Doppelkopf-Strategien: Wie spielt ihr das?

LeonardoDa_Vinci, 01. Januar 2012, um 13:26

Vorhand:
Trumpf:
Damen: Kreuz, Pik
Buben: Kreuz, Pik, Herz, Karo
Karo: 10,9

Fehl:
Kreuz: 10
Pik: As, As
Herz: König

Anmerkung: Alle Spieler am Tisch spielen mit zögern.

Wie spielt ihr den an, warum?

Ex-Füchse #5718, 01. Januar 2012, um 13:37

Früher hätte ich Kreuz 10 geschoben.

Heute spiele Ich Pik As und je nachdem was ich von 2. kriege Kreuz oder Trumpfanschub. Ich habe kein Re, will es aber dem Partner nicht versauen es zu finden und mich zu erkennen.

Noddy, 01. Januar 2012, um 13:41

Ich eröffne den mit Karo 9. Da kann ich mir am besten ansehen wie es mit Chancen für eine Erstansage aussieht.

Da gibt es so schön viele Optionen, Abfragen wer wo sitzt, Anschub des Kontrapartners in mein Pik, Chance auf 2ten Kreuzlauf beurteilen, weitere Trumpflage abschätzen.

Ex-Füchse #16890, 01. Januar 2012, um 15:15

Ich spiele Pik As. Läuft es unauffällig, dann schiebe ich kreuz 10 mit Re.

Stoni, 01. Januar 2012, um 16:00

Ich spiele Karo 9.
Abfragen, gelegte Dulle, Ansagen u.ä helfen mir weiter.

CaptainHook, 01. Januar 2012, um 16:06

wuerde ich auch so mit Pik Ass, Re und Kr Anschub machen, aber nicht weil ich mich besonders stark fuehle sondern, weil ich vermute, dass das Spiel sonst ohne Ansage laueft...immerhin koennte ich nach dem gelaufenen 1. Pik Ass in beiden schwarzen Farben nochmal ein Stich machen.

Leni, 01. Januar 2012, um 16:15

Karo 9, Gründe haben Noddy und Stoni bereits genannt.
Ergänzend: Ich möchte meine Trumpflänge aufwerten.

EvilNephew, 01. Januar 2012, um 16:17

Bin da bei CaptainHook und Bildchenwerfer. Würde aber eventuell Herz-König statt Kreuz10 schieben, um einem Partner an 2 mit Herz/Kreuz-As und Dulle die 90 auf Kreuzas statt auf Herzas zu ermöglichen.

LeonardoDa_Vinci, 01. Januar 2012, um 17:57

1.Möglichkeit:
Pik-As:
Vorteile:
1.Man sieht, ob das As läuft
2.man kann schauen, wie der Stich läuft.
Läuft er mit über 30, hat man ein gutes Nachspiel mit dem anderen As. Läuft er unter 20 lässt man das RE weg.
Läuft er normal und an 2 kommt eine 9, kann man Kreuz schieben. Kommt eine 10 an 2 kann man Trumpf schieben.
Nachteil:
Man weiß nichts über die Trumpfsituation. Keine Dulle kann vorzeitig rausfallen, um die Damen wertvoller zu machen. Außerdem bietet die Trumpflänge nicht den Vorteil, den man bei sofortigem Aufspiel hätte.

2.Möglichkeit:
Klein Trumpf:
Vorteile:
Die Trumpflänge kann am Ende noch was Wert sein.
Man sieht, ob eine Dulle rausfällt, oder jemand abfragt und ob einer Antwortet.
Wird gar nicht abgefragt, fällt das RE leichter.
Wird z.B. an 2 abgefragt, aber ohne Antwort, hat man sehr nützliche Informationen.
Wenn der Abfrager jetzt die Dulle legt, hat man wohl die Trumpfkontrolle und ja auch noch Pik-Kontrolle.
Das RE sollte also gesagt werden, wenn kein Kontra kommt. Ansonsten kann man immer noch womöglich Gegenfragen in einigen Situationen.
Nimmt der Abfrager nicht die Dulle, kommt der Partner wohl ran und das RE sollte bei einem angespielten As leicht fallen. Vielleicht hat er ja auch ein eigenes RE.

Nachteile:
Vielleicht wird hinten von 3 auf 4 abgefragt, mit Antwort. Sicherlich ärgerlich, aber das Spiel ist dann trotzdem noch nicht verloren. Eine Gegenfrage kann man auf Herz oder Kreuz machen.

