wenn man beispielsweise an strittige Unterpunkte wie das Anzeigen von Doppelassen denkt.
Der letzte Punkt ist gleichbedeutend mit der Frage, ob man beim 8. Stiche Fleischlosen möglichst viele eigene Asse anzeigen möchte, oder aber indirekt alle Solistenasse anzeigt. Beides hat Vor- und Nachteile.