Unterhaltung: Ehrliche Weihnachten...für alle, denen der Schmus auch gegen den Strich geht

Doc_Jule, 22. Dezember 2017, um 12:34

@Lappen....hier scheint ein Missverständnis vorzuliegen....dass mir nicht nur zur Weihnachtszeit bewusst ist, was alles schief läuft, weißt du sicher....nur wird es in dieser Zeit überdeutlich, aber dafür mit einer unerträglich klebrigen Süße übertüncht. Das ist, was mich so zornig werden lässt.
Natürlich begehen auch wir Weihnachten im Kreis der Familie, und ich gehe mit meinem Enkeln ins Weihnachtsmärchen, backe Lebkuchenhäuser und alles, was sonst noch dazu gehört, es würde mit Sicherheit keinen familieninternen Konsens geben, Weihnachten ausfallen zu lassen (was ich in meiner Jugend allerdings getan habe).
Was mich nervt, ist der von Jahr zu Jahr heftigere Hype und und die im Gegensatz dazu immer größere Diskrepanz zwischen denen, die sich Weihnachten "leisten können" und denen, die das eben nicht schaffen.....

Janette, 22. Dezember 2017, um 12:38

Habe an so etwas in Richtung Lappen gedacht. Daher stimme ich dir hier zu, Lappen. Die Jule kam mir hier auch wie ein "Gutmensch" vor. Ist auch nichts Verwerfliches! Vielleicht gibt es ja alternative Weihnachtsfeiern in dieser Richtung. Wäre ganz interessant.

Auf alle Fälle habe ich diesen Thread so interpretiert, dass die Jule den Leuten hier ins Gewissen reden möchte, dass sie überhaupt Weihnachten feiern angesichts des Leides in dieser Welt und den moralischen Zeigefinger hoch erhoben hat.

Man könnte das Weihnachtsfest ja auch als Impuls sehen, etwas Gutes für diese Gesellschaft beizutragen. Es gibt genügend Leute, die ehrenamtliche Tätigkeit betreiben und sich vielfältig in unserer Gesellschaft engagieren unter enormen Zeitaufwand. Es gibt viele Bereiche, wo man beitragen kann ( auch im Bereich der Flüchtlingshilfe Caritas, Altenhilfe, Behindertenhilfe ...) Es geht nicht nur um die globalen Bereiche.

Ist das nur eine allgemeine Meinung von dir oder engagierst du dich tatsächlich für unsere Welt so viel außerhalb deiner tierärztlchen Tätigkeit, Jule?

Janette, 22. Dezember 2017, um 12:41

Andererseits ist die Weihnachtszeit eine Zeit im Jahr, in der die Leute sich der Problematik bewusst werden. Vieles wird im Alltag einfach vergessen.

Wie sieht es denn z. B. aus in den Familien mit Alleinerziehenden? Es gibt einfach zu wenig Zeit und vieles wird einfach vergessen, so dass es ausreicht, sich einfach nur um seinen eigenen persönlichen Bereich zu kümmern. Ist das verwerflich?

cahei, 22. Dezember 2017, um 12:52

man weiß ich nicht was schlimmer ist ....

Doc_Jule, 22. Dezember 2017, um 12:58

nein, Janet, ich will hier niemandem ein schlechtes Gewissen machen, dass er/sie Weihnachten feiert....es ging mir darum, dass um dieses christliche Fest mittlerweile ein kommerzieller Hype entstanden ist, der mit dem traditionellen Weihachtsfest kaum noch etwas zu tun hat. Wir feiern das Fest der ärmlichen Geburt eines Mannes, der Zeit seines Lebens Liebe und Toleranz gepredigt hat und der sich vehement gegen Pharisäertum und Bigotterie wandte. Das ganze Jahr über "vegessen" die meisten "Christen" seine Botschaft und dann wird einmal im Jahr auch der Armen gedacht...das finde ich obszön, sorry

Janette, 22. Dezember 2017, um 12:58
zuletzt bearbeitet am 22. Dezember 2017, um 13:01

Cahei,
was ist an meiner Meinung denn so schlimm? Es ist e ine Meinung. Ich dachte du waerst hier der freundliche besonnere Typ. Wenn ich aber solche Sprueche lese, denke ich etwas Anderes.

Lappen, 22. Dezember 2017, um 13:01

@ Jule
"dass mir nicht nur zur Weihnachtszeit bewusst ist, was alles schief läuft, weißt du sicher"
Klar, weiß ich das - sollte auch nicht so klingen, als würde ich daran zweifeln.
Und ich nehme an, du weißt auch, dass ich ebenfalls gehörige Bedenken habe in Bezug auf das Geschäftsmodell unserer Gesellschaft.
Doppelmoral begegnet einem an jeder Ecke und leider auch bei meinem eigenen Handeln und in meinem eigenen Oberstübchen.
Ich selbst sehe den Bezug zu den Feiertagen dabei aber nicht ganz so deutlich wie du, "klebrige Süße" hin oder her. Ob Weihnachten oder nicht - die von dir angesprochene Doppelmoral lässt sich doch eh tagtäglich finden.