3.Möglichkeit
Kreuz10 oder Herz-König:

Vorteile:
Man sitzt nicht mehr vorne. Meistens sogar anschließend an 4.
So kann man hinten sitzend schauen, ob eine Ansage getätigt wird, oder ob Abgefragt wird und kann dann jeweils entscheiden, was man in Hinterhand macht.
Ohne Abfrage und Kontra, kann man hinten sicher das RE sagen.

Nachteile:
Man gewinnt kaum Informationen über die Trümpfe und es fallen wohl keine hohen im Ansagezeitraum raus.
Die Laüffähigkeit des Pik-Doppelasses ist nicht sicher.

Ich hätte wohl einen kleinen Trumpf vorgespielt, weil ich hierdurch meiner Meinung nach, die für mich wichtigsten Informationen bekomme und mein Blatt hier häufiger aufgewertet wird.

fritz9000, 01. Januar 2012, um 20:21

So ein ähnliches Thema gabs unter: Doko-Strategie/Aufspiel zuletzt am 8.Juni 11,
Vorschlag von HDF,Spartakus -Aufspiel mit Fehlfarbe um Abstich der Kr.D mit Dulle und darrauffolgendes Kontra zu vermeiden

Spartakus, 01. Januar 2012, um 22:27
zuletzt bearbeitet am 01. Januar 2012, um 22:30

Ich spiele eindeutig Pik As. Das ist die einzige Karte, mit der ich eine eigene Strategie entwickeln kann. Ich sehe wer einen kleinen Pik bedient und wer einen Vollen.

Bei 29 Augen + (es fällt keine 9) spiele ich Pik As nach. Ein Re-Bekenntnis mit 1. Stich ohne sonderliche Zustzstärken. Ein eigenes Re sehe ich trotz überdurchschnittlicher Trumpflänge nicht.

Bekomme ich an Pos. 2 keinen Vollen und fällt der Stich unauffällig, schiebe ich Kreuz 10 ohne Ansage.

Fällt der 1. Stich meinetwegen As, 10, 10, 9, spiele ich ausnahmsweise mal Trumpf nach. Eine eigene Ansage sehe ich auch hier nicht.

Mein Partner kann mich in allen Varianten als Partner erkennen. Das reicht mir. Für die eigene Ansage ist mit Fehlkonstellation und Trumpfhöhe zu schlecht. Offensivere Spieler geben wegen der Pik Dame das eigene "Re". Kann man machen. Ich mache es nicht.

Außerdem kann es ja passieren, dass ein anderer Spieler kein Pik hat. Ein volle Re-Abfrage käme mir sehr entgegen. Auf eine Kontraabfrage mit Stechen ist es leider wech, aber es gibt immer Leute, die Kontra abfragen und bedienen müssen. In diesem Fall die Einladung für meinen Partner zur Re-Ansage je nach weiterem Verlauf.

Noddy, 01. Januar 2012, um 22:38
zuletzt bearbeitet am 01. Januar 2012, um 23:01

Pikasaufspiel als Strategie entwickeln bezeichnen is schon klasse. :-)

Für mich hat Guy s Möglichkeit 2 eindeutig den größten Charme

[zitat]
2.Möglichkeit:
Klein Trumpf:
Vorteile:
Die Trumpflänge kann am Ende noch was Wert sein.
Man sieht, ob eine Dulle rausfällt, oder jemand abfragt und ob einer Antwortet.
Wird gar nicht abgefragt, fällt das RE leichter.
Wird z.B. an 2 abgefragt, aber ohne Antwort, hat man sehr nützliche Informationen.
Wenn der Abfrager jetzt die Dulle legt, hat man wohl die Trumpfkontrolle und ja auch noch Pik-Kontrolle.
Das RE sollte also gesagt werden, wenn kein Kontra kommt. Ansonsten kann man immer noch womöglich Gegenfragen in einigen Situationen.
Nimmt der Abfrager nicht die Dulle, kommt der Partner wohl ran und das RE sollte bei einem angespielten As leicht fallen. Vielleicht hat er ja auch ein eigenes RE.

