Unterhaltung: Pflege im Alter

SchwillTiger, 09. Januar 2017, um 21:33

Mal eine Frage abseits von DoKo:

Was ist eure Meinung: Ist man für die eigene Pflege im Alter selbstverantwortlich oder sollten das die Kinder (sofern man welche hat) übernehmen?

Seb1904, 09. Januar 2017, um 21:36

Wer, wenn nicht die Kinder/Familie, sollte für das Wohlergehen und die Pflege der Familienmitglieder verantwortlich sein, wenn man selbst dazu nicht in der Lage ist?

Herein, 09. Januar 2017, um 21:38

alter ist bewertungssache was ist alt 60 oder 90 oder was dazwischen? Und das kommt auch immer auf die eigene fittnes an. ich wird sagen mit 90 ist man nicht mehr für sich verantwortlich bis 70 aber schon noch

SchwillTiger, 09. Januar 2017, um 21:39

Und wie sieht es aus, wenn jemand 200.000 € mit 70 hat, diese bis 80 verprasst und dann ein Pflegefall wird.

Findest du das in Ordnung oder egoistisch?

worstcase, 09. Januar 2017, um 21:40

wie stellst du dir das vor, mit der Pflege??
Mutter 700km weg, Vater 400. Ich zahle jetzt schon für die Wohnung (komplett mit unserer Fam. einschließlich Kinder und Hund belegt) knappe 1000 Euronen.

Sorry, dafür habe ich weder räumlich noch finanziell Luft.

Ich bin für selber kümmern, wobei ich Sterbehilfe etwas liberaler betrachten würde. (z.B. Schweiz...)

melody17, 09. Januar 2017, um 21:45

Meinst du die "moralische" Verpflichtung Eltern zu pflegen oder meinst du das Bezahlen der notwendigen Pflege?

Wanda_Kuchwalek, 09. Januar 2017, um 21:48

Für mich stellt sich diese Frage nicht , ausser ich werde älter als Methusalem und unser Clan existiert nicht mehr.

Ist man sich seiner Sache weniger sicher, ist es mit Sicherheit ratsam sich frühzeitig selbst darum zu kümmern.

Von ethischer Seite betrachtet, bin ich der Meinung, dass die Kinder eine Verpflichtung haben sich um ihre Eltern zu sorgen - insofern dies nötig ist. Das Alter spielt hierbei nur bedingt eine Rolle.

grubhoerndl, 09. Januar 2017, um 21:53

Ganz schwierige Kiste. Ich finde, man sollte abwägen, wie viel der Angehörige in aktiver Zeit für einen geleistet hat (gilt natürlich nur, wenn der zu Pflegende der Ältere ist); dagegenzustellen ist, was man selber leisten kann (persönlich u/o finanziell). Und aus der Abwägung ergibt sich dann der eigene Beitrag. Ich persönlich hätt z.B. meinen Vater länger zu Hause behalten, habe mich jedoch der Mehrheitsentscheidung der Familie gebeugt.

Wenn der zu Pflegende der Jüngere ist, ist die Entscheidung noch um einiges schwerer.

Janet, 09. Januar 2017, um 22:00

Für den Einzelnen finde ich es gut, wenn er im Alter von seiner Familie betreut wird. Aber oft ist es aus beruflichen, persönlichen und örtlichen Gründen nicht möglich.

SpanischerGockel, 09. Januar 2017, um 22:08

Das ist eine solch komplexe Fragestellung, die von soooo vielen Dingen abhängt, dass man diese wirklich nicht einfach so beantworten kann.
Im Idealfall stimme ich Seb allerdings zu.

Janet, 09. Januar 2017, um 22:15
zuletzt bearbeitet am 09. Januar 2017, um 22:17

Ist sicher der Idealfall, Kati. Aber die Pflege von schwerkranken alten Menschen kann wirklich über die Substanz gehen. Haben wir selbst erlebt.

Es ist echt nicht einfach.

SchwillTiger, 09. Januar 2017, um 22:17

Geht nur ums finanzielle. grubhoerndls Beitrag gefällt mir.

Ex-Füchse #4596, 09. Januar 2017, um 22:21

Immer schön aufrechnen, mit Dir rechnen dann Deine Kinder ab.

SpanischerGockel, 09. Januar 2017, um 22:24

daumen_hoch

Ex-Füchse #4596, 09. Januar 2017, um 22:29

Glücklicherweise kümmert sich das Sozialamt in diesen Fällen ...und dann die Gerichte, die nur bei besonderen (auch psychischen) Härten direkte Verwandte aus ihrer Pflicht entlassen.

grubhoerndl, 09. Januar 2017, um 22:32

Und wenn die Kinder nett zu Dir sind, Noddy, dann hast Du alles richtig gemacht.

