Doppelkopf-Strategien: Spielt man ein Doppel-As als Kontramann bei Trumpflänge überhaupt vor?

Tront, 31. Januar 2013, um 00:18

Ebenfalls mal wieder aus dem Vereinsleben.
Ein Konta-Blatt, zwei Farben frei, mit 3 stehenden Pik-Karten.
Herz-DameHerz-DameKreuz-BubePik-BubeHerz-BubeKaro-BubeKaro-ZehnKaro-KönigKaro-NeunPik-AssPik-AssPik-Zehn
Mit dieser Karte wird man wohl immer eine Ansage treffen wollen.
Welche Spielstrategie verfolgt ihr dabei?

a) ich spiele einmal Pik-As an
b) ich spiele sofort Trumpf vor
c) ich frage vor zunächst Ausspiel ab
d) ich habe Lust auf das Bubensolo, mache also kein Normalspiel

Ist die Information, ob Pik läuft am wichtigsten oder erfährt man über eine Trumpfrunde am meisten. Oder mag auch die stille Abfrage hilfreich sein? Im Prinzip mal wieder 3 grundverschiedene Optionen.

Welcher Idee gebt ihr den Vorzug? Wie immer viel Spaß!

Ex-Füchse #16890, 31. Januar 2013, um 00:19

Mei, Lust auf ein Solo habe ich wohl immer, aber mit dem Blatt spiele ich spruch- und geruchlos einen kleinen Trumpf an.

Ex-Füchse #16890, 31. Januar 2013, um 00:24

Und freue mich dann diebisch, wenn Tronts Pik-Dame an 2 von Silberfux Kreuz-Dame an 4 übernommen wird.

Tront, 31. Januar 2013, um 00:36

In dieser Tischbesetzung werde ich wohl kaum eine Blaue an 2 setzen. So viele lauffähige Einzelasse werde ich dieses Spiel ohnehin nicht haben.

Und im Ernstfall könnte ich Terry eine Mitschuld geben, falls ich sie mit einem möglichen Extemblatt wie (wie z. B. 3 Damen bei insgesamt 4 Trümpfen doch einmal setzen würde).

Als Kontra-Mann lege ich die Blaue ja nie. Es sei denn, sie ist/sind blank. Wie wahrscheinlich ist das denn?

Lottospieler, 31. Januar 2013, um 00:40

ich bin für b)
ich hoffe hier auf einen Dullenpartner der abfragt und für den ich mit meinem Blatt eine ideale Erganzung darstellen würde.
Ich bin auch erst still und lasse mir damit alle Möglichkeiten offen, uU auch die der Gegenansage oder Gegenfrage. Die 9 Trumpf sind deutlich über dem Durchschnitt und die Gefahr das die Gegenpartei meine wichtige Farbe schnell abwerfen kann ist eher gering.
kommt allerdings erst Herz As vom Gegner was ich steche spiel ich mein Pik Doppelas weil sonst durch Herz Nachspiel sich eher jemand in Pik freiwerfen könnte.

Spartakus, 31. Januar 2013, um 08:26

mir gefallen a) und b) gleichermaßen gut, c) weniger gut und d) gar nicht.

zu a)
Für Pik As ohne vorherige Aktion (heißt völlig ungeklärte Partnerschaft) spricht ein Erhalt von Informationen über die mutmaßlich weitere Verteilung der Pik. Fällt der Pik Stich signifikant, stehen die restlichen Pik tendenziell entweder bei meinem Partner (29 Augen) oder bei der Re-Partei (15 oder 19 Augen). Das bekomme ich ausschließlich mit dieser Eröffnung heraus. Die Frage ist ob das im konkreten Fall wichtig ist.

zu b)
Das ist ein Blatt mit dem ich gerne als Kontramann einen unerkannten Trumpfangriff vornehme. Viele Spieler (nicht nur Tront :-)) werden dieses Anspiel zunächst mal einem Remann zuschreiben. Dadurch können sich interessante Spielzüge ergeben bis hin zum Idealfall, der von Bildchenwerfer eingeworfen wurde. In jedem Falle bleiben mir selbst für den weiteren Spielverlauf alle Optionen offen. Ein Kontra habe ich ja immer und je nach Verlauf des Trumpfstiches kann ich im Falle einer Reansage zurückschießen, stechen oder sogar abwerfen, wenn eine schwarze Dame mit einer Dulle rausgenommen wurde.

c)
Ich halte es hier für besser alle Mitspieler zunächst im unklaren zu lassen. Denn schließlich spiele ich mit 2 Gegnern und nur einem Partner. Ein Vorabbekenntnis würde mich irgendwie in meinen Möglichkeiten einschränken. Vor allem dann, wenn keine Antwort kommt, habe ich die Repartei schlauer gemacht als sie es in diesem Spiel verdient hat.

d)
Ich sehe kein Solo.

