Unterhaltung: Was empfindet Ihr als unsportlich?

Cabeza_doble, 25. April 2018, um 17:19
zuletzt bearbeitet am 25. April 2018, um 17:24

Ausgehend vom inzwischen FT-seitig geschlossenen Thread des dunklen Lords, sowie des parallel laufenden Mannschaftsspiel-Threads, kam mir die Idee, mal auszuloten, was im Online-Doko eigentlich unsportlich ist oder was (vielleicht gerade so) noch geht.
Ich meine damit jetzt keine vom DDV definitiv verbotenen Verhaltensweisen wie Kartenverrat oder nachweisbar absichtliches Schlechtspiel zum Nachteil des Partners oder Spielabsprachen.
Ich denke eher an Dinge, die sich einfach nicht gehören.
Da gibt es ja bei vielen FT-lern ziemlich unterschiedliche Auffassungen.
Ich fang mal mit den Dingen an, die ich selber für (sehr) unsportlich halte.
1. Das, was von Voldemort beschrieben wurde, nämlich eine von einem selbst verursachte Falschabfrage durch ein nachgeschobenes RE oder gar weitere Absagen für die Kontra-Partei noch zu verschlimmern.
2. vom Tisch verschwinden, wenn man eine Grotte auf der Hand hält
3. Jeden Spielzug des Partners (oder auch des Gegners) bekritteln und alle Leute damit irre machen.
4. Durch häufige eigene Unaufmekrsamkeit ständig fehlerhaft abfragen
5. In den Chat schreiben "verklickt" oder ähnlichen Mist, so lange die Lage nicht eindeutig geklärt ist (aber das ist ja auch schon wieder verbotener Kartenverrat)
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Was ich persönlich NICHT unsportlich finde:
1. An- und absagen, obwohl ein Mitspieler mit einem Compi-Partner spielen muss.
2. Ein ungewinnbares Notsolo spielen, sofern dies weniger Nasse verspricht, als das Normalspiel
3. Wenn man selber mal irrtümlich falsch abgefragt hat, bei der ersten sich bietenden Gelegenheit die Alte zeigen. Diesbezüglich gibt es durchaus auch gegenteilige Auffassungen, die sowas sogar als bewusstes Schlechtspiel werten.
4. Das eigene Blatt ausreizen, obwohl ein Mitspieler in den Chat schreibt: "ich wollte gar kein Solo spielen (oder absagen). Das hat der Server gemacht".

Mich würde mal interessieren, wie Ihr das seht und ob es noch mehr Spielweisen gibt, die Ihr als unsportlich wertet.

Tront, 25. April 2018, um 17:48

Bei deiner Aufführung von (sehr) unsportlichen Verhaltsweisen kann ich Dir weitesgehend zustimmen.

Punkt 1 stellt für mich eine ungerechtfertigte Bereichung an Spiekpunkten eiens Gegenspielers dar. Schon allein die Gegenansage und auch jede nachfolgende Tiefabsage halte ich auf eine "erzwungene" Erstansage eines anderen Spielers für grob unsportlich.

Punkt 2, das Verlassen des Tisches mit schelchtern Blättern, ist auch eine Unsitte, die sich nur leider nicht immer mit Sicherheit nachweisen lässt.

Punkt 3 - Jeden Spielerzug zu dokomentieren oder zu "bekritteln" wäre natürlich zu viel.^^ Aber eine gelegentliche (überwiegend sachliche) Bemerkung hielte ich noch für durchaus erlaubt bis angebracht.

Punkt 4 - Versehentliche Falschabfragen sollten große Ausnahmen bleiben. Absichtliche Falschabfragen sollten geahndet werden.

Punkt 5 - hielte ich persönliche zwar für nicht "sehr unsportlich", aber es bleibt trotzdem eine vielleicht gut gemeinte Handlung, die sich ins Gegenteil verkehren kann.

Zu deinen weniger unsportlich aufgeführten Taten:

Punkt 3 bestraft leider den eigenen Partner mit, sodass ich ein Legen der Kreuz-Dame als Aufklärung tatsächlich mindestens als Vorstufe von eigenem Schlechtspiel bewerten würde.

Falls mir so ein Abfragefehler unterlaufen sollte, gebe ich eher ein Re, welches ich nicht verantworten kann, das mag zwar manchmal zu einer nicht geplanten Spielverteuerung führen, aber das laufende Spiel würde zumindest kartengerecht bis zu Ende vorgetragen. Ohne sinnlos gelegte "Aufklärungskarten", die die Siegchancen einer Partei deutlich reduzieren könnten. Das wäre mir persönlich wichtiger.

Besser wäre es natürlich, gar nicht in so eine unglückliche Situation hineinzugeraten!

Die Punkte 1, 2 und 4 finden auch wieder meine Zustimmung.

