Doppelkopf-Strategien: "wer weiterschiebt ist re"

Ex-Füchse #4596, 31. Mai 2013, um 15:22

Auf den 15 Augenstich bleibt bei As- Nachspiel nur der Pikabwurf, ich seh aber keine Ansage für Kontra. Herz kommt nur bei Kontra zum Pik.

Pik anzögern würde ich lassen, wird nur als Re- Frage missverstanden.

Meine Bemerkung bezog sich auf den zelebrierten Vortrag.

Tront, 31. Mai 2013, um 16:10

Die Augenzahl durch Schmierungen verschiebt sich in der Regel durch die sog. Ausgleichsschmierungen selten derart, dass ursprüngliche Kontrastiche gleich zu Re-Stichen umfunkioniert werden.

Aber falls das einmal vorkommen sollte, sieht ja der Ausspieler jetzt sofort, das dieses Nachspiel für die Kontrapartei dieses Spiel tabu ist. Außerdem merkt doch der Nachspieler selbst, wie viele Augen er im Erstlauf erhalten hat und darauf stelle ich meine mögliche Spielfortsetzung und mein Ansageverhalten dann ab.

Falls z. B. also ein Spieler unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit 21 Augen-Fehlfarben nachspielt, werde ich bei diesem Spieler keine Ansagen oder Abwürfe darauf treffen und ihm auch nicht mehr im folgenden Spielverlauf auf seine Trumpfstiche schmieren, wie ich das bei in diesem Punkte konventionstreuen Kontra-Spielern immer machen würde.

Ein aufgerundeter Fehlstich aus gutem Grunde (wegen einer Doppelkopfgefahr im 2. Stich oder einem nicht zu verräterischen Nachspiel für die Kontrapartei) ist für mich durchaus legitim, beim Fehlaugennachspiel lege ich persönlich wieder mehr viel Wert auf Vertrauen, weil dieses ja einen offensichtlicheren "Vertrauensbruch" darstellt, wenn plötzlich jeder Spieler unabhängig der gefallenen Augen vom Erstaluf einer Farbe ausgehend, Fehlfarben nachspielen dürfte.

Ich habe zum Glück die Erfahrung gemacht, dass ein mißbrauchtes Vielaugennachspiel von der Kontrapartei nicht nur zur Vernachlässigung der Konvention beiträgt, sondern sich diese Spieler oft selbst schaden, da nur beide Re-Leute in dieser Farbe häufig frei sind.

Und die Zeiten, in denen Fehlläufe überhöht eingestochen werden, sind ja zum Glück so gut wie vorbei. Eher wirft ein Re-Mann einen anderen Fehl ab (das darf natürlich auch ein Kontramann), um nicht überstochen zu werden oder weil er diesen Tausch der Stiche für grundsätzlich als sinnvoll erachtet. Und er kann darauf wiederum gut eine Erstansage treffen.

Spartakus, 31. Mai 2013, um 16:41

Ich hätte in diesem Falle mit Trumpf fortgesetzt in der Hoffnung, dass bei verteilten Assen an jetzt Pos. 2 und 3 die vermentlichen Releute sich um das Anspiel streiten. Schließen wissen die ja auch noch nicht wer mit wem spielt. Diesen Umstand nutze ich gern aus mit dem Ziel, dass starke Re-Leute ein wenig ihr Pulver verschießen. Nachteil dieser Variante ist freilich, dass mich in Trumpf kürze und somit den Erhalt des 2. Kreuzlaufes gefährde. Aber wie immer im Leben kann man nicht alles haben.

akaSilberfux, 01. Juni 2013, um 11:17

Ich unterstütze keine Regel "wer weiterschiebt, ist Re" - diese baut logisch auf der Annahme auf, daß eher Kontra Fehl anspielt, also "Re spielt Trumpf" und ist damit Mist. Das Nachspiel der Farbe als Kontrabekenntnis in Kombination mit "Re spielt Trumpf" ist übrigens der sicherste Weg, eine Ansage auf verteilte Stiche zu erzwingen:
Spieler 3 und Spieler 4 erhalten die Information, daß a) weder Spieler 1, noch Spieler 2 eine stille Anfrage haben
b) weder Spieler 1, noch Spieler 2 Singleasse und mit einiger Wahrscheinlichkeit Doppel-Asse haben
c) sicher ein Verlierer abgesetzt werden kann und danach die bequeme Sitzposition 3 - 4 erreicht wird incl. der Zusatzchance, daß es kein Single war, der aufgespielt wurde

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