Unterhaltung: Diskussion über eine Grundsatzfrage!?

Tront, 07. November 2019, um 23:22
zuletzt bearbeitet am 07. November 2019, um 23:35

Aus einer privaten Runde des heutigen Abends.

Spieler 1 spielt im Normalspiel seine Dulle ohne Ansage vor.
1. Stich: Herz-ZehnKaro-NeunHerz-BubeKaro-Ass

So weit - so normal, was die Stichfolge angeht.

Der Re-Partner an Pos. 4 hält exakt diese Karte:
Herz-ZehnKreuz-DameKaro-DameKaro-BubeKaro-AssKreuz-ZehnKreuz-ZehnPik-ZehnPik-KönigPik-NeunHerz-KönigHerz-Neun
1. Sollte man das sofortige Re auf die vorgespielte Dulle des Partners geben?

a) ja, alles andere wäre falsche Blattbeschreibung
b) zumindest wäre ein nicht sofort gegebenes Re eine Ungenauigkeit
c) kein vorzeitiges Re ist Geschmackssache
d) das vorzeitige Re wegzulassen, gilt als gut spielbar
e) das vorzeitige Re wegzulassen, gilt als optimal

Szenario 1:
2. Hat nach zunächst ausgelassenem Re von Pos. 4, dieser Spieler nach einem gegebenem Partner-Re nach Durchlauf von Pik-As mit keine 90 zu erhöhen?

a) ja
b) vielleicht
c) nein

Szenario 2:
3. Hat nach abgestochenem Pik-As ohne Re des Ausspielers, der Re-Partner noch ein Re zu geben?

a) ja
b) vielleicht
c) nein

Viel Spaß mit diesem kleinen Fragenkatalog!

Die Auflösung dieses Spieles folgt!

Octopussy, 07. November 2019, um 23:55

1a

Mein partner hat einen Plan. wer meint mit dem Blatt einen besseren Plan zu haben, soll ihn mal hören lassen.

2 verstehe ich nicht...
Herz-ZehnKaro-NeunHerz-BubeKaro-Ass
RePik-AssxxPik-Zehn

Also zu dem zeitpunkt ja auf keinen Fall.... erstmal schauen was im dritten passiert. Aber da gehen die Probleme ja schon los (weiter).

3 nein. Dann kann ich es auch gleich geben (was ich ja ohne hin tun würde).

Sekuendchen, 08. November 2019, um 02:39

Für mich immer eine Pflichtansage also 1a.

worstcase, 08. November 2019, um 12:44

Die Frage 1 ist für mich nicht klar zu beantworten. Für die Fragen 2 und 3 gilt ein klares Nein.

Ob Pos. 1 einen Plan hat oder nicht, sei mal dahin gestellt. Er hat ein Dullenaufspiel. Nicht mehr und nicht weniger. Somit ist sein Blatt limitiert. Bei einem nur 7 Tr, ohne Ass Dullenanspiel von Pos1 gebe ich dem Spiel mit der eher sehr schlechten Fehlkonstellation und unterdurchschnittlichen Trumpfanzahl von Pos 4 eine Siegchance von max. 10 %. Ich brauche also für das Re einen Zusatzwert (Zusatzstich). Es hängt mal wieder von der Annahme ab, was ich so einem Dullenaufspiel nach oben geben darf.

Ich kann mit beiden Varianten leben.

THHEO, 08. November 2019, um 14:43

1f bzw 1g
1f)
re erst mit legen der eigenen karte

im normalfall gehört das re bei eigener dulle ja sofort gesagt, sobald die p-dulle ausgespielt ist.
ich finde hier das re erst mit / nach legen des eigenen fuxes einen vernünftigen kompromiss.
1g)
angezögertes legen der eigenen karte
ein kontrazögern kann es ja bei legen eines fuchses kaum sein (wie soll denn eine kontrakarte gegen ein dullenvorspiel mit so wenigen trümpfen aussehen??)
so wird dem dullenausspieler signalisiert, dass da irgendwas los is. er kann also nach dem ersten stich nochmal zögern und spieler 4 antwortet jetzt

Salem, 09. November 2019, um 21:05
zuletzt bearbeitet am 09. November 2019, um 21:18

1a,2c,3c

Ich gebe das re immer. Zuverlässigkeit und richtige Blattbeschreibung finde ich im Doko enorm wichtig. Was soll passieren? Zur Not verliert man halt. Dieses re nicht zu geben finde ich persönlich richtig übel.

Finde es auch schwer zu verstehen, warum ich bei der Kontraabfrage quasi immer antworten soll und hier dem Partner Entscheidungsfreiheit eingeräumt wird. Das Dullenaufspiel sollte verlässlich sein und auch bleiben.
Ich bin kein Freund davon als 5-Trümpfer die Dulle zu setzen (auch hier gab es schon Diskussionen dazu) und auch kein Freund davon, das man nun die Antwort verweigert.
Korrektes Dullenaufspiel....korrekte Antwort. Wenns daneben geht kann ich die 2 Punkte verkraften.

