Unterhaltung: Regelfrage

makri, 25. Februar 2018, um 18:50

Interessante Fragestellung vom Buli-Wochenende. Spieler 1 spielt Pik As, Spieler 3 fragt still ab, Spieler 1 sagt Kontra, im gleichen Atemzug sagt er "Ach, Sorry", legt seine Karten verdeckt auf den Tisch. Spieler 1 sagt, er habe dann gesagt "Dann müsst ihr den Schiri rufen". Ein Spieler bestätigt diesen Satz, ein Spieler glaubt nur, dass er das gesagt hat, ein Spieler sagt, der Satz sei so nicht gefallen. Die Spieler spielen einvernehmlich weiter, Spieler 3 sticht ab, spielt Kreuz As, Vor- und Mittelhand bedienen, Spieler 4 sagt "Kontra, um das mal klarzustellen". Der ursprünglich an 4 sitzende Spieler reklamiert.

Freue mich auf Meinungen (ich war Schiri)

makri, 25. Februar 2018, um 19:04

Zusatzfragen.

1.
Wie wäre zu entscheiden, wenn sofort reklamiert worden wäre?

2.
Wie wäre die "Ansagen" zu werten, wenn das Spiel mit oder ohne Reklamation fortgesetzt wird?

mwolff, 25. Februar 2018, um 19:06

Bin kein Schieri. Ich hätte gesagt Reklamationszeitpunkt verwirkt.

KingRamses, 25. Februar 2018, um 19:23
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NoddyH, 25. Februar 2018, um 19:27

Wenn Re Kontra sagt und zurücknimmt darf Kontra nichtmehr Kontra sagen?

KingRamses, 25. Februar 2018, um 19:34
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KingRamses, 25. Februar 2018, um 19:41
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NoddyH, 25. Februar 2018, um 19:54

Ein Kontra von einem Re- Mann kann keinen Bestand haben.

KingRamses, 25. Februar 2018, um 19:59
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NoddyH, 25. Februar 2018, um 20:01

Niemand hat Re gesagt

KingRamses, 25. Februar 2018, um 20:12
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KingRamses, 25. Februar 2018, um 20:27

keine Angst ich 'brauche' hier gar nichts, deswegen bin wieder raus ...

Lappen, 25. Februar 2018, um 20:27

Der Reklamationszeitpunkt ist korrekt, schließlich liegt erst nach dem zweiten Kontra zweifelsfrei ein Regelverstoß vor.

Spieler 1 hat eine falsche Ansage getroffen, er wird also sicher vom Schiedsrichter mit Strafpunkten belegt.

Spieler 2 hat ebenfalls eine verbotene Ansage getroffen (schließlich kann man nicht zweimal Kontra sagen) und wird vermutlich ebenfalls Strafpunkte kassieren, da er zum Zeitpunkt seines Regelverstoßes nicht wissen konnte, dass das Spiel durch die falsche Ansage von Spieler 1 längst unspielbar geworden war und damit seine Gültigkeit verloren hatte.

Lappen, 25. Februar 2018, um 20:29

@ Afro
"Wenn Re Kontra sagt und zurücknimmt darf Kontra nichtmehr Kontra sagen?"

Da die Rücknahme einer Ansage nicht regelgerecht ist, gehe ich davon aus, dass ein Schiedsrichter das erste Kontra als noch immer gegeben berücksichtigen muss.

NoddyH, 25. Februar 2018, um 20:38

Ich wollte mich als Onlinenichtverklickenkönner gar nicht groß reinhängen.

Gefühlsmäßig sehe ich die Korrektur als akzeptiert und würde mich nur an der Nebenbemerkung zum Kontra stören, das sag bloß nicht K9 beinhaltet.

Lappen, 25. Februar 2018, um 20:43

Jo, das Problem ist aber, dass mit dem Ruf nach dem Schiedsrichter die Büchse der Pandora geöffnet wurde.

Wenn ihm die Geschichte jetzt erzählt wird, erfährt er ja zwangsläufig von dem Regelverstoß des Ausspielers.
Und da die Spieler auch in Absprache nicht berechtigt sind, eine solche Falschansage einfach unter den Tisch fallen zu lasssen, muss er sie vermutlich bei seiner Entscheidung berücksichtigen.