Nachteile:
Vielleicht wird hinten von 3 auf 4 abgefragt, mit Antwort. Sicherlich ärgerlich, aber das Spiel ist dann trotzdem noch nicht verloren. Eine Gegenfrage kann man auf Herz oder Kreuz machen.
[/zitat]

Das Spiel is recht nah an einer Erstansage. Es fehlt halt ein Quäntchen Information, wie immer die auch aussieht.
Das Blatt kann aufgewertet werden oder das Kontra kaputtgemacht werden.

EvilNephew, 01. Januar 2012, um 22:55

Dulle wird kaum fallen, da man die Pikasse selbst hat. Für ein Kreuzas und ein Herzas Dulle?
Na ich weiß ja nicht...

Ich bin kein Fan vom Trumpfaufspiel. Ich würde an Position 2 auf ein Trumpfanspiel immer Fux legen, schon für den Lerneffekt, dass ich nicht will, dass dauernd vorbeigeschoben wird. *g*

Tront, 01. Januar 2013, um 01:12

Dieser Thread ist ja zufällig genau 1 Jahr alt.
Habe gerade entdeckt, dass dieses Blatt mein eigenes einmal am Vereinsabend war. Weil ich damals noch nicht bei Fuchstreff registriert war, hatte Guy Fawkes es für mich ins Forum gestellt.

Mich müsste man eigentlich gar nicht fragen, weil ich mit diesem Blatt immer zum Trumpfanspiel greifen werde. Sehe es so wie Leni, Stoni, Guy und Noddy. Ich erhalte für mich die meisten Informationen, um mit diesem Blatt eine mögliche Ansage selbst vornehmen zu können. Oder ggf. ein mittelstarker Partner.

Falls ich einmal damit nicht Trumpf vorspielen sollte, greife ich zur Standkarte also einem Pik-As. Es ist fast immer besser, einen stehenden Fehl, den man selbst auf der Hand hat vorzuspielen, als einen nicht stehenden. Aber damit mein zweites Pik-As nicht frühzeitig Angriffen ausgesetzt ist, spiele ich Trumpf vor. Immerhin habe ich diesmal sogar 8 Trumpf.

Das immer gern beschriebene Horror-Szenario, dass Spieler 2 oder Spieler 3 seine Kreuz-Dame sinnlos einstellt, brauchen wir im Prinzip nicht zu untersuchen, weil dass ja keine sinnvollen Spielzüge wären. Das gilt natürlich auch für das Legen einer Kontra-Dulle für nur 1 - 2 Asse. Kommt leider beides trotzdem gelegentlich noch vor.

Die Gefahr einer stillen Abfrage auf Trumpf sehe ich zwar als gegeben, aber falls man Fehl anschieben würde, kommt eine Anfrage meiner Meinung nach viel häufiger. Entweder, weil Spieler 2 umsonst das Anspiel erreicht hat oder um seinen höheren Kreuz jetzt legen zu können falls er kein eigenes As hat. Oder er ist gar in Kreuz frei und kann abwerfen bei postiver Beantwortung.

Durch ein Trumpfanspiel braucht ein Re-Mann meist nicht mehr als eine Dulle und ein lauffähiges As, um eine Erstansage zu finden. Diese Verteilung ist laut Wahrscheinlichkeit sehr oft gegeben.

Karl_Murks, 01. Januar 2013, um 15:18
zuletzt bearbeitet am 01. Januar 2013, um 15:21

Zitat: "Dieser Thread ist ja zufällig genau 1 Jahr alt."

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Gut, dass Du es schreibst, Tront!
Hatte mich nämlich schon gewundert, dass Leni wieder da ist ...

PS: Spiele wohl auch Karoneun vor.

PapaSpagetti, 01. Januar 2013, um 15:35

Ich finde es beruhigend, dass jemand zum Jahresende noch mal alle alten Freds gegenliest, das gibt dem Begriff 'späte Erkenntnis' eine ganz neue Dimension :)

Kokolores, 01. Januar 2013, um 19:44

Ich spiele das wie Dirk.

Ex-Füchse #16890, 01. Januar 2013, um 19:55

Interessant! Heute würde ich mit diesem Blatt immer zum Trumpfanspiel greifen.

Tront, 01. Januar 2013, um 22:18

Die Meinungen zu diesem Thread sind ja wieder einmal geteilt. Das ist mir nicht neu. Aber ich freue mich immer, wenn ich einige gute Spieler zum Umdenken ihrer Spielstrategie bewegen kann. In diesem Fall eben ein Trumpfvorspiel statt Pik-As.

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