Vermutlich würde ich zu b) greifen, aber a) gefällt mir wie gesagt auch ganz gut.

Ex-Füchse #365, 31. Januar 2013, um 09:08

Ich wähle a.
Einfach, weil das erste Pikass in Dreierlänge gut lauffähig ist und ich mir nen Wolf ärgern würde, wenn jemand die Farbe abwirft, bevor ich sie ausgepielen kann.
Nach dem hoffentlich geglückten ersten Farblauf fände ich ein eigenes KO.
Solo sehe ich nicht und eine Abfrage ebenso wenig.

EvilNephew, 31. Januar 2013, um 09:23

Ich nehme b).

Ex-Füchse #69712, 31. Januar 2013, um 09:29

Eindeutiges a mit Pikass

Ex-Füchse #20701, 31. Januar 2013, um 09:40

c) Abfrage erhöht die Laufwahrscheinlichkeit von Pik Ass von 67 auf 78 %. Außerdem weiß man dann, ob Partner eine Dulle hat und ggf. bei Antwort die Sitzposition des Partners. Dann Pik Ass. Dann weiß man im Ansagezeitraum so ziemlich alle relevanten Informationen.

IngoKnito, 31. Januar 2013, um 09:42

Ich bin für b).

Obwohl es mir nicht gefällt, dass es unklar bleiben könnte, von wem ggf. im zweiten ein Kreuz-As auf den Tisch kommt. Z.B. 2 setzt die Dulle leer, weil er zwei Asse zu bringen hat.

Könnte von re oder kontra kommen, aber das bekomme ich im zweiten Stich nicht mehr raus.

sashimi, 31. Januar 2013, um 09:52
zuletzt bearbeitet am 31. Januar 2013, um 09:53

c) ich will wissen, ob Partner die Dulle hat.
Ohne Antwort gegen mindestens vier von oben, wird ein Gewinnen gegen die Alten schwer.
Nachteil ist, manche meinen man dürfe nur mit eigener Dulle abfragen und schieben dann den co Fuchs zur vermeintlichen Dulle des Abfragers.
bleibe trotzdem bei c.

Ex-Füchse #69712, 31. Januar 2013, um 09:58

c ist Konventionsverrat oder??

TanzbaerES, 31. Januar 2013, um 10:40
zuletzt bearbeitet am 31. Januar 2013, um 10:40

Was soll man jemandem antworten, der inkognito auftritt?

Ich denke, nichts....

sashimi, 31. Januar 2013, um 10:51

Das denke ich auch!

Fanthomas, 31. Januar 2013, um 10:53

Dito!

IngoKnito, 31. Januar 2013, um 11:13

(Hm.

Na gut ... dann bin ich auch still.)

Doc_Jule, 31. Januar 2013, um 11:24

ich würde auch c, die Frage, bevorzugen. Optimal wäre doch die Klärung der Partnerschaft , bevor die Asse meiner Stechfarben auf den Tisch kommen, da ich nur einen Volltrumpf zum Stechen, aber 2 prima Augenabwürfe auf Partnerasse habe. Bei Antwort würde ich Trumpf anspielen. Kommt Kreuz vom Partner lege ich eins der Pik-Asse, um Kontrolle der Farbe zu zeigen. Ohne Antwort würde ich Pik-As spielen....*Konventionsverrat muss ich damit in Kauf nehmen....

sashimi, 31. Januar 2013, um 11:26

Ist es denn Konventionsverrat?

Doc_Jule, 31. Januar 2013, um 11:28

das ist die Frage...*ich kann sie nicht beantworten...

akaSilberfux, 31. Januar 2013, um 11:34

Ich nehme schon aus erzieherischen Gründen nahezu jede Pik-Dame mit Kreuz-Dame heraus (sofern sie vom Partner stammen könnte). Die Mitschuld nehme ich also gern.

Auch von mir ein kleiner Trumpf (also b); mit diesem Beil möchte ich wissen, was der übrige Tisch machen möchte. Man muß realistisch sein: auch mit dieser Karte kann man schwarz gespielt werden. Die Dulle beim Partner reicht mir nicht, um die 90 zu melden. Ein erfreulicher Verlauf (am liebesten Karo-KönigPik-DameKreuz-DameHerz-Zehn, Kreuz-Ass mit Kontra) hilft dagegen für die Optimierung am meisten.

Ex-Füchse #69712, 31. Januar 2013, um 11:49

Zu c, ist es Konventionsverrat, Konventionsmissbrauch oder legetim.