NoddyH, 25. Februar 2018, um 20:46

Hab ich wirklich keine Ahnung von.

Lappen, 25. Februar 2018, um 20:51

Ich doch auch nur bedingt.
Sehe das grad mehr als so 'ne Art Rätsel - wie aus den Wochenendbeilagen der Tageszeitungen ("Ein Fährmann muss drei Häftlinge, einen Wolf und 20 Hühner über den Fluss bringen...").

NoddyH, 25. Februar 2018, um 20:52

Du meinst Makri will nur Hotte, Dich und mich unterhalten?

worstcase, 25. Februar 2018, um 20:53

Solange noch keine weitere Aktion getätigt wurde, sprich eine weitere Karte gelegt wurde, kann bzw. muss eine Ansage noch in die richtige Ansage gewandelt werden. Die Rücknahme einer Ansage ist Regeltechnisch nicht vorgesehen.

Zum Thema Reklamationszeitpunkt: Da es laut Regelwerk keine stille Kontraabfrage gibt, ist lediglich Spieler 1 Kontra, da er Kontra gesagt hat und es nicht umgeändert wurde. Ein "ach Sorry" geht nicht. Spieler 4 (ursprünglich Spieler 2) ist nach der Kontraansage ebenfalls Kontra. Nun könnte der ursprünglich an 4 sitzende Spieler ja eine Hochzeit haben. Eine definitive Bestätigung des "falschen Kontras" von Spieler 1 wird erst ersichtlich, wenn er seine Kreuzdame legt.

Das zweite Kontra von ursprünglich Spieler 2 müsste mM nach als Kontra-k90 gelten.

Das ist halt das Problem, wenn man eine Ansage zurück nehmen lässt.

makri, 26. Februar 2018, um 09:30

Spieler 1 ist nicht Kontra und die Ansage wird auch nicht automatisch in eine Re-Ansage umgewandelt. Insoweit ist 3.1.4 der SR-Hilfen eindeutig.

Spieler 1 muss auch nicht in Re korrigieren, das steht nirgendwo.

Würde sich ohne "Ach, sorry" später erst herausstellen, dass Spieler 1 Re ist, wäre das natürlich ein schwerwiegender Regelverstoß.

Meine Entscheidung dazu war, es wird weitergespielt, die erste Ansage zählt nicht, die zweite Ansage zählt.

Begründung war folgende. Die Aussage "Ach sorry" mit Hinlegen der Karten und dem Hinweis "Dann müsst ihr den Schiri rufen" wurde von allen Spielern zu Recht dahingehend verstanden, dass Spieler 1 Re ist. Damit war allen Spielern der Regelverstoß bekannt und das Reklamationsrecht für Regelverstoß und etwaige Unsportlichkeit später verwirkt.

Die regelgerechte Kontra Ansage von Spieler 2 mit dem Zusatz "um das klarzustellen" verrät mMn folgerichtig niemandem am Tisch etwas neues und vermag, da es die stille Kontrafrage nach der Regel nicht gibt, auch keine Spiellenkung zu bewirken.

Schöner wäre es natürlich gewesen, Spieler 1 sagt "Ach sorry, hab mich versprochen, ich meinte Re". Doof für den Partner, aber wohl noch die eleganteste und fairste Variante.

makri, 26. Februar 2018, um 09:32

Ich habe dem reklamierenden Spieler aber ausdrücklich gesagt, dass ich auch andere Entscheidungen für vertretbar halte und ihm empfohlen, das Schiedsgericht zu rufen.

worstcase, 26. Februar 2018, um 09:44

Du möchtest mir allen Ernstes erklären, dass eine Ansage einfach so zurück genommen werden kann??

Dann werde ich zukünftig als Remann "Kontra" sagen, das ganze mir einem "ach Sorry" garnieren und los geht's....

Das glaubst du doch wirklich nicht. Ich bezweifle auch, dass so in den Schiedsrichterhilfen steht.

Wenn die Partei eines Spieler bekannt gegeben wird ohne gültige An bzw. Absage, dann ist das Kartenverrat. Das folgt, dass die Ansage zu korrigieren IST.

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