Doppelkopf-Strategien: Volle Granate?

Noddy, 14. Oktober 2013, um 18:54

https://www.fuchstreff.de/spiele/29694584-hoc...

Oder den sofortigen Trumpfausstieg?

Ex-Füchse #365, 14. Oktober 2013, um 19:05
zuletzt bearbeitet am 14. Oktober 2013, um 19:07

Ich find, der war gut gespielt von Dir.
Hast doch eigentlich Dein Blatt perfekt beschrieben.
Wie hätte man den denn sonst spielen sollen?

Tront, 14. Oktober 2013, um 19:08

Mir gefällt der sofortige Trumpfausstieg (also das sofortige Trumpfrückspiel im 2. Stich zum Partner) wirklich hier besser, damit ich danach noch zu meinen spielbaren Kreuz-As zu dritt komme.

Zwar muss ich dann selbst später einmal mit Fehl austeigen, ich halte das aber für das geringere der beiden Probleme.

Karl_Murks, 14. Oktober 2013, um 19:10

Ich sehe zu Noddys Spielweise keine seriöse Alternative.

Noddy, 14. Oktober 2013, um 19:12

Naja, ums Kreuz-Ass fand ich es auf alle Fälle schade, ich hätte alle Fehl klären können und kriege sogar das Piknachspiel noch gezeigt.

Friedrich, 14. Oktober 2013, um 19:19

@ Leif
Aber wer garantiert mir, dass der Partner zunächst seine eigenen (evt. schwachen) Asse bringt, bevor er mich wieder über Trumpf erreichen will. Tut er das nämlich nicht, haben wir nun ein Problem.

Tront, 14. Oktober 2013, um 20:57

Weil der Hochzeiter bisher noch keine einzige Gelegenkeit hatte, seine möglicherweise gar blanken oder normal guten Asse vorzuspielen, sollte vom Doppeldullenbesitzer zunächst immer eine kleine Trumpfrunde an der Hochzeiter zurück erfolgen.

Erst später kann es in wenigen Ausnahmefällen passieren, dass durch folgende (vorzeitige) Absagen des Partners ein wichtiger Trumpfausteiger bei dieser Sitzpostion (1 und 3) in einigen Varianten fehlt.

Aber da man nicht beide Fälle gleichzeitig abdecken kann, hätte ich mir die Kreuz-Dame blank gestellt. Es wird auch Spiele geben, in denen mein Partner gar keine Asse oder nur Doppelasse auf der Hand hält. So ein Fall lag hier jetzt auch vor.

Friedrich, 14. Oktober 2013, um 21:04
zuletzt bearbeitet am 14. Oktober 2013, um 21:04

"Weil der Hochzeiter bisher noch keine einzige Gelegenkeit hatte, seine möglicherweise gar blanken oder normal guten Asse vorzuspielen, sollte vom Doppeldullenbesitzer zunächst immer eine kleine Trumpfrunde an der Hochzeiter zurück erfolgen."

Genau das meine ich ja. Dass dies im vorliegenden Fall wegen des Pikdoppelasses und der Herzfreiheit optimal gewesen wäre, heißt ja nicht, dass das automatisch die erfolgversprechendere Variante ist. Ich halte die direkte Übergabe an den Partner (der ja evt. auch das andere Kreuzass hält) zunächst einmal noch immer für die vorteilhaftere.

Noddy, 14. Oktober 2013, um 21:23

Im Normalfall is es ja Mist sich die Toptrümpfe rauszuschießen um noch auszuhandeln wer wann sein wie gut auch immer As zu bringen, zumindest bei gegenüberliegender Sitzposition. Da kostet es im Zweifel beide Alten und beide Dullen um das Anspiel für die Asse zu erreichen. Kontra mit den verbliebenen Damen und dem möglichen Farbstecher wirds freuen.

Friedrich, 14. Oktober 2013, um 21:27

Muss mich korrigieren - ich meinte natürlich nicht die "direkte Übergabe", sondern, wie ich oben schrieb, die Übergabe nach dem Vorspiel der zweiten Alten...

