Doppelkopf-Strategien: Abfrage trotz Bedienens

raescha, 06. September 2017, um 13:13

Hatte gestern Abend im Verein Aufspiel mit folgendem Traumblatt:
 Kreuz D, Karo 9
 Kreuz Ass, 10, K, K
 Herz Ass, 9
 Pik 10, K, K, 9
Nachdem Herz-Ass mit 19 Augen und Kreuz Ass, Ass, 9 (mit Re) gespielt waren, fragt mich Pos. 4 still auf Kontra ab und bedient nach Nichtantwort mit Kreuz 9 (8 Trümpfer mit Herz 10, Doppel-Pik Dame und Kreuz 10, 9 Herz König, Single Pik). Ich spielte dann schnell Kreuz 10 nach. Wie sinnvoll findet ihr den Vortrag dieser Kontra-Abfrage?

Towelie-2-, 06. September 2017, um 13:54

Kreuz-DameKaro-NeunKreuz-AssKreuz-ZehnKreuz-KönigKreuz-KönigPik-ZehnPik-KönigPik-KönigPik-NeunHerz-AssHerz-Neun

Juan-Miguel, 06. September 2017, um 13:57

Herz-ZehnPik-DamePik-DamexxxxxKreuz-ZehnKreuz-NeunHerz-KönigPik

spielfreak, 06. September 2017, um 14:03
zuletzt bearbeitet am 06. September 2017, um 14:06

hier fehlt die wichtige Angabe von welchem Spieler das re gegeben wurde, vlt kannst du das ergänzen.
Da hängt zb dein richtiges Nachspiel im dritten Stich von ab. Kreuz 10 ist etwas komisch.
So viel aber schon mal zur stillen Abfrage oder Gegenzögern mit Bedienen auf eine Ansage: keine gute Idee.

akaSilberfux, 06. September 2017, um 14:03

Gefällt mir gar nicht, ein Pikanschub mit Doppelkopfvermeidungs - Pik-König wäre meine Karte der Wahl. Spieler 2 setzt nach der Abfrage wahrscheinlich einen Pik ab und Kontra sammelt nun einen Monsterkreuzstich ein ODER der Partner hält den Kreuz an, Spieler 3 wirft seinen Piksingle ab und der Partner verliert einen Pikstich.

spielfreak, 06. September 2017, um 14:11

ok dann war wohl Spieler 3 Re, sehe es jetzt.
Es ist zu vermuten das er Pik Kontrolle hat mit frei oder Doppelas, wie aka. Keinesfalls die Kreuz 10, zu riskant.

Juan-Miguel, 06. September 2017, um 14:16

Im Nichtantwortfall hat man je nach Tischbesetzung die 90-Absage vermieden oder dazu ermuntert.

Im Antwortfall sind 51 Augen zu Hause, die Position 1-4 ist vorhanden und der Partner hat die Initiative.
Die Position, direkt hinter dem starken Remann zu sitzen, ist ebenfalls vorteilhaft.

Da der Partner wohl auf einen schwachen Blatt sitzt, kommt es vermutlich auf die exakte Blattstärke an.

Der EW des Blattes hängt natürlich davon ab, wie viele mittelhohe Trümpfe dabei sind (viele=gut), wie viele Karovolle dabei sind (1-2=gut) und ob der Pikabgeber eine 9 (ja=gut) statt einer 10 ist.

Je höher der EW, desto eher die Abfrage.

Juan-Miguel, 06. September 2017, um 14:22

Schmieren oder Nichtschmieren kann hier durchaus spielentscheidend sein.
Wenn man über 0 der von mir genannten Minivorteile verfügt, ist die Siegchance jedoch gering und man sollte man die Abfrage wohl sein lassen und die Verdachtsschmierung vornehmen.

worstcase, 06. September 2017, um 16:12

Sehe es wie JM. Die Gegenabfrage kostet nichts. Die würde ich auch mitnehmen.

Kapsun, 07. September 2017, um 09:52

Spieler 1 hat zum Abfragezeitpunkt 41. Wenn Spieler 4 die 10 hat werden es bei Antwort 51. Sofern Spieler 4 trumpfstark ist, kann er durchaus abfragen.

Kreuznachspiel verbietet sich, weil Spieler 2 As gelegt hat. Herznachspiel ist ebenfalls nicht zu empfehlen, denn wenn die Ko nach der Logik "Kontra schmiert bei ungeklärter Partnerschaft" gespielt haben, hat Re-Partner das As. Wäre fatal.

Also bleibt Pik-Schub übrig, in der Hoffnung, dass Pik-Abstich Teil der Re-Ansage ist.

Noddy, 07. September 2017, um 12:25

Von Abfragen die erst durch ne gegnerische Ansage, hier gegen 2 Stiche, möglich werden halte ich nix.

Die Einladung zum Kreuz10- Nachspiel würde ich annehmen, da es ne Standkarte is, wird 2 kaum abwerfen und es is ne ziemlich sichere Möglichkeit den Partner ans Aufspiel zu bekommen.

Tront, 07. September 2017, um 16:15

Bevor ich Kreuz 10 als Re-Mann hier anspiele, eine Farbe, die mein Partner sogar noch mithaben könnte, spiele ich eher Kreuz-Dame und sortiere mich damit auf Trumpf aus. Der gegenfragende Spieler kann diesen Kreuzwert in vielen Fällen selbst blank auf der Hand halten. Hier hätte ein Kreuznachspiel (zufällig) gut funktioniert.

Mein Partner hat aber an Pos. 3 gegen 2 Stiche ein Re gegeben, also sollte er schon nicht ganz trumpfschwach bestückt sein.

Aber Pik-König mag nach jetzt unbeantworteter Gegenabfrage auch gut spielbar sein.

raescha, 07. September 2017, um 16:34

@Tront: mich hat allein die Gestik beider Spieler in der ersten Kreuzrunde (Re-Sager mit schnellem legen der 9 und Gegenabfrager der ewig wartet und dann die 9 legt) veranlasst diese Stehkarte zu spielen. Würde von Deinen Vorschlägen normalerweise das klein Pik Anspiel bevorzugen, weil ich eigentlich nicht die Situation Kreuz D, Fuchs, Herz 10 von meinem Partner sehen möchte.

Tront, 07. September 2017, um 16:46

Auf eine Stichfolge Kreuz-Dame, Fuchs würde ein gescheiter Re-Mann wohl kaum seine Dulle auf diese vorgespielte Partner-Kreuz-Dame verbraten, sondern selbst klein bleiben. Es sei denn, es kann sich diesen Spielzug trotz vorheriger Gegenfrage erlauben, ohne den Spielsieg damit zu gefährden.

Ich lasse ja sogar gelten, dass eine Spiel-Intuition (das Kreuz-Nachspiel) manchmal wichtiger ist, als eine vielleicht rational bessere Spielfortsetzung.

Ich halte die Kreuz 10 als Nachspielkarte zumindest für langfristig spielgefährdender und im höheren Sinne für "nicht partnerdienlich" gespielt. Sein Re kann unterschiedlichste Facetten aufweisen, aber mit 2 Kreuzkarten in seinem Blatt wäre dieses Re oftmals noch gut vertretbar. Hält er den 2. Kreuzwert, dafür aber ein blankes Pik-As, hätten man jetzt den Kontraleuten 2 augenträchtige Stiche, ohne dass sie auch nur einen Spitzentrumpf einsetzten müssten, mit diesem riskanten Nachspiel zukommen lassen.

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