Doppelkopf-Strategien: Hätt ich anders sollen, können...müssen?

elesa, 10. Oktober 2013, um 21:25
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elesa, 10. Oktober 2013, um 21:26

Stich 7 war der Verlierer. Biete klein Trumpf an und warte, dass Du nachher, wenn die Stiche sich lohnen, übertrumpfen sollst

Fufa, 11. Oktober 2013, um 07:50

Wenn nach Stich 6 alle restlichen feindlichen Trumpf beim Kontristen liegen ist das Spiel ohnehin verloren; von daher ist es die letzte Chance, in Stich 7 nochmal eine billige (die Karovollen sind ja alle weg) Trumpfrunde abzugeben. Dulle ziehen kann von daher nicht gut sein.

Ex-Füchse #66234, 11. Oktober 2013, um 09:38

Ist aber auch ne bittere Verteilung der Trümpfe, 8 gegen..

gomera, 11. Oktober 2013, um 11:09
zuletzt bearbeitet am 11. Oktober 2013, um 11:13

1. Stich: Angriff vom Gegner mit Herz Ass sollte mit einem Buben gestochen werden und nicht mit einem Karo-Vollen; auch wenn man in diesem Spiel nicht überstochen worden wäre. Ob man mit Karo B oder Pik B sticht, ist meist nicht entscheidend. Ich würde Karo B vorziehen. Daher ok.
2. Stich: Eine rote D halte ich für die richtige Karte.
Allerdings erkennen gute Spieler schnell die Blattstruktur, wenn man Serien von Karten immer in der gleichen Reihenfolge spielt. Daher sollte man variieren. In der Struktur ist Herz D und Karo D in der nächsten Trumpfrunde evtl. besser. Jasper1 sollte etwas länger abfragen. Außerdem hat er für das Kontra noch 1 Stich Zeit.
3. Stich: Die Karo-Vollen sollen in den schwarzen Farben verstochen werden: richtig.
4. Stich: ok
5. Stich: Meist ist es nicht gut, auch die 3. Farbe zu
testen. Das Herz Ass halte ich bei el_cimarron für besser. Danach wäre eine Kreuz 9 entsorgt worden.
6. Stich: Da beide Karo Asse zu Hause sind, ist mir Herz D zu hoch. Einer der Buben oder sogar Karo 9 sollte besser sein.
7. Stich: Herz 10 auf keinen Fall! Ein glatter Verlustzug. Karo 9 sollte es jetzt sein. Wenn el_cimarron den höheren Trumpf hat, erzielt man die ideale Sitzposition. Ansonsten müsste jasper1 seinen Partner überstechen.
8. Stich: ok
9. Stich: Herz 10 und die Trumpf-Kontrolle aufgeben, muss falsch sein! Man spielt gegen 4 Tr bei Re und muss bei 62 Augen mindestens 2 volle Stiche machen. Karo D bringt den Re-Spieler zum nachdenken. Falls er fehlerhaft wegbleibt, erzielt man mit Kr 9-Nachspiel 3 Stiche.
10. Stich: Erneut ein katastrophaler Fehler! Damit verspielt die Gegenpartei den Sieg. Natürlich muss man Kr 9 spielen, um bei 95 Augen 2 Volle im
letzten Stich zu erhalten. Jetzt gewinnt der Solist. Legt gebbi die 10, nimmt man den Stich raus, ansonsten legt man Kr B und gewinnt. Aber auch die letzte Chance nutzt der Solist nicht und verzichtet auf den Sieg.

Das sind dann verdient 30 Punkte Verlust in einem Spiel.

Capitano_em, 11. Oktober 2013, um 12:30

well done

Kvothe, 11. Oktober 2013, um 18:42

Schöne Ausführung von gomera. Habe dazu eine, bzw. zwei Fragen.
Warum nicht die Herzdame und dann die Dulle des Solisten, also der Zug von oben?
Also, nicht jetzt in diesem speziellen Spiel, bei dieser Verteilung, sondern grundsätzlich nach diesem Spielverlauf?
Sitzt nur ein Trumpf mehr beim Gegenspieler hinter dem Solisten minimiert der Solist doch so die Chance anschließend im Fehlnachspiel des Kontrasagers überstochen zu werden. Ist eine Vermeidung des Trumpfsplittings (oder wie nennt man das anders?) bei der Kontrapartei hier nicht das primäre Ziel?
Ziel der Herzdame ist doch den Stich zu erhalten, weil die Pikdame mangels Augenzahl nicht beißt.
Zu diesem Zeitpunkt sind noch 8 Trümpfe aus und der Plan geht auf, allerdings mit dem kleinen Manko, daß ein Kontraspieler keinen Trumpf mehr hat.
Rest 6 Trümpfe.
Sitzen diese 1:5, wie in diesem Fall, ist die Entscheidung falsch. Sitzen die Trümpfe aber 2:4, so ist der Spieler unmittelbar hinter dem Solisten nach Dulle und kleinem Trumpfnachspiel leer.
Ist diese Überlegung so falsch?

Ex-Füchse #16890, 12. Oktober 2013, um 19:06

Es gibt bei Trumpfsoli für den Solisten zwei Spielstrategien die einander häufig diametral entgegen stehen.

Strategie 1.
Der Solist zieht maximal von oben ab und/oder versucht zu schneiden um nach Möglichkeit Trumpfsplittings beim Gegner zu unterbinden.

Strategie 2.
Der Solist versucht die (häufig sicheren) Stiche der Gegenpartei durch Trumpflängenstiche zu einem Zeitpunkt abzugeben, bei dem diese Abgeber möglichst klein bleiben.

Im Beispiel haben die Spieler der Gegenpartei nach dem 7. Stich keinen eigenen Trumpfvollen mehr, so dass Abgeber für den Solisten jetzt noch deutlich günstiger sind, als zu einem späteren Zeitpunkt, bei dem bereits zwei Gegner Fehlvolle schmieren könnten.

Die Vorteile der Strategie 2 überwiegen an dieser Stelle für mich deutlich.

Kvothe, 12. Oktober 2013, um 19:43

Ok, die abgewehrte Überstichgefahr bringt mir nicht viel wenn die Trumfabgeber danach zu teuer werden, ich seh es ein, danke.

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