SchwillTiger, 09. November 2019, um 21:24

Kontraabfrage ist ein gutes Beispiel:

Da antwortest du ja auch nur mit Dulle plus Ass.

Salem, 09. November 2019, um 21:32

Egal welche kontra-Abfrage,Schwill. Ich antworte immer, wenn ich die Voraussetzungen erfülle. Dieses Vertrauen sollte beim Dullenaufspiel ebenfalls da sein und ein verlorenes Spiel wäre für mich kein Grund, davon abzuweichen.

Octopussy, 09. November 2019, um 21:50

Wie sagte ein wieser DoKo-Spieler einst: "Es gibt kein IMMER!".

ich bin übrigens noch unentschieden. diskustieren sollte erlaubt sein und starres Festhalten an irgendwelchen Mustern ist vermutlich nicht max EV, dafür aber KISS. Muss man sich halt fragen, was man lieber spielt.

Aber eine Frage sollte erlaubt sein:

gehen Spiele verloren, dadurch dass man nicht antwortet?

Tront, 09. November 2019, um 23:44
zuletzt bearbeitet am 09. November 2019, um 23:45

Vielleicht gehen dadurch selten ganzen Spiele verloren, jedoch mögliche Trumpfvolle des dullen-aufspielenden Partners.

Ich würde zumindest bei "Nichtsofortbeantwortung" trotz Dulle nun die andere Dulle stets der Kontraapartei zuordnen.

Ein 2-trümpfiger Re-Mann sollte stets die Dulle dazuzulegen, wie sich ein 3-trümpfiger Re-Mann am besten verhalten sollte, seine Dulle dazulegen, um einen Trumpfaussteiger zu haben oder Re sofort geben oder gar nichts unternehmen, das können wir gern als Erweiterung noch diskutieren!

Salem, vor ungefähr 8 Stunden

Tront, löst du das Spiel noch auf?

Tront, vor ungefähr 2 Stunden

Sorry, da habe ich mir je diesmal sehr viel Zeit gelassen.
Der Re-Partner an Pos. 4 sagte trotz seiner Dulle kein sofortiges Re auf die ausgespielte Dulle, da er der Meinung war, der gelegte Fuchs würde seine Sitzpostion ausreichend gut beschreiben.

Zudem wollte er mögliche Partner-Asse zeitnah sehen, um nach deren Durchlauf ein Re zu geben, sofern der Dullenvorspieler kein eigenes Re geben sollte.

Folgt ein naheliegendes Trumpfnachspiel, würde er dieses Re zum letztmöglichen Zeitpunkt geben wollen und bei möglicher Trumpfannahme seine Dulle zur Übernahme seines Stiches legen oder ggf. vorspielen, wenn man den ersten Trumpfstich preiswerter bekommt.

Angeblich könne er auf eine mögliche Dulle auch vom Ausspieler mittels Zögern abgefragt werden?!

Klingt z. T. nachvollziehbar, nur halt nicht wirklich für mich!

Wie bereits zuvor beschrieben, wäre dies nicht meine Spielweise. Der Partner könnte unnötig Trumpfvolle verlieren und richtet sein Spiel zunächst gegen eine Dulle ein.

Nun lief im 2. Stich das besetzte Pik-As eines Achttrümpfers mit (noch) Re durch. Der Dullenvorspieler hielt in jeder Farbe halt einen kleinen Abgeber.

Der Re-Partner erhöhte im 3. Stich nicht, nahm aber den 2. Trumpfstich, also den insgesamt 3. gespielten Stich selbst mit der Dulle mit.

Später gewann die Re-Partei zu 86 Augen.

Und außer mir hat im Prinzip niemand meiner Mitspieler dieses bewusst nicht vorzeitig gegebene Re moniert.^^

Schade, dass Pik-As nicht herausgestochen wurde!

Keine Ahnung, welche Partei dann mit welchen ausgelassenen Ansagen dann gewonnen hätte!

Ein sofort auf die Dulle gegebenes Re v e r b i e t e t auch keine gut anzuspielenden Asse des Ausspielers, aber der Informationsgehalt eines sofortiges Res käme der stärkeren Partei zugute.

Schade, dass sich zu dieser Spielsituation nicht mehr Spieler gemeldet haben.

Alles selbstverständlich oder alles beliebig?

Im Gegensatz zur stiller Kontraabfrage benötigt die "automatisch stärkere" Re-Partei nicht zwangsläufig ein lauffähiges As nach einer vorgespileten Dulle oder einer großen Re-Abfrage an den Pos. 3 und 4, sondern nur die andere Dulle als Spitzentrumpf.

Das habe ich ich zumindest so gelernt oder mir selbst so beigebracht.^^

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