Unterhaltung: Nach der Wahl - wie weiter?

Orbart, 01. Oktober 2017, um 01:43
zuletzt bearbeitet am 01. Oktober 2017, um 03:52

Auf die Ideen von akaSilberfuchs bin ich gespannt. Für mich geht in diesem Bereich eigentlich auch nichts über vernünftige
-Kapitalertragssteuern
-Vermögenssteuern
-Erbschaftssteuern
-Börsenumsatzsteuern

Das Kinder gefördert werden müssen steht denk ich völlig außer Frage. Gleichwohl darf nem Normalverdiener ein Kind nicht steuerlich 'schmackhaft' gemacht werden. Sonst haben wir wieder Kinder um die sich keiner kümmert. Ich kann mir leider vorstellen, so blöd das auch klingen mag, dass Menschen dann um des Geldes willen Kinder machen. Das will hoffentlich keiner!

Edit:
Das 'wieder' bei "Sonst haben wir wieder Kinder um die sich keiner kümmert."
Würde ich gern streichen.

Seb1904, 01. Oktober 2017, um 02:26

Halt einfach die Fresse, Seb. Sach jetz bloss nix. Geh schlafen. Is besser.

ElleGatz, 01. Oktober 2017, um 02:37

Ach was Seb, um die Uhrzeit? Hau rein. Ich hör Dir zu ♥️

Lappen, 01. Oktober 2017, um 03:09

Lass dir nix erzählen Seb - das Einzige, was die Trulla interessiert, ist die Miele WDA 110 für ihren Beckenspross!

Octopussy, 01. Oktober 2017, um 03:42

@orbat: dass Kinder profitabel sind gibt es (leider) schon. Pflegekinder! Ich gehe davon aus, dass die meisten diese aus altruistischen Gründen aufnehmen. Es wird sicher auch schwarze Schafe geben.

Da sollten wir bei eigenen Kinder sicherlich nicht hinkommen. Da gebe ich dir.Recht.

TurboJo, 01. Oktober 2017, um 11:16

So manch einer wär froh wenn er noch alle Kinder hätte. Schönen Sonntag noch allerseits.

akaSilberfux, 02. Oktober 2017, um 11:34

Auf dem Weg zu einem besseren Modell würde ich mich zuerst vom Mythos der Vollbeschäftigung verabschieden. Wenn man sich von diesem Mantra löst, wird das Denken wieder frei und wir können uns vernünftig Gedanken darüber machen, was wir als Gesellschaft von allen Leistungsempfängern in und außerhalb des Bezugszeitraums von ALG I erwarten. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen bilden systembedingt eben nur einen Teil der primären Arbeitslosigkeit ab. Über die sekundäre Arbeitslosigkeit müßte man auch nachdenken. Sekundär nenne ich die Arbeitslosigkeit, die entstünde, wenn Vollbeschäftigung eintreten würde, also z.B. in den Arbeitsagenturen, bei Fortbildungs- und Umschulungsträgern etc.

Als nächstes würde ich aus dem Suchtsoffübereibkommen aus den 20er Jahren aussteigen und Cannabis legalisieren. Damit würden nach Schätzungen zwei Millionen Arbeitsplätze geschaffen und zwei- bis niedrige dreistellige Milliardenumsätze aus der Illegalität in die Legaliität gelenkt. Die finanziellen Auswirkungen wären beträchtlich.

Parallel würde ich unter Bezug auf das alte System der Gewerbesteuer andere Leistungsfähigkeitsparameter für die Besteuerung von Unternehmen prüfen, z.B. die Summe aus Einnahmen und Ausgaben und damit eine Mindestbesteuerung für Einnahmen und Ausgaben in Deutschland.

Auch über Tabu-Themen ist nachzudenken, wie z.B. die Förderung von Behinderten. Sollen Behinderte stärker gefördert werden als nicht behinderte Kinder, insb. aus benachteiligten Familien?

