Unterhaltung: Gender, gut oder nur geht so

Octopussy, 03. Dezember 2020, um 16:26
zuletzt bearbeitet am 03. Dezember 2020, um 21:26

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/geschlechtsneutrale-sprache-firmen-muessen-laut-urteil-in-frankfurt-am-main-neutrale-anredeform-bereithalten-a-f11307bb-a927-4fb2-a062-a42bbf940e89

Ich freue mich über sowas, denn dann scheinen wir keine anderen Probleme zu haben.

Ex-Füchse #131357, 03. Dezember 2020, um 17:23

Was für andere Probleme meinst Du denn?

Octopussy, 03. Dezember 2020, um 17:26

Nachbarschaftsstreitereien, Falschparker, Lärmbelästigungen, etc

Eben die wirklich krassen untolerierbaren Gesetzesüberschreitungen.

Ex-Füchse #131357, 03. Dezember 2020, um 17:28

Habe ich mir gedacht.

Lederhirn, 03. Dezember 2020, um 17:43
zuletzt bearbeitet am 03. Dezember 2020, um 17:52

Schlimm hier. Also in diesem Thread. Schlimm hierin.

Ex-Füchse #100386, 03. Dezember 2020, um 17:58

Ja, so is das Trainer. Nur ein kleiner Ausschnitt des großen Ganzen.

Octopussy, 03. Dezember 2020, um 18:43

Letztens hat mich jemand ohne meinen Doktortitel angesprochen. Habe ich auch gegen geklagt. Geht gar nicht!!!Einself!!!

(dass ich gar keinen Doktortitel habe, muss ja keiner wissen)

Ex-Füchse #100386, 03. Dezember 2020, um 19:13

@DokoTim Ich finde Dich nett, ich habe mich von Dir sehr freundlich behandelt gefühlt, als wir uns begegnet sind. Ich hatte es sehr lustig mit Dir. Aber es geht hier nicht darum, wie Du Dich im privaten Mikrokosmos verhältst. Es geht um Sprache. UNSERE Sprache. Weil, die Brigitte, Aischa, Merima etc. in Rosenheim oder Frankfurt, die kennen Dich gar nicht. Vielleicht möchten Sie aber zB gerne Metallbauerin werden. Und eben nicht Metallbauer. Weil sie nun mal Frauen sind und sie möchten auch nicht erst DokoTim anrufen, ob er das korrekt findet und sie freundlich behandelt. Sie würden sich dafür gerne selbstbewusst ohne Dich kennengelernt zu haben oder irgend einen anderen Mann zu konsultieren als Frau bewerben und als solche in dieser Sparte als selbstverständlich anerkannt wissen. Und nicht von vorneherein den Eindruck vermittelt bekommen, dass sie sich hier OBACHT in eine Männerdomäne wagen, in der sie eigentlich nichts zu suchen haben (Männerberuf wie die ungegenderte Berufszeichnung "Metallbauer" nun mal vielen von uns vermittelt) und sich auch keine niemals endenden Witzchen drüber anhören, dass sie als Frau eben nichts von diesen Männersachen verstehen würden. *Hihii haha, Schenkelklopf* lieber Schwilltiger. Und es ist es toll, dass Du Frauen gleichberechtigt behandelst. Aber das reicht mancher Frau und auch manchem Mann nun mal nicht aus.
Das war die Maus und das war Deutsch.

DokoTim, 03. Dezember 2020, um 20:36

Na dann sind wir ja schonmal auf einer Wellenlänge, denn deinen letzten Beitrag unterschreiben ich zu 100% und kann dich da verstehen.

Aber mir geht es hier nicht um die Metallbauerin, oder die Schülerin, o.ä.
Die gibt es doch alle schon längst, da ist ja auch nichts kompliziert dran.

Dennoch denke ich, dass es Befürworter (m,w) der Emanzipation gibt, die die Bezeichnung BefürworterInnen ablehnen.

Oder doch Befürworter*innen?
Oder Befürworter/-innen?

Jetzt bin ich durcheinander

BuB?

Es muss doch erlaubt sein, darüber zu diskutieren, wo man da ne Grenze zieht, bzw. wann es einen sprachlich zu "unschön" wird.

Lederhirn, 03. Dezember 2020, um 20:42

Das nimmt dir doch keiner.

Octopussy, 03. Dezember 2020, um 21:34
zuletzt bearbeitet am 03. Dezember 2020, um 21:38

Aber ne Diskussion macht nur dann Sinn, wenn einem nicht gleich Machismo vorgeworfen wird oder unterstellt wird, man könne das als Mann gar nicht beurteilen.

Wer so ausgrenzt muss sich nicht wundern, dass er (m/w/d) ausgegrenzt wird.

P.S. Metallbäuerin fänd ich persönlich lustiger.