Tront, 14. Oktober 2013, um 21:52

@ Friedrich

Der Hochzeiter darf doch nach Konvention sein Kreuz-As vor dem Klärungszeitraum gar nicht vorspielen. Also wird der Hochzeiter doch in vielen Fällen noch auf einem nicht gespieltem oft gutem Einzel-As hocken. Ich persönlich wäre sauer, wenn mein Doppeldullen-Partner zunächst sein Asse vorspielt, bevor ich überhaupt eine Chance habe, selbst einmal ans reguläre Anspiel zu gelangen.

Noch ist meine Karte (hier: ohne Trumpfaussteiger) für meinen Partner ja noch gar nicht beschrieben, diesen Nachteil kennt er in meiner Variante also noch nicht, aber ich könnte ja auf einem blanken Kreuz-As und 4 Pik- und Herz-Karten sitzen, dann müsste ich das Spiel ja auch so konventionsgerecht für ihn aufbauen.

Gut, das leere Legen von Spitzentrümpfen ist natürlich immer ein Argument, aber ob ich meine Kreuz-Dame im zweiten Stich sofort leer vorspiele oder aber im 3. Stich leer legen muss, da sehe keinen Unterschied. Lediglich mein später fehlender Trumpfaussteiger wäre in meinen Augen ein mögliches Argument zum Umdenken. Nur mir persönlich wäre eben das noch nicht gelaufene As noch wichtiger in diesem Spiel.

Friedrich, 15. Oktober 2013, um 01:32

Ich glaube, wir reden ein klein wenig aneinander vorbei.
Was du über die Konvention sagst, ist mir so ganz allmählich dann doch durchaus bekannt... ;)
Dass du in dem von dir beschriebenen Fall sauer wärst, verstehe ich, daher will ich mich aus dem Spiel ja auch so früh wie möglich verabschieden.

Es ist nämlich so, dass ich das, was du als Marginalität betrachtest (den fehlenden Trumpfaussteiger), als wichtiges Argument werte, das Spiel so aufzuziehen, wie Noddy es getan hat (Alte, Alte, Bube). Denn meinem Partner den Weg zu seinen vermutlich vorhandenen Assen zu verbauen, damit ich ein Kreuzass spielen kann, welches ja zu einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch mein Partner abdeckt, sehe ich hier nicht als den idealen Weg.

Tront, 15. Oktober 2013, um 02:56

Zumindest kann ich deine Gründe nachvollziehen, auch wenn ich selbst andere Prioritäten setzte.

In der überwiegenden Mehrzahl der Spiele verschenke ich meiner Meinung nach einen ganzen Stich, und dadurch eine fast sichere Absagstufe an meinen Partner, während es nur in wenigen Ausnahmesituationen zu brenzligen Tiefabsagen kommen wird, wo ich jetzt ohne Trumpfaussteiger improvisieren muss.

Vielleicht äußern sich zu diesem Thema ja noch andere Spieler, worauf sie persönlich mehr wert legen. Evtl. gehöre ich dann wieder einer Minderheit an, das wäre mir dann aber egal. Denn weitere Stellungnahmen zur Spielstrategie würden mir/uns ja immer zwecks Meinungsbildung gefallen.

Ossi, 15. Oktober 2013, um 03:08

Ich würde wie Tront auch nicht die zweite Kreuz Dame spielen. Ich möchte mir ebenfalls die Option bewaren, dass ich meine Asse spielen kann.

Friedrich, 15. Oktober 2013, um 04:03

@ Leif
Dass ich einen Stich verschenke (Pik) kann mir ja bei deiner Variante genauso gut passieren. Die Frage ist, wie sich ein eventuell beim Partner sitzendes Kreuzass und ein erfolgloser Anschub in Pik gegen die Wahrscheinlichkeit eines (in deiner Rechnung) "zusätzlichen" Kreuzstiches gegeneinander aufwiegen. Diese Wahrscheinlichkeitsrechnung liegt außerhalb meiner Möglichkeiten und so lange wir eine solche nicht auf dem Tisch haben, fischen wir wohl eh im Trüben.

@ Ossi
Deine Ass(e) sind ein Kreuzass in Dreierlänge.

