Doppelkopf-Strategien: Hochzeiter spielt Blaue vor - Verständnisproblem

Trojaner1959, 07. Februar 2018, um 17:09

Also wer das ES in seiner bestehenden Fassung anwendet, macht mit Sicherheit nichts verkehrt.

NoddyH, 07. Februar 2018, um 17:15

Der beherrscht aber nur einen Teil der gängigen Konventionen.

Stille Abfrage, große Abfrage vor Aufspiel, Nachspiel der dritten Farbe sind beispielsweise erst nach erscheinen des ES entwickelt. Und wer sich auf zugesicherte Eigenschaften der Partnersignale verlässt, wird bitter enttäuscht.

SchwillTiger, 07. Februar 2018, um 17:25

Ob die Affen wohl auch gedacht haben, als sich einige von den Bäumen in die Ebene begeben haben: “Wer auf den Bäumen bleibt macht sicher nix verkehrt!”?

akaSilberfux, 07. Februar 2018, um 19:03

Wenn man sich die Problemlösungsstrategien der Bonobos anschaut, hätte das auf dem Baum bleiben schon was für sich..
Ich propagiere nach wie vor die Dulle als Signal, dass die andere Dulle gesucht wird und die Blaue als Signal, dass die andere Blaue gesucht wird. Das ist eine einfache und leicht zu merkende Variante. Das ES stellt höhere Anforderungen an die Merkfähigkeit im Sinne von vereinbarten Konventionen und unterscheidet das Dullenanspiel im 1. vom Dullenanspiel im 2. Stich, läßt die Blaue nur im 2. Stich zu und nutzt die Alte als DD-Anzeiger. Zugleich wird die Option eines Hoch-Tief-Signals als Längenmarker angeregt. Dort kann man gut erkennen, dass die Verfasser des ES eine starke Bridge-Affinität hatten. Die nach Zahl der sich hier äußernden Teilnehmer stärkste Meinung will die Blaue im 1. oder 2. als Signal für die Suche nach der 2. Dulle verwenden. Zentraler Grund neben dem möglichen Mißverständnis des Unwissenden und dem damit einhergehenden Überlegenheitsgefühl sind Stellungen mit Doppel-Blauer und trumpfkurze, aber dicke Hochzeiten. Falsch und richtig gibt es wohl nicht, sondern man muss mit diesen drei Varianten leben und schauen, was sich auf Dauer am Markt durchsetzt. Das ES hat im Hochzeitsbereich aber aufgrund seiner Unausgereiftheit meines Erachtens keine Chance.
Ich mag es einfach und harmonisch.

Erkan_Garnix, 07. Februar 2018, um 19:25
zuletzt bearbeitet am 07. Februar 2018, um 19:26

"Ich mag es einfach und harmonisch."

Komplettemang d'accord!
Daher heißt 'stichanzahlunabhängige Braut-Blaue vor im Findungszeitraum' für mich: ich hab genau eine Dulle ;)

Ossi, 07. Februar 2018, um 19:34

Jupp, ich kann meinem Sohn nur beipflichten

Tront, 07. Februar 2018, um 22:06

Man könnte ja einfach allen bekannten "Problemen" aus dem Weg gehen, indem man 1. die Dulle und 2. die Blaue vorspielt (ab 7 - 8 Trümpfen aufwärts).

Die Besonderheit hier ist ja, dass man selbst gute lauffähige Asse hält, die ich hier vorrangig vor meinen Spitzentrümpfen bei Blättern ohne jedes As anspielen würde. Schlimmstens bekomme ich dann einen Farbstecher ohne Dulle. Als Kompromiss könnte man ja auch Pik-As und dann Trumpf anspielen. Die 100%-Patent-Lösung für alle Kartenverteilungen gibt es sicherlich nicht!

Nun hat man sich also für die sofortige Trumpfsuche entschieden, vergisst aber die eigenen Asse für Tiefabsagen zu berücksichtigen.

Gerade, weil der Hochzeiter selbst noch Asse hält, die er zunächst nicht angespielt hat, sollte er jetzt während des entscheidenden Zeitraums der keine 90-Absage vor seinem 4. Stich zögern und damit eine sog. Durchlauffrage an den Partner stellen.

So gelangt man auch zu mindestens einer weiteren Tiefabsage, ohne diese alleinige Absage nach einem möglichen Pik-As-Abstich mal wieder unnötig zu verlieren.

Mit etwas mehr Selbstvertrauen hätte der Partner nach diesem Durchlauf die keine 90-Absage auch ohne dieses "begleitende Zögern" gefunden, zumal er sogar noch ein gutes Kreuz-As in Reserve hat. Dieses aufbehaltene As war aber bereits sein Re.

Dieses gute As hätte ich vermutlich auch anstelle seiner Trumpfrunde sofort angespielt, aber sein Re zeigt zumindest noch dem Partner noch unbekannte Zusatzstärken außerhalb der bereits bekannten Dulle an.

Für absage-orientierte Spieler mag dieses Spiel eine kleine "Schande" sein, für Spieler, die gern hoch und sicher gewinnen, wäre es mehr Alltag.^^

Lappen, 08. Februar 2018, um 10:38

Nicht schon wieder...

Lappen, 08. Februar 2018, um 10:48

Übrigens finde ich es ehrlich gesagt bemerkenswert, wie leicht es Silberfux fällt, sich in jemanden hineinzuversetzen, der sich geil findet, wenn andere nicht folgen können. Mir geht dieses Ausmaß an Empathie nämlich leider ab. 😉

Erkan_Garnix, 08. Februar 2018, um 11:53

^^

akaSilberfux, 08. Februar 2018, um 13:17

Getroffener Hund bellt? 😈

akaSilberfux, 08. Februar 2018, um 13:18

und ich kenne mindestens drei Spieler, die durch das Verunsichern ihrer Mitspieler am Tisch wodurch auch immer mehr oder minder erfolgreich versuchten, zusätzliche Punkte zu schinden.

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