Doppelkopf-Strategien: Traumhochzeit - und nu?

Friedrich, 11. Dezember 2013, um 10:41

Hallo zusammen,

was meint ihr hierzu?

An Position 2 haltet ihr:
Herz-ZehnHerz-ZehnKreuz-DameKreuz-DameHerz-DameKreuz-BubeKaro-BubeKreuz-KönigKreuz-NeunKreuz-NeunPik-ZehnHerz-König

Erster Stich:
Kreuz-AssKreuz-KönigKaro-AssKreuz-König nun nach 4 Sek. Re vom Partner
Zweiter Stich:
Pik-AssPik-NeunPik-NeunPik-Zehn
Dritter Stich:
Karo-NeunKaro-BubePik-Dame ?

Frage 1)
Was legt ihr und warum?
Frage 2)
(Wann) sagt ihr 90 und warum?
Frage 3)
Darf der Partner überhaupt dazu kommen, selbst Re zu sagen?

Beste Grüße
Leif

Ex-Füchse #16890, 11. Dezember 2013, um 11:11

a) Bube. Ich will die fetten Stiche. Positionsspiel.
b) Letzmöglicher Zeitpunkt. Ich möchte die Stärken meines P sehen. Da er nicht weiterforciert, sehe ich keine Veranlassung im DD zu zeigen.
c) Sollte er sogar, sonst würde ich mir schwer tun eine eigene 90 Absage zu finden.

Kvothe, 11. Dezember 2013, um 11:11

Zu 3) 4 Sekunden ist arg einladend, da antworte ich ohne Ass noch nicht.
Zu 2) k9 im dritten mit legen der
Zu 1) Dulle
Ich würde den Stich ja gerne tauchen, alleine um zu erfahren (erfragen?), ob mein Partner das wahrscheinlich folgende Herzass von Kontra nageln kann.
Ich möchte meinem Partner meine Doppeldulle nicht länger vorenthalten. Zusammen mit der K9 dürfte dies doch eindeutig sein, oder?
Fortsetzung mit klein Trumpf.

akaSilberfux, 11. Dezember 2013, um 11:18
zuletzt bearbeitet am 11. Dezember 2013, um 11:19

Unser Partner fragt nach Dulle und bekommt keine Antwort? Ok, wir verraten also nichts. Unseren Partner jetzt noch von DD zu überzeugen wird schwer.

Dann gibt er noch selbst das Re? Super.
Hier kündigt sich ein Groß-Schlemm an. Dulle mit k90, zögern, Herz-König; falls vorzeitige k60 kommen, spiele ich die 2. Herz-Zehn auch noch.

Frage und eigenes Re ist die zweitstärkste Variante (ohne Sprung); stärker wäre nur noch Re - warten gewesen. Unser Partner hält also über die bekannten Werte hinaus ca. größer gleich 7 Trumpf, Damen und kontrolliert Herz oder hatte einen Pik-Single. Mit bspw. Pik-DameHerz-DameKaro-DamePik-BubePik-BubeKaro-Neun Herz-AssHerz-AssHerz-Neun als Restkarten reizen wir das nun auf schwarz ab.

RUserious, 11. Dezember 2013, um 11:19

a) Herz-Zehn mit 90, um Herz-Zehn nachzuspielen
wenn mein Partner ein eigenes Re auf unbekannte Stärken gibt, wäre es fahrlässig ihm DD vorzuenthalten, ich gehe von trumpflangem P und herzfrei aus bzw. Doppelass. Hat er bspw. Pik-DameHerz-DameKaro-Dame auf der Hand und er weiß um meine DD kann er vllt weiter runter gehen...
b) mit Legen meiner Dulle im 3.
c) natürlich - gerne sogar - hat er ein eigenes Re sollten die 90 ein Kinderspiel sein und die Chance auf Tiefabsagen gut stehen...

akaSilberfux, 11. Dezember 2013, um 11:21

dazu fällt mir folgendes Akronym ein:
2DeG

Ex-Füchse #16890, 11. Dezember 2013, um 11:22

Aso. Da war eine Abfrage. Dann ist der Vortrag eh für die Tonne. Wobei natürlich jetzt niemand weiß was sie 4 Sekunden bei einem unbekannten Spieler im FT bedeuten. War ja dann keine rote Wolke an...

