Doppelkopf-Strategien: Mit Trumpf eröffnen oder nicht?

idaad, 08. Februar 2020, um 18:21
zuletzt bearbeitet am 08. Februar 2020, um 18:22

Auch wieder eine bereits 1000fach geführte Diskussion: Ab welcher Blattstruktur eröffnet man (als re) mit Trumpf?
Beispielblatt:

Kreuz-DameHerz-DamePik-BubeHerz-BubeKaro-BubeKaro-AssKaro-ZehnKaro-NeunKaro-NeunKreuz-ZehnKreuz-KönigHerz-Neun

Octopussy, 08. Februar 2020, um 19:17

Ich spiele Trumpf. Als 9 Trümpfer ist man fast immer der Längste. Trumpfrunden können einem nicht schaden.

Twindalli, 08. Februar 2020, um 20:39
zuletzt bearbeitet am 08. Februar 2020, um 20:39

Was hat dir der arme Spieler an 2 getan?
Ich spiele Herz-Neun. Ich will im Ansagezeitraum hinten sitzen und will nicht nur Pos4 stärken.

Lappen, 08. Februar 2020, um 23:52

Wenn ich Fehl schiebe, dann jedenfalls ganz sicher nicht meinen Single.

Salem, 09. Februar 2020, um 00:01

Ich spiele auch Trumpf. Wenn ich sowieso ein re geben werde, dann nehme ich ganz gerne auch ne Dulle dafür aus dem Spiel. Ich beschreibe mein Blatt richtig und werte mit der eventuellen Leerdulle mein Blatt auf. Ich kann eh nicht auf 90 abfragen und warum nicht aus der Stärke heraus agieren.

Salem, 09. Februar 2020, um 00:19
zuletzt bearbeitet am 09. Februar 2020, um 00:20

Ich wil es nochmal anders ableiten:

Das Trumpfaufspiel macht für kontra fast nie Sinn. Mit einem guten Blatt frage ich als Kontra ab und mit einem Schlechten bin ich mit Fehlanschub besser dran.
Hier möchte ich früh den Partner finden, ich bin an Absagen interessiert.
Mit einem Fehlanschub werde ich schwerlich die 90 finden und das kann nicht in meinem Interesse sein.

Tront, 09. Februar 2020, um 00:28

Wenn spieltaktische Überlegungen keine Rolle spielen, eröffne ich diese Karte stets mit Trumpf.

Zum einen stärke ich meine eigene Karte durch "willkürlich ausscheidende Kontra-Dullen", zum anderen ermögliche ich in anderen Speieln meinem Re-Partner gelegentlich eine Erstansage. (Eine eingesetzte Re-Dulle plus einem lauffähigem As sollte dafür bereits ausreichen).

Sollte ich einmal Fehl mit dieser Karte aufgrund spielstandstechnischer Gründe anspielen müssen, dann wähle ich den Single-Herz, um mir in Kreuz eine Flexibilität der Werte zu erhalten.

Twindalli, 09. Februar 2020, um 01:02

Wir waren uns doch einig, dass man Dullen als Kontra nicht leer setzt. Also warum sollte eine Kontradulle willkürlich ausscheiden, wenn ich Trumpf ausspiele.

Ossi, 09. Februar 2020, um 01:11

Dann ist das Trumpfauspiel ja noch besser, jetzt kommt Re doch fast sicher ans Aufspiel.
P.S. Wer ist wir?

Tront, 09. Februar 2020, um 01:12

Vielleicht waren wir beide uns einig, aber spielst du ständig mit einer best-möglichen Tischbesetzung?

Und manche eingesetzte Kontra-Dulle scheint ja in Ausnahmefällen noch soeben berechtigt zu sein.

Schwächere Spieler "vergessen" oft zunächst still abzufragen und legen ihre Dulle für 1 - 3 zu spielende Asse relativ häufig.

Ab welcher Trumpflänge spielst du denn selbst Trumpf an, Twindalli? Es blieben ja quasi nur noch die Fälle mit 10 oder 11 Trümpfen übrig.

Nach der Standard-Aussage "Was hat mir Spieler 2 getan" müsstest du lediglich als 12-Trümpfer zu Trumpf greifen.

Das kann ich mir aber nicht ernsthaft vorstellen!

Twindalli, 09. Februar 2020, um 01:17
zuletzt bearbeitet am 09. Februar 2020, um 01:28

@Ossi: Wie kommt da Re fast sicher ans Aufspiel? Das macht mich neugierig.
PS: Natürlich der consensus omnium bonorum

Twindalli, 09. Februar 2020, um 01:20

@Tront
Die Länge ist für mich weniger entscheidend als die Trumpfstruktur. Ich spiele Trumpf auf, wenn ich mir sicher bin, auch mit einem unterdurchschnittlichen Partnerblatt an 2 und 3 zu gewinnen.

Bei dem eingestellten Blatt habe ich Zweifel, mit einer Trumpfleiche an 2/3 zu gewinnen, wenn Kreuz vor Pik gefunden wird. Ich habe vermutlich noch mehrere Gelegenheiten, Spieler 4 stark zu machen, und mache mir am wenigsten Sorgen, mit ihm zu gewinnen.