Die Besteuerung von Vermögen, Schenkungen und Erbschaften ist schwierig, vor allem wenn man den Anforderungen des Bundesverfassungsgericht genügen will. Die Besteuerung von Vermögen würde ich sein lassen. Bei Erbschaften- und Schenkungen würde ich versuchen mit einem sehr niedrigen Steuersatz (unter 5%), niedrigen Freibeträgen und sehr grober Bewertung zu arbeiten, verbunden mit einer Imagekampagne zum Thema Verteilungsgerechtigkeit.

Ex-Füchse #4596, 02. Oktober 2017, um 11:55

Terry, wenn Du etwas verändern willst musst Du an die Maschinen herangehen. Der technische Fortschritt is bisher ein Segen für die Betreiber und ein Fluch für die Arbeiter. Es wird damit mehr und einfacher produziert und viel Gewinn generiert, dabei werden Lohnkosten incl. Sozialabgaben eingespart. Die Arbeiter werden verdrängt und belasten nun das Sozialsystem.

Richtig umgesetzt können die Maschinen die Arbeit erleichtern und den Wegfall von Arbeitsplätzen locker finanzieren, statt nur die Taschen des jeweiligen Unternehmers zu füllen.

Natürlich ist es schwer sich gegen globale Trends neu aufzustellen, nur müssen sich Politiker so fragen lassen, ob ihnen das Wohl von Menschen oder die Wirtschaft als Selbstzweck am Herzen liegt.

Doc_Jule, 02. Oktober 2017, um 16:52

so wie im vorletzten jahrhundert die industrielle, wird auch die digitale Revolution dazu führen, dass viele Arbeitsplätze, vor allem solche, für die eine geringere Qualifikation notwendig ist, zukünftig wegfallen.
Der an Waren und Dienstleistungen produzierte Wert und damit der Gewinn (und folglich auch das Bruttoinlandsprodukt) wird aber nicht geringer, sondern eher steigen. Ich sehe folgendes Problem: es werden immer weniger Menschen in die Sozialkassen einzahlen, und dazu auch noch viele bedeutend weniger, so dass für viele Menschen irgendwann keine Rede mehr davon sein kann, eine Rente zu bekommen, die auch nur annähernd zum Leben reicht (kann man sich ja leicht ausrechnen: wenn der verdienst aus nichtselbständiger Arbeit so gerade eben ausreicht, um einigermaßen zurecht zu kommen, wie soll das dann mit weniger als der Hälfte funktionieren?
Meines Erachtens sollte ein komplettes Umdenken erfolgen, wobei auch "heilige Kühe" notfalls geschlachtet werden müssen, wenn man in absehbarer Zeit noch weiter gehende soziale Unruhen vermeiden möchte.
Fragen, die sich hierbei stellen, sind u.A.:
1. Wie sinnvoll ist es auf lange Sicht, dass sich Produktionsmittel in Privatbesitz befinden?
2. Wie gelingt es, auch Menschen mit geringerer Qualifikation sinnvoll in Arbeitsprozesse zu integrieren?
3. Nach welchem Kriterien soll der gesellschaftliche Reichtum "verteilt" werden?
4. Wie kann man verhindern, dass sich Parallelgesellschaften (und zwar auf BEIDEN! Seiten der sog. "Mitte") bilden?
5. Ist es überhaupt möglich, in einer so differenzierten Gesellschaft wie der unseren zu einem gesamtgesellschaftlichen Konsenz bzw. Konzept zu gelangen?
Ich habe zu all diesen Bereichen mehr Fragen als Antworten (und einfache schon mal gar nicht 😕 )

Doc_Jule, 02. Oktober 2017, um 18:57

und für Terry...du hast ja sowas von Recht!
https://www.youtube.com/watch?v=BYaObBQTkpk

Mark1977, 02. Oktober 2017, um 19:16

Privateigentum an Produktionsmitteln abschaffen ist einfach nur von karl Marx geklaut, auch wenn ich nicht belesen bin^^, sieht das ganz nach einem weg zum Kommunismus hin aus , und den wollen NOCH weniger als die afd^^