Oder etwas Anderes

akaSilberfux, 31. Januar 2013, um 12:21

Die Frage nach einer Dulle ist unabhängig vom Besitz einer eigenen Dulle. Die Frage nach den schwarzen Kontrollen ist unabhängig von der Möglichkeit, diese durch ein Anspiel zu nutzen.
Wenn man beide Werte nicht braucht, muß man auch nicht danach fragen (wie hier).
Für mich ist die Frage hier lediglich die Nutzung der stillen Kontraanfrage vor Aufspiel, also so normal, daß sich die Frage der Legitimität nicht stellt.

Tront, 31. Januar 2013, um 20:25

Im Gegensatz zu Terry und einigen anderen Spielern sehe ich die Nutzungsmöglichkeiten einer stillen Kontrabfrage wie zum Glück auch anderer Befürworter meiner Theorie hier sehr wohl. Ich befürchtete schon, ich stünde mit der für mich besten Idee dieser Spielbehandlung schon wieder allein da.

Die Lauffähigkeit meines Asses steigt. Ich habe viel mehr Möglichkeiten auf ein As meines Partners abzuwerfen, weil ich ihn bereits sicher kenne. Und wenn er an Postion 2 antwortet, könnte man sogar Terry Idee aus anderen Thread wie Vorspiel einer Pik 10 gut nutzen, um ihn ans Anspiel für weitere Asse zu bringen, muss es aber nicht unbedingt. Man kann auch prima mit Trumpf fortsetzen.

Und mein Partner ist völlig frei im Einstz seiner Dulle, weil ich ihm meinen einzigen Karovollen ohnehin nicht gleich vorsetzen werde. Außerdem halte ich mit dieser Karte statistisch das stärkste Blatt von allen 4 Spielern auf der Hand, deshalb sollten meiner Meinung nach die Informationen auch der stärkeren Seite zufließen. Das gilt doch sonst in anderen Spielen auch.

Falls ich jemals eine keine 90-Absage erwägen sollte, dann doch auch nur, weil ich die Dulle und/oder ein entsprechendes Stärkezögern meines Partners in diese Überlegungen sehr gut mit einbeziehen kann. Und zwar noch innerhalb des mögliches Absagezeitpunktes.

Selbstverständlich darf und sollte auch mein Partner eigenständig mit entsprechendem Blatt die keine 90-Absage verantworten. Das verhindere ich mit meiner stillen Kontra-Abfrage dadurch ja nicht.

Für mich gibt es nur postive Gründe, hier abzufragen.

Würde es die stille Kontraabfrage nicht geben, würde ich dieses Spiel mit Trumpf eröffnen. Ich habe ja schließlich Trumpfänge. So "darf" ich es nicht und will es auch nicht, bin ja schließlich kein Remann, und möchte nicht die übrigen Spiele als "nicht vertrauenswürdig" für meine ansagefreudigen Partner gelten. Dies ist natürlich kein echtes Argument, sondern entspringt mehr meiner eigenen Spielphilosophie. Aber das ist ja ein anderes Thema. Natürlich kann man mit dem Blatt Trumpf ohne vorherige Abfrage vorspielen, nur ich persönlich mache das eben nicht.

Jedem seine Spielweise, in diesem Punkt bleibe ich bei meiner eigenen, ob sie jetzt mehrheitsfähig ist oder nicht. Gute Gründe für mein Spielverhalten mit diesem Blatt habe ich bereits genannt.

Und Terrys Beispielstich ist ja nun auch wirklich nicht der Normallfall in einem Spiel, sondern wirkt schon sehr konstruiert. Ich möchte doch die überwiegende Anzahl an Normalfällen abdecken und nicht die wenigen vorliegenden Ausnahmen.

Zum Abschluß noch: Ich gewinne natürlich dann keine oft gewünschten Re-Kontra-Schlachten mehr, aber gewinne ich die auch wirklich alle? Man bedenke, wenn ein Spieler Re sagt, sollte er in der Regel auch ein entsprechendes eigenes Blatt vorweisen und einen Kontraspieler, der Trumpf vorspielt, sollte man ebenfalls ernst nehmen. Zumindest, wenn diese Tatsache bereits für mindestens einen Re-Partner in diesem Spiel bereits bekannt ist.

akaSilberfux, 31. Januar 2013, um 20:34

Das ES empfiehlt die im 1. Stich gelegte Dulle mit Re zu kommentieren, damit der Partner (falls dahinter sitzend) schmieren kann. Dann erhält er die Information zu spät, daß Kontra kommentarlos Trumpf angespielt hat.

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