Ossi, 15. Oktober 2013, um 07:37

Ein schwarzes Ass in Dreierlänge ist erstmal kein schlechtes Ass und besser ich spiele das Herz Ass, als wenn es von Gegner kommt und sein Partner evtl. einen Abwurf bekommt.

Seb1904, 15. Oktober 2013, um 08:21

Ossi ist nett. Doch ja. So richtig nett.

kESs, 15. Oktober 2013, um 12:03

Ich bin auch bei Ossi und Tront...
zudem kann es ja auch sein, dass mein Partner selbst noch über sehr gute Asse verfügt - die könnte er jetzt vorspielen - tut er dies nicht, sondern spielt Trumpf zurück würde ich mit Kreuz-AssHerz-Ass aussteigen.

Noddy, 15. Oktober 2013, um 12:05

Herz-Ass is kein Aussteiger, sonders leitet das Desaster mit K60 vom Partner ein.

Ossi, 15. Oktober 2013, um 12:11

Wieso Desaster? Die K60 halten dann doch locker. Danach Kreuz König und dein Partner weiß Bescheid.

Noddy, 15. Oktober 2013, um 12:44

Beim vorliegenden Spiel sicher, da krieg ich ja sogar den Pik- Doppeladler gezeigt.

kESs, 15. Oktober 2013, um 13:16
zuletzt bearbeitet am 15. Oktober 2013, um 14:00

ein Herzüberstecher hat wohl immer über 7% - insofern muss er den zumindest im Hinterkopf haben.
In den meisten Fällen kommt die k60 aber schon direkt nach dem durchlaufenen Kreuz Ass - dann lässt man es natürlich stecken und schiebt Pik als Farbe mit den meisten Restkarten und der Partner weiß Becheid.

oft hat Herz Ass aber Vorteile:
-wenn Partner bedient, erhält der Gegner so keinen Abwurf
- wenn Partner frei ist, erhält er einen Abwurf, der bei 1-1 Restverteilung richtig schick ist.
- er kann einen Fuchs fangen, wenn er frei ist und der Spieler vor ihm ebenfalls.

Nachteile sind dann sicherlich der Überstecher bzw. eine 4-2 (beim Partner) Verteilung...

wurschtel81, 15. Oktober 2013, um 13:20

schade, mich hätte wirklich mal interessiert ob ihr das trotzdem so beschreibt auch wenn ihr das partnerblatt nicht kennt.
(und jetzt keine ausreden hier^^)

Tront, 15. Oktober 2013, um 14:59

Ich denke, bei meinen Spielanalysen gehe ich immer davon aus, dass ich das Partnerblatt nicht kenne. Andersfalls wären sie ja unrealistisch.

Käme ich im Trumpfrückspiel also wieder ans Anspiel, könnte ich mein Kreuz-As für den Abwurf "Pik-König meines Partners vorspielen" und eben nicht das Pik-Doppel-As angezeigt bekommen, wie hier erwähnt wurde, denn dann würde man ja die Pik-Kontrolle erst recht wegen später fehlender Standkarten aufgeben.

Trifft mein Partner jetzt vorzeitig eine (Sprung)-Absage (was hier durchaus möglich wäre) lasse ich mein Herz-As jetzt stecken und spiele aus Sicherheitsgründen Kreuz nach, weil mir ein Trumpfaussteiger fehlt. Mein Partner könnte ja inzwischen auf einem blanken oder einem noch einfach besetzten Pik-As sitzen. Andernfalls (ohne vorherige Absage meines Partners) spiele ich mein Herz-As vor, weil ich dann einen zweiten kleinen Pik-Verlierer bei meinem Partner für möglich halten würde.

Zufällig kann man bei dem Sitz der Karte so gar nichts falsch machen, egal wie man dann fortsetzt.
Das ist natürlich nicht immer gegeben.

Hier vermisse ich dennoch die keine 90-Absage vom Partner, der aber nach dem Kreuz-Dame-Vorspiel wohl so unter Schock stand, dass ihm im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr in diesem Spiel einfiel.

zur Übersichtzum Anfang der Seite