Doc_Jule, 22. Dezember 2017, um 13:05
zuletzt bearbeitet am 22. Dezember 2017, um 13:06

ich denke schon, dass ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten engagiere, Janet. Das fängt bei bewusstem Einkaufen an und hört bei Spenden an Organisationen wie "Tierärzte ohne Grenzen" oder Schulgeld und Schulspeisung für Kinder in der sog. dritten Welt nicht auf. Ich zahle anständige Löhne und habe immer ganz bewusst Absolventen mit Haupt- oder Realschulabschluss ausgebildet (im Gegensatz zu vielen Kolleginnen und Kollegen, die nur Abiturienten ausbilden, die sie anschließend nicht zu übernehmen brauchen).
Ich bin der Meinung, dass Vorleben besser ist, als predigen......

Lappen, 22. Dezember 2017, um 13:05

Bäh, is ja ekelhaft...^^

Lappen, 22. Dezember 2017, um 13:07

Bitte, bitte sag mir, dass Burger King unter "bewusstes Einkaufen" fällt. 😢

Doc_Jule, 22. Dezember 2017, um 13:08

ja, sorry.....^^

Janette, 22. Dezember 2017, um 13:10
zuletzt bearbeitet am 22. Dezember 2017, um 13:12

Jule, da stimme ich dir zu. Ich. wollte auch schon immer von jJugend an etwas Gutes tun und mich engagieren, habe das auch im Rahmen meiner Möglichkeiten getan und moechte das auch weiter fortsetzen. Jeder kann das machen, wenn man das moechte.

Doc_Jule, 22. Dezember 2017, um 13:10

ob Burger King bewusster einkauft, als Mäkkes, weiß ich nicht 😉

akaSilberfux, 22. Dezember 2017, um 13:36

WC´s Aussage steht nicht notwendigerweise in Widerspruch zu "think global, act local" und läßt sich gut unter das "Gelassenheitsgebet" fassen und liegt damit genau auf meiner Welle.
Wenn Jule meint, dass viele zu wenig tun, kann ich das nicht beurteilen. Einen Zählstand für gute Taten gibt es meines Wissens nicht; wie viele Menschen jeden Tag gutes tun, ohne dass es Wellen schlägt, weiß kein Mensch. Als die Flüchtlinge in großer Zahl kamen, konnte man viel gutes sehen.
Wie viele Mitmenschen nach der täglichen Plackerei noch die Kraft, Muße und Kompetenz haben, die Welt zu verbessern, ist das nächste Thema. Mir gehen die Ideen nicht aus, wie ich jeden Tag die Welt verbessern könnte, wenn ich nur mehr (beliebige Resource einsetzen) hätte. Hab ich aber nicht. Ich weiß, dass mein Suizid im Sinne der Ökobilanz echt gut für den Planeten sein könnte, aber diesen Schritt finde ich unzumutbar.
Dieser ätzende Grundton incl. kaum verhohlenem Vorwurf kenne ich von manchem grünen Politiker und das macht mit Sicherheit vielen Menschen Bündnis 90/Die Grünen madig. Mich schreckt das nicht, aber ich bin ja auch hart im Nehmen.

Wir können daran arbeiten, das (ethisch) gut zu leben idiotensicher wird. Wenn wir diese App am Laufen haben, können wir ohne erhobenen Zeigefinger und Unkerei vorangehen und zeigen wie hip es ist, gut zu sein. Dann bringen wir DInge in Bewegung, denn wenn alle die Welt retten wollten und entsprechend handelten, hätten wir es schon längst getan.

Also: Laßt uns froh und munter sein *träller*

Ex-Füchse #11750, 22. Dezember 2017, um 13:44
Dieser Eintrag wurde entfernt.

Janette, 22. Dezember 2017, um 14:07
zuletzt bearbeitet am 22. Dezember 2017, um 14:08

Aka, wenn man ganz zynisch sein möchte, dann kann msn Mord, IS-Zerror, den Kriegen in dieser Welt noch etwas Positives abgewinnen:

Dadurch wird doch letzzendlich die Bevoelkerung reduziert. Vielleicht sollte auch nicht mehr zuviel in die medizinische Versorgung imvestiert werden, damit die Menschen nicht noch älter werden und denjenigen, die Gutes tun kann man wiederum sagen:

Ihr macht das alles aus Eigennutz, um euch besser zu fuehlen. Es geht euch gar nicht um andere. So hat alles eine Kehrseite.

Wie aber wuerde unsere Gesellschaft aussehen, wenn es kein Engagement fuer andere geben wuerde?

