Unterhaltung: Hotte and the beginning of transformation

Spartakus, 25. März 2013, um 17:25
zuletzt bearbeitet am 25. März 2013, um 17:30

So lautet der Titel einer Verfilmung des folgenden Berichtes im britischen Fernsehen. Der britische Humor ist schon bemerkenswert, wurde die Sendung gar zu einer Uhrzeit ausgestrahlt, zu der gewöhnlich Horrorfilme laufen.

Wir vom Büro Spatenfuß distanzieren uns von der britischen Version und legen Wert auf die Wahrung des angenehmen bis freundschaftlichen Verhältnisses zwischen den Herren H. und Spatenfuß. So haben wir den Titel in der deutschen Fassung entsprechend geändert und einige Passagen entfernt.

Hotte: Wider den 'tierischen' ernst
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Der Anlass für diesen separat erwähnten Bericht war für uns im Prinzip ein ganz gewöhnlicher. Nach einigen Interviews halten wir es für angemessen uns bei entsprechenden Interviewpartnern zu bedanken. Wir versuchen ein geeignetes Geschenk zu ermitteln und schicken unseren Chef dann los. So auch in diesem Fall....

Es waren ca. 14 Tage seit dem letzten Interview mit Herrn H. vergangen. Als Spatenfuß bei Herrn H. zu Hause ankam, erwischte er zufällig Herrn H. bei Hereinholen der Post. Er erkannte einen Briefumschlag vom Verkehrsministerium. Ferner fiel ihm (Spatenfuß) die ungewöhnlich gebückte Haltung des Herrn H. auf. Er hielt dies zunächst für eine Art Steißbeinverletzung oder so. Er konnte ja noch nicht ahnen, dass.......

Hase: "Oh, der Herr Spatenfuß. Haben Sie mir etwas mitgebracht?"
Spatenfuß (außer Atem): "Ja, eine Art Dankeschön von uns für Ihre ständig offenen Worte."
Hase: "Möchten Sie nicht reinkommen?"
Spatenfuß: "gern."

Inzwischen deutete sich der Frühling an. Doch es war noch immer merklich frisch draußen. Nicht zuletzt deswegen ereilte Spatenfuß fast der Schlag beim Betreten der Wohnung. Eine Hitze und vor allem eine Luftfeuchtigkeit wie in den Tropen.

Spatenfuß: "Möchten Sie nicht erst mal Ihr Geschenk auspacken?"
Hase: "Natürlich."

Herr H. packte das Geschenk aus, welches in etwa so aussah:
http://www.bild-archiv.org/resources/bananen_staude.jpg

Hase: "Eine gute Wahl. Vielen Dank! Wie sind Sie darauf gekommen?"
Spatenfuß: "Das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Die Auswahl wird von unseren Damen im Büro vorgenommen. Wenn Sie möchten rufe ich dort an um etwas zu erfahren."
Hase: "Das fände ich toll, das interessiert mich."
Spatenfuß: "Kann ich hier irgendwo telefonieren?:
Hase: "Ja, im Nebenzimmer müsste ein Telefon stehen."

Als Spatenfuß das Nebenzimmer betritt, steht direkt vor ihm eine ca. 25 m hohe Kokospalme. Man kann gut die Aussparung im Dach erkennen. Wir vermuten die Palme wurde via Kran ins Haus gebracht. Trotz allem kann sich Spatenfuß mühselig zum Telefon durchkämpfen und kehrt nach dem Telefonat zu Herrn H. zurück.

Hase: "Und?"
Spatenfuß: "Belassen wir es erst mal 'weiblicher Intuition'. Der Brief vom Verkehrsministerium....."
Hase: "Ja, nach unserem letzten Gespräch hatte ich Verkehrsministerium angeschrieben. Sie wissen schon, wegen der grauen, unbedruckten Schilder. Ich wollte wissen ob ich irgendeine neue Regelung nicht mitbekommen habe und habe mich für diesen Fall im Vorfeld schon mal entschuldigt. Dieses hier müsste die Antwort sein".