Hase_Hase, 03. Dezember 2020, um 21:35

Die werden inkludiert!

Seb1904, 03. Dezember 2020, um 21:54

Anglizismen sind keine lässlichere Sünde.

Lederhirn, 03. Dezember 2020, um 22:05

Weil du dem Muchachaismo noch nicht ausgesetzt warst, Pusse. Deswegen scheint dir das so (das beschepperte m/w/d hinter dem -o grenz ich mal aus). "Muchachaismo". So steht das an die Wand hingesprüht, wenn ich aus dem Haus rausgehe und einmal links umme Ecke biege. Wahrscheinlich aus ner Frauenhand rausgesprüht. Mit Gusto. Wenn man zwei Ecken weiter um den Block spazierengeht, steht da vor der Ausruhbank vor dem Altenheim hingesprüht: "Dios es negra". Seit Jahren. Macht keiner weg.
In Spanien. Ausgerechnet. Hallo? 94% Katholiken hier. Keiner macht's weg.

Keine Ahnung, warum sich manche hier in diesem Thread so aufregen.
Es nimmt euch doch niemand was weg.

Hase_Hase, 03. Dezember 2020, um 22:07

Jetzt reg dich halt nicht so auf.

MeisterinPropper, 03. Dezember 2020, um 22:08

Regen bringt Segen, Hase.

Lederhirn, 03. Dezember 2020, um 22:14

Iss doch wahr.

MeisterinPropper, 03. Dezember 2020, um 22:26
zuletzt bearbeitet am 03. Dezember 2020, um 22:27

Eine Propperin steht der Genderei eher skeptisch gegenüber. Was bedeuten schon Sternchen, er/innen.
Frauen werden anders behandelt bei der Stellenvergabe.

Vor über 30 Jahren konnte man in den Stellenausschreibungen des öffentlichen Dienstes lesen:

Frauen und Schwerbehinderte werden bei gleicher Qualifizierung bevorzugt eingestellt. Dieser Satz hatte für mich immer den Beigeschmack, dass Frauen den Schwerbehinderten gleichgesetzt werden.

Solche Sätze sind doch heute undenkbar. Der Passus "Frauen" wird wohl seit Jahren in Verbindung mit Schwerbehinderten nicht mehr verwendet.

Octopussy, 03. Dezember 2020, um 22:35

"Eintritt 2 Mark. Frauen und Schwerbehinderte frei."

Hing doch an fast jedem Kreisligaverein.

Ich erfahre wegen meines Vornamens auch regelmäßig und seit 25 Jahren eine Diskriminierung. Darf ich jetzt mitreden?

Ex-Füchse #30586, 03. Dezember 2020, um 23:26

Ich mache da einfach nicht mit. Ich spiele seit Jahren Skat und fühle mich als der dritte Mann. Punkt.

Octopussy, 04. Dezember 2020, um 02:17

Jo. Besser als die 5. Rädin an der Wägin.

Ex-Füchse #100386, 04. Dezember 2020, um 07:07

"Darf ich jetzt mitreden?"
Hätte Dich denn je irgendjemand davon abgehalten?

Ex-Füchse #131357, 04. Dezember 2020, um 07:48

Wie sagte vor Jahrzehnten schon mein Professor: "Sprache ist Ausdruck des Denkens".

MeisterinPropper, 04. Dezember 2020, um 08:15

Beispiel einer Stellenausschreibung, Ende des Textes, Hansestadt Lübeck 2020:

Die Hansestadt Lübeck verfolgt das Ziel der beruflichen Gleichstellung von Frauen und Männern auf der Grundlage des Frauenförderplans. Bei sonst gleicher Eignung werden schwerbehinderte Bewerber:innen bevorzugt berücksichtigt.

Octopussy, 04. Dezember 2020, um 08:52
zuletzt bearbeitet am 04. Dezember 2020, um 08:53

Noch bessere Chancen sollten sie haben, wenn sie lesbisch und schwarz sind (siehe modern Family Staffel 2, Folge 5).

Als Familienvater fände ich solche Sätze mal wünschenswert:

"Bei gleicher Eignung werden Mütter bevorzugt. Je mehr Kinder desto größer die Einstellungschance."

Denn ich glaube nach wie vor, dass es größere Benachteiligungen gibt als Mann-Frau:

Ethnie und Kinder gehören bspw dazu.

Denn Verdienst und insbesondere Rente sollte zwischen einer kinderlosen Frau und einer 4-fachen Mutter eine größere Gap (bitte Seb) aufweisen als beim Gender.

Die Benachteiligung aufgrund der Hautfarbe habe wir an andere Stelle schon ausgiebig diskutiert.

(@Esah: Reagierst du auf Fragen häufiger mit Gegenfragen?)

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