Doc_Jule, 22. Dezember 2017, um 15:12
zuletzt bearbeitet am 22. Dezember 2017, um 15:25

@Terry, irgendwie habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Ich weiß nicht, ob zu wenig Menschen Gutes tun im Lauf des Jahres, darüber mag ich weder urteilen noch spekulieren. Was mir auf den Geist geht, ist die Tatsache, dass plötzlich jeder "den armen oder kranken Nachbarn" entdeckt (wobei egal ist, ob der in Afrika oder tatsächlich im sozialen Brennpunkt nebenan lebt), der ihm das ganze Jahr gepflegt am Arsch vorbei gegangen ist und die "christliche Nächstenliebe" urplötzlich hoch im Kurs steht, wo sonst der Ellenbogen regiert.....(und dass alle Organisationen, die auf Spenden angewiesen sind, plötzlich nochmal "zum Fest" besonders hartnäckig darauf hinweisen, wohl wissend, dass es jetzt besonders erfolgversprechend ist)

Doc_Jule, 22. Dezember 2017, um 15:16

@ Janet, und nochmal zu dir...ich möchte nicht "Gutes tun", sondern einfach so leben, dass die Welt durch mein Handeln nicht schlechter wird und ich mir morgens im Spiegel ins Gesicht schauen kann...das reicht
Ich möchte meinen Kindern und Enkeln eine Welt übergeben, in der sie gern leben und Verantwortung für ihren Fortbestand übernehmen

Janette, 22. Dezember 2017, um 15:45
zuletzt bearbeitet am 22. Dezember 2017, um 15:50

Das ist doch ein gutes Ziel !Um auf den Gedanken der Naechstenliebe zu kommen, ist derjenige der Nächste, der einem am nächsten steht. In diesem Fall Freunde Partner, Kinder, Nachbarn ... Wie auch immrr. Jeder hat einen Naechsten. Da liegt es oft im Argen, was ja mit dem Satirebeitrag am Anfang gezeigt wird. Das Gebot der Naechstenliebe ist eines der höchsten Anstrebungen der Christen, bei denen sie Licht sein können und nicht nur in der Adventszeit.
Nach m. M braucht man aber nicht unbedingt Christ zu sein, um mit sich und seinen Naechsten im Reinen zu sein. Erst einmal im kleineren Bereich fuer ein lebenswertes Leben im Diesseits sorgen. Das andere was du machst, Jule, ergibt sich daraus.

TurboJo, 22. Dezember 2017, um 16:50

Für meine Frau Gisela war die Adventszeit schon immer die schönste im Jahr, und das wird auch so bleiben, egal was passiert. Ihr Glaube ist unerschütterlich. Ich muss zugeben dass sie mich mittlerweile infiziert hat. Ich liebe es wenn ab dem 1 Advent die Kerzen ( es werden Jahr für Jahr mehr )in der ganzen Wohnung erleuchten. Plätzchen werden gebacken für unsere Freunde, Kinder ( leider nur noch eine Tochter ) und Enkelkinder. Seit nun 31, in Worten einunddreißig, Jahren besuchen wir den Essener Weihnachtsmarkt und genießen diese 3 Tage.
Ist unser Jahresurlaub! Wir schmücken zusammen den Weihnachtsbaum, mittlerweile mit einzelnen Kerzen ohne Kabelgewirr, da wir uns im Alter nicht mehr so aufregen dürfen. Werden an Heiligabend mit unserem ganzen Anhang in die Kirche gehen, für mich seit 43 Jahren ( dank Gisela ) auch eine Freude.
Ihr seht wir sind Fans der Weihnachtszeit und was auch immer in der Welt passiert, ändern können wir gar nichts auch wenn wir wollten. Selbst nach dem Verlust unserer Tochter Verena lebt Gisela in dieser Zeit auf, schwelgt in Erinnerungen, vergießt so manche Träne, auch da bin ich bei Ihr. Das einige hier mit der Weihnachtszeit nichts mehr am Hut haben ist zu aktzeptieren da ja begründet.
Trotzdem wünsche ich allen hier im Fuchstreff frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in das neue Jahr 2018.

Ex-Füchse #11750, 22. Dezember 2017, um 16:55
Dieser Eintrag wurde entfernt.

Cabeza_doble, 22. Dezember 2017, um 16:58

@Reinhard und Gisela:
🎄 🎅 🎁

TurboJo, 22. Dezember 2017, um 17:01

Danke Eva💋

Cabeza_doble, 22. Dezember 2017, um 20:01
zuletzt bearbeitet am 22. Dezember 2017, um 20:02

Ich hab Dir doch noch gar nichts gewunschen.
Aber jetzt sende ich Dir ein ganz liebes "Hare krishna". Ohhhhhmmmmm

PS:
und wenn Du Dich beeilst bringt Dir der Weihnachtsmann auch noch den Umbruch mit.

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