RUserious, 11. Dezember 2013, um 11:24

dacht ich mir auch gerade ^^

Spartakus, 11. Dezember 2013, um 11:25

zu 1)
ich nehme die Blaue mit der Dulle raus und spiele Kreuz 9 nach. Dadurch bringe ich uns wieder in die richtige Position für Trumpfschnitte.

zu 2)
zum spätmöglichsten Zeitpunkt. Ich sehe keinen Grund das Spiel zu forcieren.

zu 3)
Warum denn nicht?

Man könnte zu 1) natürlich auch Dulle nehmen und Dulle nachspielen um den Partner die Möglichkeit zu geben auf k60 zu erhöhen. Ich persönlich mache das nicht, sondern spiele lieber die Fehlverlierer zu meinem Partner.

Fufa, 11. Dezember 2013, um 12:22

Ich sehe es absolut so wie RUserios - und von daher auch keine Notwendigkeit, hier in Trumpf zu ducken oder wie Sparta vorschlägt Kreuz zum Partner zu spielen. Trumpfhöhe hat der Partner ja nicht, also muss er zwingend gewisse Trumpflänge haben - anders würde Frage und dann eigenes re ja kaum Sinn machen. Was er dann mit dem Ausspiel meiner 2.Dulle macht muss er selber entscheiden.

Friedrich, 11. Dezember 2013, um 13:28

Ergänzungsfrage 4)
Seht ihr 4 Sekunden im Fuchstreff wirklich bereits als eindeutige Dullenfrage?

Ergänzungsfrage 4b)
Gibt es vielleicht sogar jemanden, der hier zwar eine eindeutige Dullenfrage sieht, jedoch die Antwort verweigert, weil ein Karovoller eh nicht auf den Tisch kommen könnte und er die DD noch früh genug zeigen kann?

Ergänzungsfrage 5)
Meinungen zur Anzeige der DD. Reicht die Übernahme mit der Dulle, oder muss die zweite Dulle anschließend auch auf den Tisch, um es eindeutig zu machen?

Kvothe, 11. Dezember 2013, um 13:36

4a) nö, 4 Sekunden gibt Gelegenheit für Spiellenkung, ist aber noch keine Abfrage für mich.

4b) somit für mich nicht relevant. Volle Frage beantworte ich hingegen.

5) Dulle mit K90 und Trumpf nach sehe ich als deutliches Zeichen für DD.

Orbart, 11. Dezember 2013, um 13:40

1. Ich nehme die Dulle. Beim eigenen Re vom Partner lasse ich den Stich nicht laufen. Könnte er mir evtl. auch krumm nehmen hinterher.
2. Mit der Dulle. Da ich mit DD, Herz-Dame und Pik-Single reichlich zusatzstärken hab. Ggf. sag ich die 90 auch früher um zusätzliche Stärken zu zeigen.
3. Jo, gern wegen mir. Bin für alle zusätzlichen Informationen dankbar.
4. Ich nicht. Bin da sicherlich auch nicht erfahren genug, aber 4 Sekunden brauch ich teilweise auch um die richtige Karte zu finden und gesichert anklicken zu können.
4b. ---
5. Ich spiel die zweite hinterher. Mir als Ausspieler würde das Rausnehmen der Blauen mit Dulle nicht zwingend die DD anzeigen.

Kvothe, 11. Dezember 2013, um 13:44

@Orbart
Dulle statt Alte zum stechen an 4 nur um die Dulle zu zeigen?

Noddy, 11. Dezember 2013, um 13:53

Jau - dass man die Alten hat, ist ja bekannt.

Friedrich, 11. Dezember 2013, um 14:32

Ich könnte mir vorstellen, das meint der Kvothe ein klein wenig anders Murks.

