Verbesserungsvorschläge: Warum junge (möglichst zügellose) Menschen keinen Doko mehr lernen mögen: Es liegt am durchwegs negativen Vokabular!

Luderhonk, 12. November 2017, um 17:09

Es liegt am vorwiegend negativen, ans Düstere grenzenden, mithin inhärenten und allerseits fraglos verinnerlichten Vokabular, dem/der sogenannten Doko-Lingo. Und wie sieht die/dem aus? Grauenvoll!
Gott helfe uns allen!
Denn: wer hat's nicht schon mal erlebt?
Geht schon los mit, kaum kriegt man die Karten auf die Pfote, brüllt schon einer "Kontra!" Wie negativ geht's denn noch, hallo?

Das ist negativ, das das schreckt ab, das möchte niemand. Und das ist nur der Anfang der sprudelnden Quelle. Ich versuch mal, das in die einzelnen Aspekte zu zerlegen:

1- Blutige Aspekte:
Wortfeld "stechen". Here we go.
- Einstechen.
- Abstechen.
- Überstechen.
- Stich.
- Stechfarbe.
- Stechfarbe nachspielen (wobei nachspielen schon ein sehr negatives Wort ist. Siehe "vorspielen" weiter unten).
Führt weiter zum Wortfeld "schneiden", Obacht:
- Schneidedame.
- ... zum Schnitt
- u.ä ("die zieht Blasen...")
Blutige Angelegenheit, naja, manchmal hilft's. Wozu's gut ist? Möglicherweise zur Partnerfindung. Das soll ja tatsächlich ein Partnerspiel sein. Na, wem's schmeckt.... Ich glaub das nicht, denn:

2- Geschmacklose Aspekte:
- Abwurf
Negativ, sorry, geht nicht. Man wirft nicht ab. Das klingt schon so dermaßen scheiße. Abwerfer sind Loser. Und für weitgehend männliche Kartenspieler ist solches Gebaren unmännlich (siehe Punkt 3). Das wollen wir ja nun nicht einreißen lassen. Denn Punkt 3:

3- Frauenfeindliche bezwengsweise sexistische Aspekte:
Hohohooooo! Da hätten wir ja wohl jede Menge:
- die Alte (die nenn mal so, quan, wir wollen ihn mal Gustav nennen, kriegste Krieg)
- gegen die Alten (doppelnegativ)
- Alte an 2 (eine bessere Zweit-Alte, die nenn mal so, Gustav, kriegste noch mehr Krieg!)
- die Blaue (eine besoffene Ersatz-Alte, kriegste sowieso Krieg)
- Damensolo (ok, siehe Punkt 2)
- Lustsolo (auch noch ok...)
- Damensolo zur Lust (... nee, jetzt reicht's aber. Wer sowas tut, wählt SPD!)
Es gibt aber eine Gegenmaßnahme! Nämlich:
- Nur die Buben! (Hilft aber nur manchmal. Aber immerhin manchmal.)
In diesem etwas klebrigen Zusammehang wären noch Begriffe, wie etwa
- schmieren,
- buttern und
- vorstechen
zu erwähnen,
aber die erwähn ich nicht, mein Ruf ist schon schlecht genug.

4- Alberne Aspekte:
- Vorführung
- ... wird vorgeführt
Tja, Arschkarte; und wenn man's am 24. Spiel nachfühlt, dann ist das einfach nur sehr demütigend, man kann zu keinem anderen Ergebnis kommen. Wenn man dann unter "..." noch seinen eigenen Namen einfügen muss: Arschkarte. Warum sollte man ein solches Spiel erlernen wollen? Man ist nur von Masochisten umgeben.

5- Schmutzige Aspekte:
- Fehl gewinnt das Spiel
- faules Fehl
- verseuchtes Fehl
- und das dann auch noch "vorsetzen"
OK. Das sind alles wertige Aussagen. Nur leider eben negativ besetzt. "Fehl". Da spiel ich nicht mit. Bei hoch zu Rosse angesiedeltem Gegengedöns wie etwa "trumpfverwandten" Begriffen, wie etwa:
- Trumpfwippe
- Trumpfhoheit
und sonstigem monarchistsichen Scheiß aher auch nicht. Darüber sollen andere entscheiden, und Unverschämtheiten lass ich mir seit 1997 schon lange nicht mehr gefallen. Führt zum Thema "Kreuz-Ruff". Wo kommen wir denn da hin? Obwohl, das führte ja bald schon zu:

6- Religiöse Aspekte:
- absagen (soll das "Ablass" heißen? Kratz mir den Luther, Freund!)
- ungetauftes As (kratz ihn mir zweimal!)
- Ich heirate! (Vollidiot!)

Es führt zu:

7- Es führt zu nix. Naja, es führt zu nix, außer

"Schwarz!"
Und negativer geht's nicht.Düster ist's im Bärenarsch, iss manchmal so.

Kein Wunder, warum kein Mensch auf dieses Spiel scharf ist. Nicht dass sonst noch so Negativmerkmalübrigkeiten übrigblienen:
"Leerdulle"
"Matrose"
"Zweitlauf"....
"Geh Hallenhalma spielen"... (ad nauseam)

Ich empfehle Canasta. Iss auch ganz schön!

quan, 12. November 2017, um 18:07

„was ihr an Äusserungen von euch gebt wiederholt sich ständig, es so leicht durchschaubar und intellektuell wenig hochstehend.“

ha!

Janet, 12. November 2017, um 18:08

Mau Mau ist besser.

Quaster, 12. November 2017, um 19:02

"ist" fehlt. intellektuell

Mettmannpower, 12. November 2017, um 19:05

Es gibt noch einen weiteren Aspekt Honk, der vor allem dem männlichen Geschlecht zu Gemüte steigen muss: Es ist die Stellung und Wertschätzung seiner in diesem Spiel. Was hat der König schon zu melden ? Selbst ein Bube steht über ihm in der Hierarchie und die Dame ist vorbehaltlos die Siegerin.
Sie legt die Parteien fest, sie darf als Einzige heiraten, sie hat den höchsten Rang im menschlichen Gefolge und ist die Einzige, die nicht nur nach rechts und links gucken darf, sondern auch mal nach unten. Außerdem darf sie "re" sagen, was viel schöner klingt als kontra.
Das is nich schön für die Männerwelt...

SchwillTiger, 12. November 2017, um 19:06

Aber das ist doch das normale Leben???!!!

Luderhonk, 12. November 2017, um 19:10

Ahhhh du meinst die Sitzposition, Mettmann. Sehr genua beobachtet.
Richtig! Ich verstehe das.
Berechne ich aber seit Jahren nicht mehr ein. Soll'n der Quatsch.
Ansonsten stimmt alles.

Hase_Hase, 13. November 2017, um 07:49

☺ Nur die Kochrezepte sind besser!

Cabeza_doble, 13. November 2017, um 08:40
zuletzt bearbeitet am 13. November 2017, um 08:41

Bleibt noch der 'Fleischlose' nachzutragen. Iss'n das für'n elendes Vegangergewäsch?
Ansonsten warte ich darauf, dass der Honk irgendwann ein Bändchen mit seinen gesammelten Werken heraus gibt.
Dafür geb ich schon mal ne Bestellung auf.
:)
Edit fügte ein 'ich' ein.

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