Doppelkopf-Strategien: Abfragen trotz Bedienens? Ja, Nein oder Jein?

makri, 01. August 2012, um 12:06

Ausm Parallel-Fred kopiert, da mich hier alternative Meinungen und Argumente interessieren. Wie handhabt ihr das Thema Abfragen trotz Bedienens?

Ich habs mir
komplett abgewöhnt, bei allen Farben auf der Hand abzufragen. Eben um RE
nicht in die Schuhe zu helfen.

Wie handhabt ihr das und warum?

Gibts Ausnahmen? Z.B. an Pos. 2 wenn ich Dulle und Asse in den
anderen beiden Farben halte? Oder gerade da nicht, weil Gegner dann
sogar eher die Erstfarbe nachspielt oder mich zu ner Leerdulle zwingt.

Und wie siehts aus, wenn ihr zwar die angespielte Farbe nicht stechen könnt, aber eine andere?
(Da frage ich durchaus mitunter ab, weil ich ansonsten bei nem Folge-As schon auf 90 fragen müsste oder evt. meinen P absteche)
Ändert sich etwas, wenn ich in einer (schwarzen) Farbe Doppel-As halte?

Bin gespannt auf Meinungen.

Stoni, 01. August 2012, um 12:15

Mit allen Farben auf der Hand abfragen? ... vielleicht mit Abwurfvorteil 10, 9 ... aber auch nicht berauschend ... sehe ich momentan eher nicht ...
x, AsAs, x ... hhm ... vielleicht ... aber auch hier ... sehe ich nicht den rechten Vorteil ... höchstens um Absagen einzuleiten ...
Man muss immer bedenken, dass man bei Abfragen dem Gegner hilft, sich die 3-4 Fehlverlierer sowie 2-3 Trumpfstiche zuzuschustern ...

Sinn macht es eher an 4, um einen Single anzuzeigen und ein gutes Nachspiel zu bekommen ... man muss es sich aber leisten können, dass re ungünstig nachspielt ... also am Ehesten dann, wenn man eh das kontra hat und durch Partnerfindung die 90 bekommen kann.

THHEO, 01. August 2012, um 14:06

meine lieblingsabfrage trotz bedienens (bei - ja, klar - entsprechender blattstärke) ist mit einer blanken 9:
- bekomme ich keine antwort, vermutet dieser gegner einen weiteren fehl dieser farbe und spielt sie ggf. deswegen nach, wie von mir gewünscht
- bekomme ich eine antwort und gebe TROTZDEM nur eine 9, erkennt mein partner so, dass ich in dieser farbe einen single hatte und spielt die farbe ggf DESWEGEN nach, wie von mir gewünscht

ali, 01. August 2012, um 18:08
zuletzt bearbeitet am 01. August 2012, um 18:09

Wenn ich mit Bedienen abfrage, bin ich über Trumpf erreichbar.

Tront, 01. August 2012, um 21:02

Wenn ich alle Farbenbedienen muss, frage ich ungern an Position 2 und 3 ab, da die Gegenpartei mindestens die gleichen Informationen wenn nicht sogar bessere erhält.

An Position 4 mache ich es manchmal, um dem Ausspieler ( meinem 1/3-Partner) eine bessere Fortsetzung des Spieles unsererseits zu ermöglichen.

Beispielblätter dafür:
Herz-ZehnHerz-ZehnHerz-DameKreuz-BubeHerz-BubeKaro-BubeKaro-AssKaro-KönigKreuz-AssKreuz-NeunPik-KönigHerz-Ass
Herz-ZehnPik-DameHerz-DameKaro-DamePik-BubePik-BubeKaro-ZehnKaro-NeunKreuz-AssHerz-AssHerz-KönigPik-Neun

In beiden vorliegenden Fällen frage ich Spieler 1 auf sein vorspieltes Pik-As still ab. Falls er mein Partner sein sollte, folgt nun kein (vielleicht sonst geplanter) Fehlanschub einer übrigen Farbe, sondern es kommt Pik nach, den ich nach Beantwortung der Abfrage ja noch anzögern kann oder ggf. Trumpf und ich kann meine verbliebenen Asse selbst spielen bzw. im 2. Fall die gegnerische Dulle scheidet vor mir aus, was ebenfalls unsere Siegchanchen deutlich vergrößert.

Die Gegenpartei jedoch erfährt im Ansagezeitraum noch nicht, ob ich eine Farbe vollständig kontrolliere und tut sich nun mit der Erstansage deutlich schwerer.

Talentfrei, 26. November 2012, um 01:24

https://www.fuchstreff.de/spiele/18515431

Fast eins von Tronts Beispielen.
Die Abfrage verliert das Spiel, selbst bei dieser Blattstruktur.

Tront, 26. November 2012, um 01:37

Nicht ganz eins von meiner Beispielen würde ich sagen, trotzdem aber sehenswert. Nur, dass ich hier an Position 2 nicht abfragen würde, jedoch schon eher an Position 4, damit mein Partner eben kein Fehl zu Spieler 2 anschiebt. Hier liegt jetzt irgendwie genau das Gegenteil vor.

