Doppelkopf-Strategien: Interessante Diskussion an einem nicht ganz schwachen Tisch

Stinkstiefel, 30. Januar 2018, um 00:04

Spieler 1 spielt Dulle, 2 und drei bedienen klein und Spieler 4 legt Herzbube mit Re. Spieler 1 spielt Pikas, läuft durch und spielt jetzt angezögert sein Herzas. Darf oder sollte jetzt Spieler 4 mit Beilegen seines Herzasses die k90 sagen? Oder sogar gleich auf k60 springen, da er ja auch noch ein Kreuzas hält?

SchwillTiger, 30. Januar 2018, um 00:13

Ich verstehe schon nicht, was mir Herzbube mit re sagen soll... Ist das noch ne Dullenanzeige, um Volle an 2 oder 3 zu lutschen? oder soll das 4 schwarze Asse anzeigen?

Tront, 30. Januar 2018, um 02:44

Ich wäre ebenso irritiert. Eine Dullenbestätigung sollte nämlich sofort auf die ausgespielte Dulle vom Re-Partner erfolgen.

Ein gelegter Herz-Bube an Pos. 4 mit Re würde ich gern scherzhaft als "halbe Dulle" bewerten. Oder ich bewerte es als ein Positions-Re, welches auf ein Trumpfnachspiel des Re-Mannes hinweisen soll, ohne dass der Re-Partner an Pos. 4 die andere Dulle hat. Womöglich deutet noch jemand Herzfreiheit in dieser zeitlich unklar gesetzte Ansage. Weil ein "Herz"-Bube mit Re im Stich gelegt wurde.^^

Eine vorzeitige keine 90 hinge mehr davon ab, wie viele eigene Fehlverlierer man noch im Blatt hält.

D. h. wenn Spieler 1 jetzt vor seinem 3. Ausspiel zögert, wäre es mehr eine Durchlauffrage seines Asses, die man grundsätzlich mit einer Tiefabsage beantworten sollte.

Immer vorausgesetzt, die Dulle wäre zuvor bestätigt, was hier aber nicht der Fall ist.

Also, wenn ich ein sog. Positions-Re gebe, mit z. B.
Kreuz-DamePik-DameKaro-DameKreuz-BubeHerz-BubeHerz-BubeKaro-NeunKreuz-AssPik-KönigHerz-KönigHerz-NeunHerz-Neun
nach einem 1. Stich wie Herz-ZehnKaro-BubeKaro-NeunHerz-Bube treffe ich die Ansage nach Beendigung des 1. Stiches, bevor mein Partner womöglich eine Fehlkarte zur Seite anschiebt.

Denn einige Spieler spielen gern ihre (hoffentlich gedeckte) Dulle und danach fehlt ihnen angeblich die Kraft für eine nachfolgende Trumpfrunde.^^ Diesen Spielern versuche ich mit meinem Beispielblatt und einer Positions-Re-Ansage zu helfen.

Denn, wenn ich ohnehin auf nahezu jeden Spielverlauf ein späteres Re auf ein vorangegangenes Dullenauspiel geben möchte, kann ich es auch gleich tun.

Nicht v o r z e i t i g, weil mir die andere Dulle fehlt, aber so r e c h t z e i t i g, bevor eine Fehlfarbe an Pos. 2 zugespielt wird.

Eigene noch möglicherweise verbliebene Einzel-Asse sollten jetzt selbstverständlich vom Dullen-Anspieler vorrangig angespielt werden. Eigentlich logisch, oder?

SchwillTiger, 30. Januar 2018, um 09:05

Ja. Da hast du Recht.

worstcase, 30. Januar 2018, um 10:01

Grundsätzlich schließe ich mich Tront an und bin über den Spielvortrag bzw. die Darstellung des Spielvortrages eher verwirrt, als dass er mir zusagt.

Wie Tront schon anführte, sollte das Re sofort erfolgen und nicht erst "beim Bedienen", wenn man die 2. Dulle hält. Dies sorgt eher für Verwirrung und bietet Raum für Spekulation, als dass es zur Spielsteuerung beiträgt.

Wenn man soweit vertraut, dass Sp1 auf Durchlauf fragt, können die 90 problemlos gegeben werden.

Interessieren würde mich, ob Sp4 jetzt tatsächlich die 2. Dulle hält.

Eine Sprungansage wegen Kreuzass entbehrt mir jeglicher Logik.

Lappen, 30. Januar 2018, um 10:36

Ist doch ganz einfach:
Re, Karte = Dulle
Karte, Re = Positionsansage

Afroman, 30. Januar 2018, um 10:43

Lappen, die Definition is sofort bei Dulle. Vor legen der Karte an 4 is schon verzögert.

Lappen, 30. Januar 2018, um 11:06

Wenn man über den Weg "Re vor oder nach der Karte" auch an 4 noch zuverlässig kommunizieren könnte, wäre es doch eine feine Sache, wenn man z.B. von Position 2 noch eine taktische Schmierung mitnehmen könnte.
Auch könnte man ein solches Re vor der Karte dahingehend interpretieren, dass Position 4 zwar die Dulle, jedoch kein Einzelass hält.