Octopussy, 25. April 2018, um 19:58

"3. Wenn man selber mal irrtümlich falsch abgefragt hat, bei der ersten sich bietenden Gelegenheit die Alte zeigen. "

Der Knackpunkt ist:

"ersten sich bietenden Gelegenheit"

Sie gleich aufzuspielen, nachdem man über Fehl an den Stich kam, halte ich für Käse.

Sie aber an 4 statt einer Blauen zu legen für statthaft.

Tront, 25. April 2018, um 20:08

Okay, der "Kompromiss" sollte in Ordnung gehen.

Cabeza_doble, 25. April 2018, um 22:07

Ich hab über das Thema "Aufklärungsalte" schon oft diskutiert.
Ich spiele sie nach wie vor, wenn mir mal ne Falschabfrage unterlaufen ist. Ich kann darin nämlich KEIN absichtliches Schlechtspiel erkennen. Die Aufklärung dient ja im Endeffekt nicht nur dem Gegner sondern auch dem Partner. Der weiß doch sonst gar nicht was los ist, sticht mich womöglich ab, schmiert dem Gegner und spielt ihm in die Farbe.

Tront, 26. April 2018, um 00:25

Wenn eine "Aufklärung" zum schlechtest möglichen Zeitpunkt erfolgt, also nach z. B. nach aufgespieltem Herz-AssHerz-KönigHerz-KönigHerz-Neun, weil man sich durch Chatablenkung oder aus anderen Gründen als Ausspieler "verzögert" hat, fände ich nach einer getroffenen Kontra-Ansage mit anschließendem Bedienen von Herz an Pos. 4 eine nachgespielte Kreuz-Dame im 2. Stich als eine Zumutung für den unschuödig mitleidenden Re-Partner.

Mit einem schwarzen Fehlnachspiel würde man sich auch als ein Re-Mann zeigen, natürlich sollte man niemals selbst oder der Re-Partner in diesem Spiel ein Re dagegen geben und man sollte sich n a c h dem Spiel für seine Unaufmerksamkeit am besten beim kontragebenden Mitspieler entschuldigen.

Aber den Spielverlauf negativ zu beeinflussen, gefällt mir halt gar nicht. Aber dieses Thema ist ja nicht neu.

Vielleicht gibt es ja dennoch aktuelle Stellungnahmen hierzu.

NoddyH, 26. April 2018, um 08:38

Wie soll diese Situation entstehen?

Schon das As unter falschen Segeln zu spielen is fragwürdig und niemand hat nach dem Stich plötzlich ne Antwort an 4.

Zu seinen Fehlern sollte man stehen und nicht anfangen drumrumzutricksen.

sk1608, 26. April 2018, um 10:54
Dieser Eintrag wurde entfernt.

EinNulltel, 26. April 2018, um 10:58

Es geht hier nicht um reine Spaß-Runden, sondern um Turniere, wo sich Profis miteinander messen.

Dir als Anfänger kann ich direkt schon mal einen Tipp geben, und zwar mehr anzusagen. 3% Ansagen sind sehr wenig.

Seb1904, 26. April 2018, um 11:42

Man kann ein Spiel auch ernst nehmen. Macht dann auch mehr Spaß.

Klingt komisch, ist aber so.

NoddyH, 26. April 2018, um 11:52

Schwierig 😕
Als ich noch die Glücksspielversion(en) gespielt hatte, war auch Spaß dabei. Nachdem ich nach DDV- Regeln Blut geleckt habe gehört zum Spaß die Ernsthaftigkeit.

Lappen, 26. April 2018, um 11:57

Und dabei merkt man deinem Spiel die Ernsthaftigkeit gar nicht mal an...
(Hihi, ich bin so witzig^^)

Cabeza_doble, 26. April 2018, um 12:18

@sk
Es kann einem auch nur halbwegs gewinnorientierten Spieler aber schon manchmal die Laune verderben, wenn einem der Partner fast jedes Spiel versaut.
Dass man dann mal was sagt, ist in meinen Augen OK und ich finde, wenn eine Kritik in normalem Ton vorgebracht wird, profitiert ein Anfänger sogar davon.
Schrecklich ist nur, wenn der, oft nur selbsternannte, Experte ununterbrochen nörgelt, jeden Spielzug des Partners kritisiert und dann auch noch ausfallend wird (Punkt 3 in meiner Liste).
Da gibts hier ja so einige Leute, die muss ich Monat für Monat erneut sperren.

Octopussy, 26. April 2018, um 16:04

Ein Mindestmaß an Ernsthaftigkeit möchte wohl jeder haben.

Denn wenn jemand bicht mal nach gespielter Kreuzdame weiß, dass dieser Freund oder Feind ist, dann spielt man lieber Skat.

NoddyH, 26. April 2018, um 16:23

Du unterschätzt Skat.