Da sind wir dann wieder bei Lauben-Gedanken: bei Zeiten eine gebaut, hat man was davon 🙃

Doc_Jule, 09. Januar 2017, um 22:37

Das ist eine schwierige Frage. Ich bin (noch) in der Situation, einen zu pflegenden Angehörigen zu haben, meinen 95jährigen Vater. Wir sind 4 Geschwister, nur meine Schwester und ich hätten die Möglichkeit gehabt, ihn aufzunehmen. Er lebt jetzt bei meiner Schwester. Da diese aber weit weg lebt, ist der Kontakt meines Vaters zu seinen anderem Kindern nur noch spärlich. Bei vielen habe ich erlebt, dass die Pflege von Angehörigen eine Familie an ihre Belastungsgrenze bringt und unterschwellige Aggressionen dem Pflegebedürftigen entstehen können. Ich selbst würde, wenn ich mich nicht mehr selbst versorgen kann, gern in einer guten Einrichtung leben und viel Kontakt zu meinen Kindern und Enkeln haben, ohne sie zu belasten. Ich glaube, das trägt am besten dazu bei, dass Zuneigung bestehen bleibt. Das kann sich allerdings leider nicht jeder leisten.....

SchwillTiger, 09. Januar 2017, um 22:40

@Noddy: falls du keine Antwort auf die Frage hast, fürste dich doch einfach hinfort

Southern, 09. Januar 2017, um 22:42

Also ich möchte nicht, das meine Kinder mich irgendwann pflegen müssen, außer es gäbe keinen großen Einschnitt in ihr Leben und sie würden es sich wünschen.

Ich möchte, das sie ihr Leben leben und genießen, was natürlich guten Kontakt und regelmäßige Besuche mit einbezieht.

Auch finanziell sollte man versuchen, seinen Kindern nicht zur Last zu fallen.

SchwillTiger, 09. Januar 2017, um 22:44
zuletzt bearbeitet am 09. Januar 2017, um 22:45

nochmal zurück zur Frage:

Darf man, wenn man 70 ist und 200.000 € auf der hohen Kante hat, diese mit Weltreisen o.ä. verprassen oder muss man sich die für eine mögliche Pflege zurückhalten?

@southern: "Auch finanziell sollte man versuchen, seinen Kindern nicht zur Last zu fallen." danke!

Janet, 09. Januar 2017, um 22:48
zuletzt bearbeitet am 09. Januar 2017, um 23:33

Bei uns war es so, dass mein Vater fast 9 Monate schwer krank war und mit meiner Mutter im Haushalt lebte. Eine ambulante Pflegeperson kam. Meine Geschwister, die vor Ort wohnten kamen auch häufig. Mein Vater war sehr geduldig, kein verärgerterter alter Mann in seinen letzten Monaten immer noch sehr liebenswürdig, aber in der letzten Zeit ging es ihm sehr schlecht. Mutter, die damals 80 war, hatte keine Kraft mehr. Irgendwann geht es nicht mehr. Aber er ist zu Hause gestorben im Kreise seiner Familie. Ich habe ihn noch Weihnachten gesehen. 2 Tage nach unserer Abreise ist er gestorben.

Janet, 09. Januar 2017, um 22:49

Schwill, das kannst du niemandem vorschreiben. Dafür gibt es auch keine gesetzliche Handhabe.

Yorgo, 09. Januar 2017, um 22:49

Nun ich spreche aus Erfahrung. Meine Mutti ist Pflegestufe 3. und ich hab ihr mal versprochen, sie niemals in ein Pflegeheim zu geben. Sie hat ihr eigenes Haus. Ich hab dieses Senioren gerecht umgebaut, denn sie benötigt einen Rollstuhl mit 94 Jahren, kaum ein Wunder. Sie hat mich früher, als sie noch arbeiten ging, immer unterstützt, beim Häuser bauen. Vor kurzem hab ich eins meiner Häuser veräußert, um ihr weitere Annehmlichkeiten, auch auf dem Grundstück zu ermöglichen. Sie hat viel Geld für uns geopfert und ich zahle es ihr nur zurück, werde jedoch, das was sie für mich getan hat, niemals begleichen können.

Southern, 09. Januar 2017, um 22:58

Also mich bitte nicht falsch verstehen. Hut ab vor Jedem, der seine Eltern pflegt. Ich habe es schon als Teenager bei meiner Mutter 2 Jahre neben der Schule getan bis sie verstarb. Ich sehe es aber nicht als verpflichtend an.

SchwillTiger, 09. Januar 2017, um 22:58

danke yorgo!

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