So wie ich ihn verstehe, meint er damit, dass aus seiner Sicht damit die DD hinreichend angezeigt ist, weil es wenig Sinn ergeben würde, sie zu setzen, wenn man nicht beide Dullen hätte ("Dulle statt Alte [...] nur um die (EINE) Dulle zu zeigen?").

Tront, 11. Dezember 2013, um 15:38
zuletzt bearbeitet am 11. Dezember 2013, um 15:39

Auf eine "eindeutige Dullenabfrage" reagiere ich vorzeitig auch ohne Trumpflänge und ohne ein weiteres As, weil das für mich als bekannte Konvention gilt.

Nun haben wir hier mehrere kleinere Probleme:
Eine 4-Sekunden (Grauzonenabfrage, wie ich es persönlich gern nenne), läßt mich unsicher werden, ob diese Abfrage wirklich stattgefunden hat oder gar nur einladend sein sollte.

Also aufgrund des nachfolgenden Re meines Partners sage ich jetzt natürlich mit beiden Dullen gern die keine 90 eigenständig ab, ohne zwingend den ersten Stich mit wenig Augen herauszunehmen. Zu diesem Zeitpunkt denke ich über einen möglichen Sieg zu unter 30 Augen noch gar nicht nach. Zumindest dann nicht, wenn mein Partner nur einmal minimal abfragt, ansonsten gilt für mich in Zweifelsfall: Wer ist dieser Spieler mit Kurzabfrage incl. folgendem eigenen Re?

Die gute Sitzpostion aufrecht zu erhalten, wäre mir wichtiger als einen minderwertigen Trumpfstich mit (wenn schon, einer der beiden Dullen) mitzunehmen.

Die 2. Dulle hätte ich auch nicht zwingend, sofern ich sie ihm nicht leer vorspiele. Er könnte ja selbst eine kurze Dulle in seinem Blatt haben und diese Mehrinformation meiner Dulle würde ich ihm andernfalls nicht vorenthalten wollen. Hier wäre mir die Flexibilität i. V. mit der Sitzpostion jedoch lieber.

Auch ein Fehlanspiel im weiteren Verlauf des Spieles halte ich nicht für verkehrt, ich sollte meinem Partner zumindest die Fehlverlierer noch vorspielen, solange er noch im Besitz von Trümpfen ist. Nur, weil er Re angesagt hat, muss er noch keine "Granate" zuzüglich einer Trumpflänge auf der Hand haben.

In eigener Sache:
In letzter Zeit verliere ich andauernd Spiele, weil meine Partner meinen, auf ein Re von mir ständig erhöhen zu müssen und dass in Spielen, wo ich schon mit Re und Fehlanspiel in 2. Stich eröffne. Was bei mir persönlich auf ein besonders schwaches Re hindeutet. Zumindest gilt das für Spieler, die mich halbwegs kennen könnten und sollten.

Also im Zweifelsfall gilt für mich: Mut bei den Erstnansagen, Vorsicht bei den Absagen. Man kann sich häufig durch ein zusätzliches Zögern helfen, um seine Blattstärke anzuzeigen, aber eine verlorene Absage tut in meinen Augen immer noch am meisten weh.

Ich hoffe ich werde in Sachen Erstansagen nicht noch zum "Spartakus".^^ Aber seine aufgestellte Theorie scheint dennoch zu stimmen. Von 5 getroffenen Re-Ansagen verliere ich zurzeit mindestens eine durch Überreizung meiner Partner. Dann kann ich mir die Erstansage in Zukunft auch wieder schenken, und meinen Partner weiterhin im Dunkeln tappen lassen, 2 Gegner wissen ja auch von nichts und so sicherer meine 1 - 2 Punkte pro Spiel ohne Ansage u n d verlorener Absage einschaufeln. Das ist zwar nicht meine Spielphilosophie, sie scheint aber derzeit wirklich erfolgsversprechender zu sein.

Ich schweife etwas ab, aber irgendwie passt es trotzdem noch zum Thema: Absagen, ohne weitere Aufforderung vom Partner - nein danke.^^

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