Doc_Jule, 02. Oktober 2017, um 19:30
zuletzt bearbeitet am 02. Oktober 2017, um 19:33

wieso "geklaut"? Und was spricht dagegen (außer die üblichen Vorurteile)?
edit: gegen die Sozialisierung der Produktionsmittel

Mark1977, 02. Oktober 2017, um 20:25
zuletzt bearbeitet am 02. Oktober 2017, um 20:28

weil auf der Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln Marx sein gesamtes Konzept des Überganges vom Kapitalismus zum Kommunismus basiert, Sozialismus gibt es bei ihm glaub ich gar nicht...was dagegen spricht sind viele Möchtegern Kommunisten wie Stalin, honnecker, nordkoreas blödi, Chinas Politik usw.

Ex-Füchse #4596, 02. Oktober 2017, um 20:44

klingt nach fundiertem Halbwissen

Doc_Jule, 02. Oktober 2017, um 20:48

da irrst du, für Marx war der Sozialismus die erste Stufe, vor dem Kommunismus....
Die von dir genannten Herrschaften waren allesamt keine Sozialisten, von Kommunisten ganz zu schweigen......staatsmonopolistischer Kapitalismus, in dem sich wenige auf Kosten der Mehrheit bereichern, hat mit Marx nix zu tun, auch wenn sie sich darauf beriefen/berufen...aber ich stimme dir zu, sie haben durch ihr Handeln wirklichen Sozialisten die Argumentation ungeheuer schwierig gemacht

Doc_Jule, 02. Oktober 2017, um 20:50

(an dieser Stelle mal eine Leseempfehlung: "Reichtum ohne Gier" von Sahra Wagenknecht....ein brillantes Buch)

Octopussy, 02. Oktober 2017, um 20:54

Ja, ist immer wieder lustig, wenn es heißt: "Dass das nicht funktioniert hat man an xy gesehen." Dabei wird immer wieder vergessen, in wie vielen Ländern (allen anderen?) Kapitalismus nicht funktioniert.

Mark1977, 02. Oktober 2017, um 21:28
zuletzt bearbeitet am 02. Oktober 2017, um 22:26

kopiert aus dem netz....Friedrich Engels betrachtete den Sozialismus ursprünglich als eine bourgeoise Bewegung und den Kommunismus als eine Arbeiterbewegung. Engels und Marx bevorzugten daher die Bezeichnung Kommunisten. Über einen langen Zeitraum hatte der Marxismus die Deutungshoheit innerhalb der sozialistischen Bewegung. Diskussionen innerhalb und über den Sozialismus wurden bis weit in das 20. Jahrhundert hinein mit Begriffen von Engels und Marx geführt. Der Marxismus geht von der These aus, dass Kommunismus unmittelbar nicht zu erreichen ist und erst mit dem Sozialismus beginnen muss. Daraus folgt, dass der Sozialismus eine erste und absolut niedrige Phase des Kommunismus darstellt. Die Weiterentwicklung dieses Sozialismus würde letztendlich und unweigerlich zum Kommunismus führen. Oberstes Ziel des Kommunismus müsse dabei sein, die Ausbeutung der Menschen durch die Menschen zu beenden und den Kapitalismus abzuschaffen. Die Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln war laut Marx in der Diktatur des Proletariats für die klassenlose Gesellschaft die ökonomische Voraussetzung.
also denke ich mal das Sozialismus von Marxisten missbraucht wurde , aber nichts mit Marx und Engels zu tun hat.

Mark1977, 02. Oktober 2017, um 22:28

noddy ..Halbwissen ist in bezug auf deine Person, geradezu eine professur....^^

Ex-Füchse #4596, 02. Oktober 2017, um 23:13

c/p kannste ja 😄

Doc_Jule, 03. Oktober 2017, um 08:03

Ich kann auch C/P 😉 , aber diese Kolumne ist etwas zu lang, lesenswert allerdings allemal
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-und-deutsche-einheit-einigkeit-und-rechts-und-brechreiz-kolumne-a-1170908.html

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