Doppelkopf-Strategien: Ab welchem Zeitpunkt spielt man dieses Bubensolo?

Tront, 21. November 2012, um 12:18

Vereinsmeisterschaft 14. (von 15) Wertungsturniertagen
Spiel 11 und noch ohne Pflichtsolo. Im Normalspiel Sitzpostion 4
Folgende Karte:
Kreuz-BubeKreuz-BubePik-BubeHerz-BubeKreuz-AssKreuz-AssKreuz-ZehnKaro-ZehnKaro-DameKaro-NeunPik-ZehnHerz-König
Ich habe mich recht spontan für ein Bubensolo entschieden mit geringerer Gewinnchance, aber um vielleicht ohne Kontra zu entkommen.

a) ich spiele das Solo gar nicht
b) ich würde es frühenstens ab Spiel 16 erwägen
c) ich spiele das Solo jederzeit in einer Runde mit offenem Pflichtsolo
d) ich spiele das Solo jederzeit sogar als Lüstling

Wie hoch schätzt ihr die Gewinnwahrscheinlichkeit tatsächlich ein?
Spielt ihr es in Spiel 11 der laufenden Runde?
Ist der Erwartungswert für das Normalspiel oder für das Solo höher?
Wie wahrscheinlich ist das Finden einer Ansage für die Gegner?

Ich würde mich sehr für eure Gedankengänge interessieren!

Ex-Füchse #15119, 21. November 2012, um 12:37

Das Normalspiel erscheint mir relativ Neutral zu sein. -1 bis -2 vielleicht, da bei einem durchschnittlichen Partner wohl Absagen für Re schwierig werden. Sonderpunkte wird es auch nicht hageln...
Das Bubensolo steht und fällt wohl mit Karo.
Die Chance, dass ich einen Stich mit der Karo 10 mache kann ich nur schätzen, wird wohl nicht allzu hoch sein... vielleicht 30%(?)
Auch noch in Abhängigkeit von der Bubenverteilung.
Was mir nicht gefällt, ist dass ich wohl immer ein Kontra reingedrückt kriege und wohl nie das RE finde...
Ich würde wohl zu b) tendieren, bin aber gespannt auf ausführliche Rechnungen...

Stoni, 21. November 2012, um 14:11

bc) Das Solo interessiert mich.
Neben der Möglichkeit den 3. Karo als Stich zu entwickeln habe ich auch noch die Chance, 5 Abgeber unter 120 halten zu können.
Beide Taktiken sind allerdings gegenläufig. Den 3. Karo bekomme ich wohl am besten, wenn ich meine Gegner durch Buben, Kreuz verkürze und Abwürfe ermögliche.
Klein halten kann ich die Abgeber natürlich am Anfang am besten.
Ich fange wohl nach den Buben mit Pik/Herz an und entscheide spontan und nach Tischstärke.
Oft erfolgreich ist auch, in einen Karo-Zweitlauf die 10 zu versenken, bei nächster Gelegenheit von oben zu ziehen und die Karo-Dame am Ende zu machen ... je nachdem ...

EvilNephew, 21. November 2012, um 14:51

c)

Spartakus, 21. November 2012, um 16:03

b)

makri, 21. November 2012, um 16:20
zuletzt bearbeitet am 21. November 2012, um 16:21

Bei mir auch b)-c). So schlecht find ich das Ding gar nicht. Gerade bei dem krückigen Normalspiel spiel ich den so ab Spiel 11 immer als Pflichtsolo.

Bekommt man die Karo 10 hoch ist das Ding fast sicher gewonnen und wenn nicht, müssen die Gegner erstmal das Kontra finden gegen die drei schwarzen Buben von oben. Und auch wenn es wahrscheinlich ist, sicher ist die Niederlage gegen 5 Abgeber auch nicht, gerade mit 3 in einer Farbe.

Das Normalspiel an 4. ist Mittel bis Schrott mit nem geschätztem durchschnittlichen EW von -3. Also in meinen Augen ein guter Tausch. In 10 verbleibenden Spielen wird im Schnitt mMn kein besseres Tauschverhältnis kommen.

Sind halt nicht alle so Optimisten wie Sparta^^

Ex-Füchse #16890, 21. November 2012, um 17:56

Bei vernünftigen Mitspielern b)

elesa, 21. November 2012, um 19:58

c

Luderhonk, 21. November 2012, um 20:13

Es gibt hier keine vernünftigen Mitspieler.
f)

Ex-Füchse #15119, 22. November 2012, um 02:24

f) is Piksolo?

akaSilberfux, 22. November 2012, um 21:04

Wie spielt ihr es denn? Ich würde die Buben und die Kreuz abziehen und mit Pik-Zehn vom Stich gehen, damit die Gegner raten müssen, in welcher Farbe sie laden müssen und wo nicht. Auf der anderen Seite wissen die Gegner dann, daß ich mindestens 7 Stiche habe..

Tront, 23. November 2012, um 00:48

Also die Verteilung samt Auflösung:

Ich habe das Bubesolo gespielt und Spieler 3 hält 3 Buben dagegen. Das Kontra kommt durch ein deutliches Zögern von Spieler 3, letztlich angesagt von Spieler 4. Alles noch normal.

Auf die Buben sind 2 Karo-Abwürfe von Spieler 2 vorgenommen worden, ein dritter Karo wurde später entsorgt, das als Information.

In Stich 4 überlegte ich daher nun Karo 9 gleich oder erst Kreuz As, 10, As abzuspielen und dann Karo 9, da ich nur noch einen Buben übrig behalte.

Ich habe mich für die Kreuz-Variante entschieden und fange nun eine Herz 10 von Spieler 2 auf meine Kreuz 10. Aber das war eigentlich nicht spielentscheidend. Der Spieler hielt genug Volle.

Im Stich 7 spielte ich nun endlich meine Karo 9 an, irgendwann muss ich ja vom Stich; es fielen
Karo-NeunHerz-ZehnKaro-ZehnKaro-Dame Inzwischen haben beide Gegenspieler ihr Karo-As blank auf der Hand, aber zu meinem Glück nicht die Nerven, es blank stehen zu lassen. In diesem Fall wäre sogar das Übernehmen von Spieler 4 besser gewesen, aber die Mitspielerin wollte keinen Stich verschenken und riskierte das As daher blank zu behalten. Sie hätte es jedoch ebenfalls anzögern sollen. Dann gäbe es keine Mißverständnisse.

Immerhin sollten die Gegenspieler inzwischen wissen, das ich nur noch einen Bubenstich normalereweise bekommen kann, sonst hätte ich ja wohl Re angesagt. Nur Spieler 3 spielte jetzt ihr Karo-As vor und das Spiel war zu meinen Gunsten sofort entschieden.

Das sprichwörtliche Glück bzw. mehr die spielentscheidenden Fehler mindestens eines Gegners - der Kartensitz der Buben war ja kein Glück - hat mir mal wieder geholfen. Die Gegenpartei erzielte nun 105 Augen. Ein weiterer Stich mit meiner Karo 10 gewinnt daher für die Gegner immer. Am meisten hatten sie sich über das gegebene Kontra nach dem Spiel geärgert.
Wieso eigentlich?

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