Hase_Hase, 26. April 2018, um 16:59

Pause drücken, wenn die Blase drückt! Angekündigt! Geht's noch?
Sportliche Spieler bereiten sich adäquat vor und reagieren angemessen auf sogenannte menschliche Bedürfnisse.
Noch schlimmer geht nur noch, wenn die Pause direkt verlängert wird, obwohl ich wie ein Depp "SCHNELLER!" hämmere. 👎

Cabeza_doble, 26. April 2018, um 17:15
zuletzt bearbeitet am 26. April 2018, um 17:35

Achtung, Selbstanprangerung!
Dies Spiel#75.455.289 betreffend hätte ich nämlich mal ne Frage im Zusammenhang mit dem von mir genannten Punkt 1.
Schon bevor der erste Stich rumgelaufen war, konnte jeder erkennen, dass die Abfrage von Spieler 1 nicht ernst gemeint war.
Nun sitz ich da mit einer Granate, die ich eigentlich gern irgendwie kommunizieren wollte. Die fehlerhafte Abfrage kam ja nicht von mir und nach dem zweiten Stich war klar, dass auch meine Partnerin unschuldig war.
Ich war mir nicht sicher, ob es nun fair ist oder nicht, noch das RE rauszuhauen, denn die Kontra-Sagerin selber hatte die Situation ja auch nicht zu verantworten, aber bei dem Blatt wollte ich nun auch nicht schweigen.
Also RE.
Meine Kompromisslösung war, nicht weiter abzusagen.
Tja...und dann kam in Stich 6 der Knaller: Ich wurde selber vom WLAN oder dem Server oder der Internetverbindung lahmgelegt..... peinlich.
Aber davon abgsehen: Haltet Ihr mein RE für fair oder macht man das nicht?

Sab0o, 26. April 2018, um 17:19

Sachliche Kritik habe ich gefühlt noch nie im Chat gehört...Mag das ehrlich gesagt auch gar nicht, wenn Leute jeden Spielausgang kommentieren und am Ende mit einem "Kontra???" den Tisch sofort verlassen.
Wenn man etwas anzumerken hat, würde ich eine PN schicken. Das finde ich persönlich besser.
Was ich auch ein bisschen schlimm finde sind die Leute die keine Wolke anmachen, aber wollen, dass ich als Spieler, der sie nicht kennt, antworte...Genau zur Erkennung ist doch die Wolke doch oder nicht?!

Tront, 26. April 2018, um 17:56

@ Afroman - Diese Sitution entsteht dann, wenn der Ausspieler vor seinem 1. Anspiel (vesehentlich) als Re-Mann wartet bzw. zögert.

Jetzt antwortet Spieler 4 in der Regel mit einer Dulle und mindestens einem schwarzen As konventionsgemäß auf die (anscheinend) soeben gestellte stille Kontra-Abfrage.

Und dass ein regulär abfragenden Kontraspieler zunächst sein blankes Herz-As dennoch nach Beantwortung seiner Abfrage anspielt, weil er in einer schwarzen Farbe selbst frei ist, kommt auch regelmäßig vor.

Zumindest würde ich mehr von einer alltäglichen Situation als von einer Ausnahme-Situation sprechen.

Die Ausnahme wäre halt das "verbotene" Zögern!

NoddyH, 26. April 2018, um 19:10

Vom wiederholen wirds nich logischer. 4 antwortet ins zögern oder garnicht, Re kann den Plan ändern wenn schon Zeit vorm Aufspiel verstreicht.

NoddyH, 26. April 2018, um 19:16

Eva, das Re halte ich für legitim, Kontra hat seinen Abwurfvorteil bekommen und man sieht nicht, ob der Abflug nicht während der gewollten Abfrage passierte. Man kann ja aus Kulanz Absagen weglassen.

Ellen23, 26. April 2018, um 23:05
zuletzt bearbeitet am 26. April 2018, um 23:07

Das ist Banane. Es gibt keine Kulanz für falsche Abfragen, da es keine Abfragen gibt.

Unsportlich ist: die Bemerkung: ich habe doch abgefragt, bzw. ich habe nicht geantwortet. Im laufenden Spiel, zum Bleistift.

Legitime Ansagen weglassen, bedeutet der vermeintliche Falschabfrager hat sein Ziel erreicht.

Herzlichen Glückwunsch!

Ellen23, 26. April 2018, um 23:10
zuletzt bearbeitet am 26. April 2018, um 23:17

Es gab mal eine virtuelle "Dame", die fragte auf ihre stille Hochzeit ab Danach behauptete dieselbe, das machen in der Bundesliga alle ;-)

Ellen23, 26. April 2018, um 23:22

Nachtrag: das "unsportlichste" ewwer ist: "keine Abfrage"

SchwillTiger, 29. April 2018, um 12:48

Wenn man überlegt? Warum? Es sagt ja weder aus dass man Re ist, noch das man Kontra ist. Ist doch nix anderes als "Einen Moment bitte!" oder nochmal in den Stich zu schauen..

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