Doppelkopf-Strategien: Re vor dem Aufspiel mit Doppel-Herz10 wann sinnvoll

raescha, 04. Juli 2018, um 13:12

Ich sitze an 4 und alle sind gesund. Was spricht für und was gegen ein Re vor Aufspiel bei folgendem Blatt:

Herz 10, 10, Kreuz D, Herz D, x, x, x
Pik Ass, K, 9
Kreuz K, K

worstcase, 04. Juli 2018, um 13:18

Vorteil: Du hast DD komuniziert.

Nachteil: Dein P streut evtl. eine unnütze Trumpfrunde ein.

raescha, 04. Juli 2018, um 13:28

Viel schlimmer:
Pik mit 25 beim Aufspieler.
Herz steche ich nach Minimalzuppeln ab und spiele schnell Trumpf. Mein Mann hinten hat mit Pik Dame und einem Kreuz Ass zu dritt (was auch hielt) keine 90 gesagt. Seine 'Keine 90' hatte aber Null Chancen.
Er hatte 5 Trumpf und spielte dann klein Herz worauf ich sogar noch meinen zweiten Kreuz König billig los wurde.

akaSilberfux, 04. Juli 2018, um 17:45

Spieler 1 schiebt keinen Fehl nach links.

NoddyH, 04. Juli 2018, um 17:47

Falls er der Partner is 😄

AEG123, 04. Juli 2018, um 18:26

1 Partner spielt nicht nur keinen Fehl nach links sondern lässt zunächst die Finger von nem Gammel Ass
2 der angeschobene Spieler zb an 2 kann sich zeigen .Gut für Absagen
3 der angeschobene Spieler an 3 kann als Partner mit Single Ass tauchen und sogleich Position herstellen
3 Partners Pikdame wird oft zum Joker
4 Partner mit Aufspiel kann Trumpf spielen
Du siehst danach automatisch ob er ne blaue hält und musst auf Asse die jetzt folgen nicht grenzwertig fragen sondern kannst entspannt abwerfen oder den höheren Wert buttern

Wenn man das Re ohnehin auf jeden Verlauf gibt dann sollte man es auch gleich geben

Nachteile ergeben sich eher wenn man aufs Re verzichtet weil der Partner irgendwie raten muss

Tront, 04. Juli 2018, um 20:05
zuletzt bearbeitet am 04. Juli 2018, um 20:06

Da stimme ich zu 100% Spieler AEG123 zu.

Schon allein, dass mein eigener Partner Fehl zum Gegner anschieben könnte, lässt mich dieses Vorab-Re sofort richtig erscheinen und erübrigt für mich im Prinzip jede weitere Diskussion.

Ein Kontraspieler, der zufällig einmal Trumpf freiwillig anspielt, ist in meiner Spielpraxis nämlich sehr selten anzutreffen. Vermutlich sogar generell.

Re-Leute, die zum einen berechtigt oder auch einmal unberechtigt Fehl anschieben, gibt es dagegen zuhauf.

Die weiteren vorteilsbringenden Argumente für ein Vorab-Re sind schon von anderer Seite (AEG123) erfolgt.

Dass ein MItspieler auf ein Vorab-Re seinen Partner mit Tiefabsagen "überfällt", kann ich kaum nachvollziehen. Unberechenbare Mitspieler treffen ihre Tiefabsagen oftmals aus nicht nachvollziehbarem Grund.

Dabei ist es dann meist egal, ob man ein Asse-Re oder ein Vorab-Re ausspricht!

Ein Vorab-Re beschreibt in meinen Augen zunächst einmal nur eine Doppeldulle incl. eines mehrheitlich lauffähiges Anspiel-Asses. Alles andere wie Frabfreiheit oder Trumpflänge wäre ein Bonus und kann durch ein- oder mehrmaliges Zögern oder ein schnelles Weiterspeilen gut kommuniziert oder auch ausgeschlossen werden.

Die vom eigenen Partner nun zu erwartende 1. Trumpfrunde mag zwar die "Flexibilität der Gesamtblattstruktur" der Re-Partei einschränken, also es gibt tatsächlich einen minimalen Nachteil, den sogar ich erkenne (^^), aber die übrigen Vorteile wiegen diesen Nachteil meines Erachtens bei weitem auf.

Zumindest ist dies meine Auffassung dieser immer wiederkehrenden Spielsituationen.

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