Twindalli, 09. Februar 2020, um 01:22
zuletzt bearbeitet am 09. Februar 2020, um 01:23

Last one: Wenn ihr davon ausgeht, dass Kontra gleich seine Dulle rausballert, um ein kaputtes As spielen zu können, müsst ihr ebenso in Betracht ziehen, dass euer Partner im ersten Stich seinen einzigen hohen Trumpf schrottet.

Karo-NeunKaro-ZehnKreuz-DameHerz-Zehn (-23)
Kreuz-Ass
GEIL

Tront, 09. Februar 2020, um 01:50

Für fehlerhaftes Einstellen der Kreuz-Dame meines Partners kann ich nicht haftbar gemacht werden.^^
Abgesehen advon, ist das etwas wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Eine leer gesetzte Dulle ist zwar meistens speilschwach, sie macht aber zumindest ihren Stich. Evtl. eragben sich sogar noch Folgestiche.

Eine planlos gesetzte und damit freiwillig eingestellte Kreuz-Dame wäre in meinen Augen dagegen fast meldepflichtig für die Schiedrsichter.^^

Es stimmt zwar, dass das gelegentlich passiert, aber mein Partner soll Kreuz-Dame bitte nur dann einsetzen, wenn es Sinn macht.

Solange ich nicht Trumpf mit eigenem Re im 1. Stich ausspiele, darf mien Partner selbst entscheiden, wie er vorgeht unter der Bedingung, dass er in der Lage sein sollte, mindestens einen Stich, besser natürlcih mehrere Stiche im Laufe des Spieles zu erzielen. Dazu eignet sich ein Aufbehalten seiner Kreuz-Dame in der Regel schon.

Apropos GEIL:
Herz-Neun Ausspiel - stille Abfrage von Pos. 2 nebst Antwort von Pos. 3

Pik-KönigHerz-AssHerz-Neun nebst 2. Pik-AssPik-Zehn ist ähnlich unangenehm für die eigene Karte.

Fäscherlicherweise glauben allerdings viele gute Spieler, es würde fast ausschließlich auf Trumpfausspiele still von Kontra abgefragt.

Weit gefehlt. Dem Kontramann, dem seine Dulle nach einem Fehlan- oder Fehlnachspiel erhalten bleibt, fragt auf Farbfreiheit oder Postionsvorteile ebenso gern still ab.

Octopussy, 09. Februar 2020, um 04:03
zuletzt bearbeitet am 09. Februar 2020, um 04:04

Dass Tront Trumpf spielt und dadurch Partei bekennt ist hinreichend bekannt. Diskussionen erübrigen sich mMn.

Wenn jetzt die Mehrheit Trumpf spielt, dann sollte man ins Grübeln kommen.

Single schieben scheidet komplett aus.

Octopussy, 09. Februar 2020, um 04:05
zuletzt bearbeitet am 09. Februar 2020, um 16:25

"Alte an 2, Spiel vorbei". Da bin ich ganz bei Tront. Große Abfragen bilden die Ausnahme

Lappen, 09. Februar 2020, um 08:21
zuletzt bearbeitet am 09. Februar 2020, um 08:24

"Wenn ihr davon ausgeht, dass Kontra gleich seine Dulle rausballert, um ein kaputtes As spielen zu können, müsst ihr ebenso in Betracht ziehen, dass euer Partner im ersten Stich seinen einzigen hohen Trumpf schrottet."

Da hatter ja nu nicht ganz Unrecht Leute.
Bei seinen taktischen Überlegungen sollte man wohl eher nicht davon ausgehen, dass der Partner alles richtig und der Gegner alles falsch macht. Oder zumindest sollte man sich dann jedenfalls nicht wundern, wenn sich die Realität häufiger mal den eigenen Vorstellungen verweigert.

Phrasenschwein, 09. Februar 2020, um 09:10

Die Realität ist eine Illusion, die durch Alkoholmangel hervorgerufen wird.

Fufa, 10. Februar 2020, um 12:16

Argumentation 'Was hat dir der arme Spieler an 2 getan?' ist ja bekannt. Nur kann die ja nicht für jegliche Trumpfstruktur/-länge gelten.
Wenn man von verständigen/guten Mitspielern ausgeht wird auch kaum die Kontradulle leer gesetzt oder gar die Kreuz-Dame an 2 oder 3 unter eine Dulle gesetzt.
Ich halte hier Trumpfausspiel für die beste Lösung:
a) man bekommt ggf. Informationen wo ko sitzt (durch Frage eines Gegners)
b) bei 9 Trumpf und schwarze Farbe frei erreicht man, dass die Gegner in Trumpf gekürzt werden
c) man bringt oft auch einen Partner an 3 oder 4 ans Aufspiel (der sich bei blanken Assen und Fehlschub durchaus auch denken kann 'was hat dir der arme Mitspieler an 4 getan?)

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