Doppelkopf-Strategien: Volle Re-Abfrage an Position 2 ? Ja doch oder nein, danke?

Tront, 23. Dezember 2012, um 22:09

Jetzt über die Weihnachtszeit und bis zum neues Jahr hin findet ja kein vereinmäßiges Doppelkopf statt. Endlich mal eine Pause.

Aber ein 10-trümpfiges Re-Blatt möchte ich euch von letzter Woche nicht vorenthalten, weil es im Verein zwar tendenziell eine Mehrheit gab, aber auch Gegenstimmen zur uneingeschränkten RE-Abfrage.

Das zur Diskussion stehende Blatt an Position 2:
Kreuz-DamePik-DameKaro-DamePik-BubePik-BubeHerz-BubeKaro-BubeKaro-AssKaro-KönigKaro-KönigPik-AssPik-Zehn

Spieler 1 spielt Kreuz-Ass vor und Spieler 2 kann/sollte/muss jetzt groß auf Re abfragen, um seine Pik 10 loszuwerden. Ich höre ja häufig auch von guten Spielern, das wäre kein echter Abwurfvorteil, was ich so nicht ganz nachvollziehen kann, ein schwarzer Zweitlauf mit bis zu 31 Augen stellt sicher immer einen Abwurfvorteil dar, selbst wenn Spieler 2 nur Pik-AssPik-Neun auf der Hand hätte. Aber, ich denke einmal dann fragt ihr auch voll auf Re ab. Oder macht bereits diese eine Karte einen gravierenden Unterschied. Kann ja sein. Können wir gern auch besprechen. Kommen wir zum tatsächlichen Spiel mit Pik-AssPik-Zehn.

Für die Abfrage spricht meiner Meinung nach Vieles. Keine Fehlverlierer mehr nach einem Abwurf bei (noch) ausreichender Trumpfstärke sollten die ca. kanpp 90% Gewinnwahrscheinlichkeit, wenn man sie überhaupt braucht, denn dies in ja eine andere Spielsituation gegenüber einer ganz freiwilligen keine 90-Absage, die nur auf vorhandene Stärken getroffen wird.

Nachteile der großen Abfrage könnten jedoch sein, vielleicht sollte man daher verzögert abwerfen, dass andernfalls ein Herz-Nachspiel erfolgen wird. Diese Konvention habe ich ja auch nie uneingeschränkt geteilt, Herz galt und gilt für mich nicht unbedingt als sog. 3. Farbe sondern als Zustand für mich, aber das ist ein anderes Thema. Man wird ja auch nicht gleich in Herz überstochen, aber wenn, gehen die Probleme los.

Und das Kreuz-As kann auch im Falle eines gut gemeinten Anspiels vom Partner, der aus Sicherheitsgründen aus Dreierlängen nicht seinen einzigen Vollen vorspielt, schon einmal herausgestochen werden, was ebenfalls leicht zum Spielverlust führen kann. Nur gewinnt man andernfalls überhaupt auf 120 Augen?

Und dann soll es ja noch Partner geben, die gleich (fehlerhaft) einen Trumpfvollen nachspielen, auf die man zähneknirschend seine Blaue legt und um den Sieg ebenfalls bangen muss, da man kaum am Anspiel bleiben wird.

Also ein gewissen Für und Wider der vollen Re-Abfrage.
Wie verhaltet ihr euch?

a) ich frage groß auf Re ab
b) ich steche ab und frage dann entsprechend ab, nachdem ich den Stich erhalten habe
c) ich steche und lasse zunächst mein Pk-As mit Re-Ansage folgen, frage danach aber auf mögliche Zusazstärken
d) ich steche ab und mache außer meinem Re keine weiteren Anstalten, an einer Mehr-Absage Interesse zu zeigen

Bitte um eure Meinungen! Am liebsten mit Begründung!

Benderloin, 23. Dezember 2012, um 23:06

c)
Das Blatt ist zu schwach für die große Abfrage, vor allen Dingen sind mir zu viele Karovolle im Spiel.
Eine Karo 10 statt des Königs und ich würde mich für a) entscheiden.

Noddy, 23. Dezember 2012, um 23:39

Du rechnest da mit 6 Augen?

jensbonath, 24. Dezember 2012, um 00:07

a) bei Antwort Pikzehn ohne Zögern - ich will das Spieler 1 seine kürzeste Fehlkarte nachspielt. Herz kann ich stechen und halte ich daher nicht für schlechter, als einen Pikanschub.

EvilNephew, 24. Dezember 2012, um 01:02

Für mich klar a)

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