Ich gebe euch aber durchaus Recht, dass ich an Position 1 nun auch erstmal skeptisch wäre und nicht direkt meinen Fuchs in den Orbit schicken würde.

Afroman, 30. Januar 2018, um 11:29

Auf die Schmierung is man ja mit Dulle eher nicht angewiesen, sofern die aufgespielte Dulle ehrlich ist.

Mit Schmierung wird es eh zum WarnRe.

Ne Unterscheidung nach Dulle mit oder As gibt es nicht, gefragt is an 3 oder 4 die Dulle unabhängig von Assen.

Lappen, 30. Januar 2018, um 11:43

"Ne Unterscheidung nach Dulle mit oder ohne Ass gibt es nicht"

Was nicht ist, kann ja noch werden...^^

Afroman, 30. Januar 2018, um 11:53

Lass uns Bridge spielen

Stinkstiefel, 30. Januar 2018, um 12:00

Ich hatte an 1 den Neuntrümpfer mit Blauer und Karodame, zwei Assen und die Kreuzzehn. Mein Partner an 4 hatte sowohl die andere Dulle, als auch Kreuzas. Hurra, unter 30 gespielt und Re gesagt!^^

worstcase, 30. Januar 2018, um 12:06

... dann ist "nur" ein Dullenaufspiel nach mM der falsche Vortrag......
Wenn ich mein Blatt von Anfang an unter Wert spiele, darf ich nicht über eine magere Ausbeute jammern.

Lappen, 30. Januar 2018, um 12:22

Je länger ich darüber nachdenke, für desto gesicherter halte ich angesichts der Ansage die Dulle an Position 4.
Das hat auch nix mit Bridge zu tun, vielmehr damit, dass ich mich nicht erinnern kann, je in die Situation gekommen zu sein, dass ich dem Ausspieler nicht hätte vermitteln können, dass es sich lediglich um ein Positions-Re handelt.
Habe ich keine Dulle an 4, kneife ich mir entweder das vorzeitige Re oder ich treffe die Ansage verzögert - das klappt immer und mein Partner muss nicht raten.

Stinkstiefel, 30. Januar 2018, um 12:22

Dir würde dann nicht die Frage auf Herzasdurchlauf an Vier dann reichen, um zu erhöhen?

SchwillTiger, 30. Januar 2018, um 12:29

Alternative wäre nicht "angezögert2 das Herzass zu spielen, sondern "totgezögert". Dann sollte S4 verstehen, dass dir ein Durchlauf reicht.

Aber eigentlich wie WC. Ich spiele Pikass mit Re, Herzass und dann frage ich auf die andere Dulle groß ab. Andere fragen evtl. gleich groß ab. wieder andere speilen möglicherweise die Dulle mit Re. Andere das Pikass ohne Re und das Herzass mit re.

Da gibt es viele Geschmäcker.

worstcase, 30. Januar 2018, um 12:49

Das Problem der Dulleneröffnung:
Man verschenkt einfach während des Ansagezeitpunktes Tempo. Ich verschenke einen Stich um Informationen zu bekommen, die ich anders auch bekommen könnte. Außerdem beschreibt es das Blatt unter Wert. Da selbst eine positive Dullenantwort mein Aufspiel nicht ändern würde, neige ich zu PikAss mit Re.

Bei einem "standart" Dullenaufspiel möchte ich mein Blatt beschreiben, damit mein P dementsprechend agieren kann. Mit diesem Blatt will ich nicht Informationen geben, sondern bekommen. Ich will vor den Absagezeipunkten wissen, ob mein Pikass läuft, mein Herzass läuft, mein P eine Dulle oder andere Trumpfwerte (Blaue etc.) hat und ob ich meinen Kreuzverlierer entsorgt bekomme.

Stinkstiefel, 30. Januar 2018, um 13:12

sehr schön erklärt!

Juan-Miguel, 30. Januar 2018, um 14:37

"Ist doch ganz einfach:
Re, Karte = Dulle
Karte, Re = Positionsansage"

Ja. Ob das Re vor oder nach der Karte erfolgt ist etwas was man so spielen kann, dass es auch live sichtbar ist.

"Mit Re":
Gleichzeitigkeit von Ansage und Karte ist online nicht möglich.
Live verbaut man seinem Partner das Blatt zu lesen und wenn es zum letztmöglichen Ansagezeitpunkt kommt, kann es zu unnötigen Diskussionen kommen, ob es noch rechtzeitig war.

Juan-Miguel, 30. Januar 2018, um 14:39

Wenn der Partner noch irgendeinen Wert hält, sollte er dem Interesse an der 90-Absage mehr vertrauen als dem Spielaufbau. Also mit k90 antworten.

Karl_Murks, 31. Januar 2018, um 10:51

Mit einem Fehlverlierer anfangen Asse zu spielen ist ziemlich Schalke.

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