Herrn H. nimmt einen Brieföffner und öffnet vorsichtig das Kuvert. Er staunt nicht schlecht, denn den erwarteten Brief gab es nicht.

Spatenfuß: "Was ist los?"
Hase: "Nur ein Bild".
Spatenfuß: "Darf ich es mal sehen?"

Herr H. legt das Bild, welches sich im Kuvert befand, auf den Tisch.
http://primatis.de/wp-content/uploads/2011/04/drei-affen.jpg

Spatenfuß muss sich leicht umdrehen um das Bild zu erkennen und bemerkte dabei, dass er das mitgebrachte Geschenk gar nicht mehr sah.

Spatenfuß: "Wo ist eigentlich das Geschenk?"

Zeitgleich mit dieser Frage erging ein Geräusch seitens des Herrn H., zu dem wir uns in der Redaktion noch immer nicht über die exakte Formulierung einig sind. In der englischen Version steht 'burp'. Wir haben uns vorläufig auf 'Bäuerchen' verständigt, weisen jedoch darauf hin, dass das Geräusch wesentlich intensiver war als ein Bäuerchen, welches wir von unseren Babys her kennen.

Spatenfuß: "Die letzte Frage ziehe ich zurück."
Hase: "ok."

Das "ok" erfolgte mit einem breiten Grinsen. Dabei konnte man erkennen, dass sich die Zähne ein wenig verformt hatten. Das wollen wir aber nicht weiter thematisieren.

Hase: "Was meinen Sie? Was soll dieses Bild bedeuten?"
Spatenfuß: "Ich nehme an das sollen Sie sein in der Form wie Sie aktuell in Flensburg geführt werden."
Hase: "Meinen Sie? Es stimmt schon ich habe bekanntlich ein dickes Fell......"
Spatenfuß: "Ich würde in jedem Fall beim Verkehrsministerium nachfragen. Vielleicht handelt es sich ja auch nur um einen Irrläufer."
Hase: "Ja, das werde ich tun."
Spatenfuß: "Wo ist eigentlich Ihre Frau?"
Hase: "Sie macht Urlaub."
Spatenfuß: "allein?"
Hase: "Ja. Sie sagt sie bekommt keine Luft und fühlt sich ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Können Sie das nachvollziehen?"
Spatenfuß: "Ich bitte um Verständnis. Aber die Bitte Ihre Frau aus dem Spiel zu lassen ist bei uns in den Akten aufgenommen worden. Ich darf daher keine näheren Fragen und Einschätzungen zu Ihrer Frau abgeben."
Hase: "Dann habe ich mich sozusagen selber ins Knie gef.....
Spatenfuß: "Sozusagen."
Hase: "Ich würde das Gespräch jetzt gerne beenden und meinem neuen Hobby nachgehen."
Spaßenfuß: "Welches ist denn Ihr neues Hobby?"
Hase: "Klettern bis der Arzt kommt."
Spatenfuß: "Der Tierarzt?"
Hase: "Woher wissen Sie das?"
Spatenfuß: "Männliche Intuition sozusagen."

Daraufhin verabschiedeten sich Herrn H. und Spatenfuß. Aus der Nähe blickte Spatenfuß noch ein Mal zurück und erkannte Herrn H. auf der Kokospalme, die gut erkennbar aus dem Dach des Hauses herausragte.

Ex-Füchse #365, 25. März 2013, um 17:42

Du hast ne flotte, lustige Schreibe, Dirk.
Kannst mit den Wörten offenbar fast so gut umgehen wie mit den Doko-Karten.
Und doch gehen mir Spatenfuß' Reportagen so langsam aber sicher auf den Keks.
Ist irgendwie schon ein wenig billig, sich auf Kosten eines Einzelnen den Beifall der Vielen zu sichern.

