Doppelkopf-Strategien: Spielerisch hui, aber absagetechnisch pfui?

Tront, 06. Juni 2014, um 01:27
zuletzt bearbeitet am 06. Juni 2014, um 01:28

Ich habe heute Abend ein Spiel schwarz mit meinem Partner gewinnen können, ein vermindertes Gegenspiel ließ dieses Ergebnis zu, aber darum geht es mir nicht in erster Linie.

Sondern um die Sicherheit einer möglichen keine 60-Absage für einen der beiden Re-Partner nach Kenntnis der erfolgten Stiche.

1. Teil:
Meine eigene Karte. Wie eröffnet ihr?
Herz-ZehnHerz-ZehnKreuz-DameKaro-DameHerz-BubeKaro-BubeKaro-NeunKreuz-AssKreuz-ZehnKreuz-ZehnPik-ZehnHerz-König

Ich fürchte, hier gehen die Meinungen schon weit auseinander.

a) ich spiele Kreuz-Dame mit Re
b) ich spiele Kreuz-Dame ohne Re
c) ich spiele Karo-Buben mit Re
d) ich spiele Kreuz-As mit Re
e) ich spiele Kreuz-As ohne Re

Bitte zunächst erst diesen 1. Teil beantworten, um nicht später ggf. voreingenommen Aussagen zu treffen zu müssen.
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2. Teil:
#37.544.303

Nach unserem Spielvortrag kann/sollte/muss ...

a) Tront die keine 60-Absage finden
b) Bildchenwerfer die keine 60-Absage finden
c) beide Spieler die keine 60-Absage finden
d) keiner der Spieler mit ausreichender Sicherheit die keine 60-Absage finden
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3. Teil:

Weicht ihr an Stelle der Re-Partei ab dem 3. Stich ggf. ab?
Dann äußert euch bitte am besten mit eigenen Worten zu den vielleicht vorteilhaften Abweichungen. Andernfalls gehe ich davon aus, dass wir das Spiel perfekt vorgetragen haben.^^

Viel Spaß zu dieser dreigeteilten Aufgabe.

Die Auflösung dieses Spiels ist ja ausnahmsweise schon bereits im 2. Teil zwecks weiterer Fragen und Spieloptionen enthalten.

Ex-Füchse #16890, 06. Juni 2014, um 01:52

Ich hatte in diesem Spiel 2 Probleme.

1) Ein spruchloses Kreuzdamenvorspiel im ersten Stich beschreibt für mich ein nach oben limitiertes Blatt.
Nach der Karo10-Schmierung durch den unbekannten Mitspieler könnte ich mir nicht mehr sicher sein, ob das Re tatsächlich Zusatzstärken beinhaltet oder ob
Leif einfach verhindern wollte, dass sein vermeintlicher Partner das Re "vergisst".
Auch aus diesem Grund gebe ich nicht selbst die 90, sondern überlasse Leif die Entscheidung indem ich auf den Durchlauf von Pikass zögere.

2) Nun kommt auch schon mein zweites Problem: Ich erkenne den (leicht angezögerten) Piksingle nicht zweifelsfrei.
Hätte ich den Single erkannt, so hätte ich das folgende Herzass ebenfalls mit einem Durchlaufzögern gespielt.

Nicht dass etwa mein Heizer-Image noch Schaden nimmt...

herrmannfan, 06. Juni 2014, um 06:11

1.d) erste Gedanke
Ich gehe in solchen Spielen gerne den riskanten Weg, für eine Optimierung der Ansagen aber den besseren.
Anschliessend Kreuz Dame. Mein Partner hat so alle Möglichkeiten das Spiel abzusagen.
Im nachhinein wird bei meiner Eröffnung wohl die 60 von Bildchenwerfer kommen.

2 d)

3. Spiele ab hier genauso.

quan, 06. Juni 2014, um 06:20

Bei mir auch 1d) dann dd anzeige dann wird der heizer locker k6 finden .

Spartakus, 06. Juni 2014, um 07:48

Ich bin ein Freund des rechtzeitigen Ausspiels von Assen, daher ebenfalls 1d), 2d)

Noddy, 06. Juni 2014, um 07:57

b)
Dann warten auf Re(aktion): 'Partner, willst Du ans Spiel, oder soll zuerst mein suboptimales Ass auf den Tisch?'
Ohne Antwort dann Kreuz-Ass mit (noch) eigenem Re.

Für Tiefabsagen sollte bekannt sein, was auf Fehl passiert. Daher spiele ich an BWs Stelle auch zunächst die Asse.
Sein Durchlaufzögern gefällt - daher hätte Tront ggf. die weiteren Absagen je Ass finden dürfen.

akaSilberfux, 06. Juni 2014, um 07:57

Nach der nicht beantworteten Anfrage vor Aufspiel zum 2. Stich hätte ich mein Kreuz-Ass mit Re abgefahren; danach wäre das Spiel wesentlich leichter zu optimieren gewesen.