Jetzt ist nämlich nach einer Abfrage ein Kreuz-Nachspiel eben nicht mehr Kontra, sondern ein gegnerischer Spielzug, der legalisiert ist, würde ich meinen. Jedoch führt gerade dieses zunächst nur von Kontra vorgenommene Nachspiel Spieler 2 jetzt in die Irre. Deshalb frage ich auch nicht mit dm Blatt ab.

Selbst ein folgendes Trumpfanspiel schädigt meinem Blatt weniger als ein nach Abfrage entstandener Kreuzstich. Jetzt muss ja ein Re-Spieler fast zwangsläufig frei sein, weil eben keine Augen in den ersten Kreuz-Stich fallen.

Aber Ähnlichkeiten zu meinem Blatt liegen natürlich vor, nur halt an anderer Sitzposition. Dies halte ich für nicht unwichtig, war es ja auch nicht.

Talentfrei, 26. November 2012, um 01:41

Hatte den Beitrag gar nicht ganz gelesen *schäm*
Hast natürlich recht mit der Sitzposition.

Southern, 26. November 2012, um 09:50

Herz-ZehnHerz-ZehnPik-DameKaro-DameKreuz-BubeKreuz-BubeHerz-BubeKaro-ZehnKreuz-AssPik-AssPik-NeunHerz-Neun

Mein Blatt gestern an Position 4.

Vor mir liegt Herz-AssHerz-KönigHerz-Ass. Ich fand das in dem Augenblick ganz schick und frage ab, da ich ja über Trumpf jederzeit erreichbar bin. Ich bekam auch das Kontra zu hören und lege meine Herz-Neun dazu.

Unschick war danach, das mein Partner an 1 erneut Herz aufspielte, wo ein Kontramann seinen blanken Kreuz-Königentsorgen konnte.

Gewonnen haben wir das Spiel zwar noch, aber ein wenig gefrustet war ich schon.

Meine Partnerin meinte, sie wusste nicht, das nach dem 1. Stich Trumpf auf den Tisch gehört. Aber ist das nicht eigentlich logisch?

Karl_Murks, 26. November 2012, um 14:38

@ Southern: Herz nach ist doof, und daher sollte die logische Konsequenz Trumpf sein.

@ TF: 4,1 sec. bis zu Deinem ersten Kreuz-Ass sind doch 'ne klare stille Frage - für Deine Verhältnisse jedenfalls.
An Hermis Stelle hätte ich sofort Kontra gebrüllt!
Wusste gar nicht, dass Du auch unzuverlässig kannst ;)

Southern, 26. November 2012, um 14:53

Ups... Nicht Kontramann sondern Remann... Sry...

Tront, 26. November 2012, um 14:59

@ Southern
Ich würde wohl auch mit Trumpf als dein Partner fortsetzen, obwohl du nicht zwingend die Doppel-Dulle halten musst. Einen kompletten oder nicht stehenden Herz nachzuspielen ist manchmal wegen möglicher blanker Abwürfe der Gegenspieler gefährlich.

Andererseits erhältst du durch ein Herz-Nachspiel selbst die Chance, noch einen Abwurf in einer anderen schwarzen Farbe vorzunehmen, falls dein Blatt anders strukturiert ist als das vorliegende mit 2 eigenen Ausspielassen.

akaSilberfux, 26. November 2012, um 22:12

Die Abfrage wird nicht darauf aufbauen, daß der Aufspieler Herz nachspielen kann. Von 1 nach 4 würde ich in den meisten Fällen Trumpf favorisieren, damit der starke Spieler wenigstens einmal einen Trumpf an Pos. 4 zu sehen bekommt.

Abfragen mit Bedienen verspricht für mich eine starke Hand, bei der die Informationen für die Gegenpartei weniger schwer wiegen, als die Information über die Stärke.

Southern, 26. November 2012, um 23:39

War meine Abfrage denn ok?

Tront, 26. November 2012, um 23:52

Aus meiner Sicht immer. Falls Spieler 1 nicht antwortet, wird er in der Regel jetzt Spieler 2 anschieben, der zu 50% dein Partner ist. Der wird das Kontra auf sein schwarzes As jetzt aufgrund deiner Abfrage geben und ihr gewinnt meistens das Spiel. Auch er hat jetzt bessere Fortsetzungsmöglichkeiten in diesem Spiel als ohne deine vorgenommene Abfrage.

Im ungünstigsten Fall kommt jetzt ein Re-Mann ans Anspiel, der sich seine Ansage aber zweimal überlegen muss. Die schwarze Farbe kann vom abfragenden Spieler herausgestochen werden und große Trumpfstärken bringt keiner der Re-Spieler voraussichtlich mit. Also kann ich mit der Abfrage deutlich mehr gewinnen als verlieren.

Die Hauptidee der Abfrage ist für mich, Spieler 1, der zu 1/3 aller Spiele dein Partner ist, zum Trumpfanspiel zu bringen. Das geht nur über eine Abfrage, anders hätte er wohl einen schwarzen Fehl zur Gegenpartei geschoben, so spielte er zwar Herz nach, aber das war immer noch besser als ein schwarzer Fehlanschub zum Gegner, da er ja ohne deine Abfrage noch nichts von eurer Partnerschaft wissen konnte.

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