Biotischer-Gott, 25. März 2013, um 17:49

Mähähä, Farbenblind! :o)

Biotischer-Gott, 25. März 2013, um 17:50

Aber ich bin da ganz bei Eva. Hautnah

Biotischer-Gott, 25. März 2013, um 17:52

Wen könntest Du Dir denn mal so für ein Interview vorstellen?

EvilNephew, 25. März 2013, um 18:01

Pah, meine Kolumnen waren noch originell.

Luderhonk, 25. März 2013, um 18:12

Wer ist denn nun eigentlich dieser "Hotte"?

lilala, 25. März 2013, um 18:16

spartakus....wenn hotte mal wieder einen vom stapel läßt und man ist mal wieder sooooo ganz anderer meinung und er regt jeden wieder so richtig auf...ok....dann schreit er nach haue....aber so wie jetzt??? einfach so grundlos drauf???? ne, das ist nicht so mein ding. auch wenn hotte mich mit seinen anprangerungen tierisch aufregt.....
und gut dass das hier ein freies forum ist, denn das ist nur meine meinung^^

Biotischer-Gott, 25. März 2013, um 18:30

Es ist dem Spartakus nun mal zu kuschlig hier. Kann man nicht ändern. Vielleicht die Kneipe löschen, aus Versehen. Nur so als Tip

lilala, 25. März 2013, um 18:31

nö!

CaptainHook, 25. März 2013, um 18:33

Du hast auch keinen Anstand Hotte...jedesmal wenn Du weg hottest missachtest Du die grundlegenden Regeln menschlichen Umgangs...

NewRadical, 25. März 2013, um 19:24

Genau Captain, deswegen kann man mit Hotte hier machen wozu man lustig ist. Aber natürlich nur wenn man selbst Anstand hat. Und den haben ja alle hier, sie versichern es sich ja immer gegenseitig, also muß es stimmen.

Hey, ich hab gerade im Internet einen Nachruf auf Sparta gefunden, das kann dann aber nicht derselbe sein? Da:

Da die Welt des Doppelkopf ja über alle Plattformen hinausgeht und ich aus zuverlässiger Quelle genau weiß, dass einige von uns hier auch bei online posten, wollte ich mit folgendem Beitrag unserem Bruder im Geiste Sportakus, der sich heute auf dramatische Weise von uns verabschiedet hat, gedenken.

Spartakus-Ein Nachruf

Der deutsche Doppelkopfspieler Dirk Weber alias Sportakus alias Spartakus alias... ist von uns gegangen. Seine Essays, Reden und Statements waren ein einziges, kritisches, liebendes »Dennoch«.

Wenn ein Freund geht - und Sparta war ein enger Freund -, dann fragt man sich, aufschreiend: Was war das Besondere an diesem Menschen? Warum war er einem nahe, was machte ihn - sie - so wichtig für das eigene Leben?

Dirk Weber war außergewöhnlich. Damit meine ich nicht seinen überragenden Intellekt, seine-man sagte oft: urdeutsche Bildung; damit meine ich Haltung.

Wenn das Wort Moral in unserer zerscherbenden Welt noch einen Sinn hat, einen Wert hat, dann erlaube ich mir - tief erschüttert von diesem viel zu frühen Scheiden - Pathos: Ein Mensch ist gegangen, für den Moral, Würde und Anstand gelebtes Leben waren.

»Das Meer pflügen« heißt ein berühmtes Wort, das verdeutlichen will, wie man das große Dennoch sich zum Lebensgesetz machen kann; vielleicht soll. Dieser Mann, bei aller Eleganz seines Stils und aller Leuchtkraft seiner großen essayistischen Interpretationen, hat immer die in unserer Welt so weit verbreitete Fingergelenkigkeit verachtet: weil er, störrisch, eigensinnig, den Willen und die Kraft zum großen Dennoch hatte. Ob er nun dem tiefmütigen, aus Barmherzigkeit zynischen Cioran nachdachte; ob er - die deutsche Eiche - in einer Rede die so verhängnisvoll-falsche Überwachungspolitik der Ex DDR attackierte; oder ob er glanzvoll - selber radikal wie chic - den modischen radical chique bloßstellte - dieser wunderbare Mann ließ sich nicht beirren, seinen ganz eigenen Weg zu gehen.