Konkret läßt BW erst einmal die Pflicht-k90 aus. Wer in solch einfachen Situationen auf Partners Fehler spekuliert, bremst extrem und ohne Not. Nach Kreuz-Dame, stille Anfrage, keine Antwort und dennoch eigenes Re ist Leifs Karte knapp am Re im 1.
Die nachfolgende Frage "Soll ich mein schlechtes As spielen?" macht es für Leif nicht einfacher.
Nach Herz-Ass kann man auf die Idee kommen, daß das Zögern vor Pik-Ass etwas anderes bedeuten sollte. Die tatsächliche Monsterergänzung kann man aber nicht mehr erkennen. Erhöhen würde ich an Leifs Stelle aber nach dem Verlauf auch nicht mehr. Schließlich hat er nicht nur seine Karte beschrieben und gefragt, sondern auch zwei Ansagen selbst getätigt. Mehr gibt die Karte nicht her.

Noddy, 06. Juni 2014, um 07:59

(ob ich selbst das in-game hinbekommen hätte, steht allerdings auf einem anderen Blatt ...)

gomera, 06. Juni 2014, um 10:06

1b) wie Tront und Karl Murks. Für 1a) fehlen mir 2 Tr.
Dann still fragen, ob Partner ein kurzes Ass spielen kann. Wobei ich BW bzgl. der Nichtantwort in Schutz nehme. Denn einige Spieler möchten von Position 2 nur eine Antwort bei Kontrolle beider schwarzer Farben, um dem Partner nicht evtl. den einzigen hohen Tr zu ziehen. Wann soll auf die Frage z.B. an P3/P4 geantwortet werden? Schwarzes Ass single oder zu zweit sollte klar sein. Was ist mit Herz Ass single oder schwarzem Ass zu dritt?
Ohne Antwort Kreuz-Ass mit Re.
2d)

akaSilberfux, 06. Juni 2014, um 10:23

Da BW nicht beide schwarzen Asse hat, war die unterbliebene Antwort richtig, an dieser Stelle war keine Kritik.

Ex-Füchse #16890, 06. Juni 2014, um 10:32

Leifs Frage nach seiner Kreuz-Dame zielt für mich an Position 2 klassischerweise in der Tat auf beide schwarzen Asse.
Hat der Aufspieler z.B.
Herz-ZehnHerz-ZehnKreuz-DameKaro-DameHerz-BubeKaro-BubeKaro-BubeKaro-Neun Kreuz-Zehn Pik-ZehnPik-König Herz-König,
so könnte er nach erfolgter Antwort nun Kreuz-Zehn schieben, damit er den durchlauf beider schwarzer Asse vor dem letztmöglichen Zeitpunkt der 90 Absage sehen kann.
Antworte ich nun ohne Kreuz-Ass, so droht ein Worst-Case-Szenario.
Dieses unnötige Risiko möchte ich mir schenken, genauso wie das unnötige Risiko einer eigenen 90-Absage.
Mein ewiges Durchlaufzögern auf Pikass kann meines Erachtens auch nicht mißverstanden werden. Gute Asse und Trumpfüberlänge bei Leif sind nach diesem Spielverlauf ausszuschließen, so dass ich nun schlechte Asse so oder so spielen würde.

Ex-Füchse #42585, 06. Juni 2014, um 11:44

Ich hätte dieses Blatt am Anfang genau so wie Leif vorgetragen. Für Kreuzdame mit Re ist mir das Blatt zu schwach und für kleinen Trumpf mit Re die Gefahr zu groß, dass mein Partner nicht rangeht. Kreuzass ist für mich auch keine Alternative, da ich eine Singel Pik habe. Ich hätte jetzt mit kleinen Trumpf und Re fortgesetzt. BWs Aussage bezüglich Tronts Ansagemotivation finde ich grottenschlecht und hat mit Doko als Partnerspiel nicht viel zu tun.

BWs Blatt alleine betrachtet ist ja unbestritten eine eigenes Re. Ich vertrete hier aber ebenfalls seine Ansicht, dass ich dieses Risiko nicht eingehen muss und eine eigene 90 sagen muss, da ich einen Partner an 4 habe, der nach sehr langem zögern die Absage treffen kann. Ich hätte nun vor dem Herzass ebenfalls noch gezögert. Zwar nicht mehr so lange wie vor den Pikass, aber deutlich erkennbar. Die k60 sollten jetzt als Kollektivansage kein Problem sein.

Jetzt sollte einige Trumpfrunden folgen, die mind. einen Kontraman Trumpfleer machen und ich somit dem Kreuzass noch mehr Deckung verschaffe.

Ex-Füchse #16890, 06. Juni 2014, um 12:18

Das stimmt natürlich, Ivan. Aber wer im Fuchsbau ein auf DDV-Konventionen basierendes Partner-Doko aufziehen möchte, der wird wahrscheinlich weniger Plus machen, als jemand der auf die dort typischen Unzulänglichkeiten seiner Mitspieler eingeht.

Aber vielleicht spielt Tront tatsächlich auch im Bau immer sauber, das kann er uns ja dann selbst verraten.
Ich kann mich zumindest an seine Anfangszeit im Fuchsbau erinnern. Auf seine vorgespielten Re-Dullen erhielt er an schwachen Tischen regelmäßig 2 bis 4 Augen.
Aus diesem Grund spiele ich an konventionsunkundigen Tischen im Fuchsbau nur Dullen mit Ansage.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein sehr guter Spieler wie du, Ivan, nicht die Spielstärke der Mitspieler in seine Überlegungen miteinbezieht.

RUserious, 06. Juni 2014, um 12:26

Ich hätte vor Ausspiel schon abgefragt und die geringe Chance mitgenommen, dass ein Partner an 2 evtl antworten kann. In diesem speziellen Falle kommt man nämlich wesentlich leichter zu absoluten Tiefabsagen...
Wäre aber hier ja auch egal gewesen...Danach hätte ich dann (zur Auflösung) Kreuz-Dame aufgespielt - danach spiele Kreuz-Ass und frage danach nochmal auf 90...Nach Antwort und Herz Ass sowie den vorher gelegten Kreuzwerten in diesem Spiel, sollte man dann auch die 60 finden können...

In Bezug auf den gewählten Spielvortag, hätte ich an Bildchenwerfers Stelle mindestens nochmal vor Herz Ass gezögert, wenn nicht gar selber die 60 vertreten. Ich bringe immerhin noch eine Herz Dame mit, eine gute Länge und einen Kreuz Single...

Ex-Füchse #42585, 06. Juni 2014, um 12:56

Das stimmt BW, aber ich treffe keine Ansagen für meine Mitspieler, nur weil sich sie als "zu schwach" bewerte. Dann geht das Spiel halt spruchlos über die Bühne. Aber wenn ich aus diesem Grund anfange, einem Leif nicht zu trauen.....Wenn's schief geht, weiß ich ja wen ich anscheißen kann. (Das würde mir bei Leif runter gehen wie Öl^^)

Tront, 06. Juni 2014, um 13:35

Also, grundsätzlich spiele ich meine Spiele schon auf "allen Ebenen" in etwa gleich.

Und meine Spielfehler mache ich in realen Bundesligarunden und beim Onlinespielen sowohl in der Liga oder im Fuchsbau auch gleichermaßen.^^

Natürlich gilt für mich im Zweifelsfall auch immer noch die Devise: Wer spielt gerade mit wem?

Ich ich lasse ja gern einmal eine Absagestufe aus Sicherheitsgründen weg, so kennt man mich ja.^^

Aber unser hier vorliegendes Schwarzspiel fand ja (trotz Fuchsbaumentalität) in sehr guter Besetzung statt. Zumindest sind alle 4 Spieler derzeit in der Doko-Bundesliga aktiv, denn noch zähle ich mich dazu.

Auch wenn mein generelles Interesse am realen Dokospielen schon in der letzten Zeit allgemein nachgelassen hat. Vielleicht sind das die "normalen Abnutzungserscheinungen" nach über 25 Jahren aktivem Doppelkopf, vielleicht ist es aber auch inzwischen das Online-Spielen, welches mich sehr zeitintensiv und meist mit viel Freude beschäftigt.

Oder es ist nur eine vorübergehende Phase gewisser Unlust meinerseits, derzeit Anreisen zu den oft weit ertfernten Spielorten vorzunehmen. Als Braunschweiger war ich über viele Jahre verwöhnt und es auch gewohnt, zum Masters gar keine Fahrt- und Unterkunftskosten und -zeiten aufzuwenden.

Also es wird schon an mir selbst liegen, dass die "Doppelkopfvielfalt" incl. dem Onlinespielangebot mich zukünftig abwegen lässt, welches "größere Dokoereignis" ich persönlich wahrnehme.

Daher versteht mich bitte nicht falsch, sowohl das Masters, die Deutsche Einzelmeisterschaft und auch das meist jährlich stattfindende DODGE-Turnier sind weiterhin hervorragende Veranstaltungen, sie haben lediglich in meinen eigenen Gunst nicht mehr den Stellenwert wie vor einmal 10 oder gar 20 Jahren.

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