Er galt als hochfahrend. Nehmen wir getrost das Wort beim Worte: Er fuhr hoch, er fuhr schnell, er nahm die Kurven rasant; geschlingert ist er selten. Nun könnte man all das auch über andere Männer sagen - allzu viele wären es wohl nicht. Aber das Besondere, nach dem ich frage und von dem ich Zeugnis geben möchte nach all den Jahren, das benennt sich anders. Dirk Weber war ein warmherziger Mann.

Wer erlebt hat, mit welcher Zartheit - darf man noch das Wort Innigkeit benutzen? - er Texte vortrug, keineswegs immer vor vollem Saal, der ihm eigentlich gebührte, nein, abends spät, beim Wein, in einem Forum in der Wohnung, ohne Publikum als den staunenden Gastgeber, wie er Moral und Benimm sprach, der erfuhr eine existenzielle Bindung an jene tiefen Schichten, die das Humanum bilden. Diese tiefgründende Menschlichkeit, mit der er sich selbst feiern konnte als Leuchtzeichen für uns alle, die »dennoch« die Armseligkeit unser aller Leben ein klein wenig heller machen kann: Das war Dirk Webers Größe.

Nie hat er den Versuch aufgegeben, den Menschen menschlicher zu machen. Und er wusste, dass es sein Intellekt ist, der - fragil, fragwürdig, fragend - am ehesten dazu geeignet ist. Deswegen hat er sich ihm verschrieben, ein großer Dokospieler, der tapfer die Fackel hochhielt, noch als er - seit langem - wusste, er selber wird verlöschen; aber er wollte uns das Feuer weitergeben, der Mutige, der uns ermutigt hat. Ein wunderbarer Mensch. Heute Morgen um 12.58 h ist er von uns geschieden.
Ich weine um Dirk Weber.

Biotischer-Gott, 25. März 2013, um 20:20

Jaja, was einst war. Heute freut sich Sparta bestimmt über kunterbunte Mützen, Trösterlis, Kathetertaschenhüllen, oder was man sonst so braucht. Spenden werden vom Fuchstreff gerne weitergeleitet. Davon gehe ich zumindest aus.

Luderhonk, 25. März 2013, um 20:44

Eines kannst du ja, Biotischer, das muss man dir lassen: Reihenfolge einhalten, Rangfolge anerkennen.

Erst Radikaldoof, dann et al. So ist das schön und richtig.

Kommt davon, wenn man keinen Eigengrips hat. Bleibt einem nur die Anstellung als Ansteller. Immer hinten in die Schlange; am besten dabei auch bisschen unbeholfen anstellen, erregt Mitleid und gibt bestimmt Extrapunkte, bestimmt!

Gib weiterhin ein Beispiel. Bis zum Exempel ist es ja noch weit. Aber du schaffst das. Das weiß doch jeder.

Biotischer-Gott, 25. März 2013, um 20:57

Eine gern gesehene Konstante im Totentanz bleibt natürlich das repetive Getrolle von unserem Krachi, das Frontschwein des Gutmenschentums. Ohne Dich gäbe es hier ja auch keinen übelriechenden Gegenwind, also Danke für den wie immer bescheidenenen Beitrag

quan, 25. März 2013, um 20:58

Die beiden könnten dem Bauern beim ernten helfen..

Luderhonk, 25. März 2013, um 21:01

"...das Frontschwein des Gutmenschentums..."
Muaha! Geil!
Stimmt sogar, du Lustiger :)
Ist dir das selber eingefallen? Nee, oder? Nee, glaub ich nicht.

Biotischer-Gott, 25. März 2013, um 21:05

Hottefaden erfolgreich absorbiert. Auftrag abgeschlossen, erwarte neue Befehle

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