Doppelkopf-Strategien: Lesen

Ex-Füchse #17674, 11. Juli 2011, um 17:35

@Paranoid: Zu weiter oben: "Shining" lebt doch eigentlich von Jack Nicholson, oder? Ich könnte mir nur sehr schwer vorstellen ihn durch einen anderen Schauspieler zu ersetzen - Nein! Ein no-go!
Ansonsten tue ich mich auch mit Verfilmungen recht schwer. Das Schwert der Wahrheit ist auch verfilmt worden. Ich glaube ich habe eine Minute mal reingeschaut und mir hat sich der Magen nicht nur einmal rumgedreht!

Doc_Jule, 11. Juli 2011, um 18:58

@Felurian
zumindest bringt Nicholson sehr eindrücklich die psychischen Verwerfungen des Protagonisten zum Ausdruck. Wem ich das allerdings ebenso zutrauen würde, wäre z.B. Anthony Hopkins....
Mein "Problem" als Vielleser ist das oben schon genannte, die Verfilmungen entsprechen nur in den seltensten Fällen den Bildern, die beim Lesen vor meinem inneren Auge entstehen, und damit ist die Enttäuschung vorprogrammiert...

Ex-Füchse #17674, 11. Juli 2011, um 19:24
zuletzt bearbeitet am 11. Juli 2011, um 19:25

Ja, es ist immer wieder erstaunlich zu welch großartigen Leistungen unser Gehirn in der Lage ist. Man nimmt es als selbstverständlich, dass sich dort oben ein „Kopffilm“ abspielt, aber es steckt doch wohl eine gigantische Leistung dahinter. Du siehst im Prinzip erst einmal nur Worte, welche sich zu Sätzen zusammenfügen – gut. Aber dann kommt es: mit dem ersten Satz wird ein Bild gemalt, der zweite schmückt die Szene schon ein wenig mehr aus usw.. Und dann schreibst du dein ganz persönliches Drehbuch. Wie viele Menschen gibt es, die die gleichen Bücher lesen und für gut befinden? Millionen? Dann gibt es genauso viele verschiedene „Kopfdrehbücher“. Wahnsinn! Und das sind dann die Momente in denen ich glaube, dass meine Intelligenz dann doch nicht ausreicht um einen solchen Aspekt vollständig zu erfassen oder in seiner Komplexität zu verstehen.
Da ich ja – wie du weißt – auch mit jungen Menschen zu tun habe, welche einfach nicht lesen WOLLEN frage ich mich natürlich auch sehr oft nach dem Warum? Manchmal vermute ich, dass einige es einfach nicht schaffen Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Es bleiben einfach nur Sätze. Darauf folgt aber die nächste Frage: Warum ist DAS so? Liegt es daran, dass es gerade diese Kinder einfach nicht können oder ist es eine Frage der Erziehung? Liest man mehr, wenn man seit seiner frühesten Kindheit mit Märchen und Geschichten konfrontiert wurde? Entwickelt man dann automatisch Fantasie – praktisch ein Gehirntraining? Was meine eigenen „Lütten“ betrifft, so scheint dies der Fall zu sein. Ich habe mir praktisch – und mein Göttergatte ebenso –den Mund fusselig erzählt oder gelesen. Mit dem Resultat, dass beide heute stets mit Büchern unterwegs sind.
Und ich weiß auch, dass meine Schulkids häufig mit 10 oder 11! Jahren kein Märchen wie Schneewittchen o.Ä. kennen. Ab vor die Glotze mit ihnen...soooo schade!

P.S.: Mich machen erwachsene Menschen ohne Fantasie wahnsinnig ;-)

Doc_Jule, 11. Juli 2011, um 20:22
zuletzt bearbeitet am 11. Juli 2011, um 20:23

ich denke, die eigene Affinität zu Büchern wird zunächst durch Vorlesen, später auch durch ein ausreichendes Angebot an Lesestoff, an die Kinder weiter gegeben. Bei meinen eigenen hat es trotzdem erstaunlich lange gedauert, bis sie freiwillig anfingen, selbst zu lesen, bedeutet dies doch auch eine gewisse Anstrengung. Familien, in denen überwiegend Fastfood, nicht nur physisch, sondern auch psychisch in Form von Fernsehen, konsumiert wird, berauben ihre Kinder damit der Möglichkeit, ihr geistiges Potenzial zu entdecken und zu nutzen....diese Kinder tun mir unendlich leid, denn sie bekommen eben Bilder geliefert und haben nicht die Möglichkeit, eigene entstehen zu lassen und sie damit abzugleichen.
Trotz meiner eigenen, recht intensiven Nutzung neuer Medien steh ich dem allzu frühen Gebrauch durch Kinder eher skeptisch gegenüber...wie denkt ihr darüber?

cahei, 11. Juli 2011, um 20:28

das schwert der wahrheit hab ich auch alle durch und film ging echt so gar nicht.
mir fehlt was neues in richtung elfen oder/und drachen.mochte bernhard hennens bücher wie elfenritter,elfenkönigin sehr,so schön zum reinträumen:)

Kvothe, 11. Juli 2011, um 23:41

@cahei
Vielleicht mal was aus dem Antiquariat: Die Drachenreiter von Pern, von Ann McCaffrey (der Name der Autorin könnte falsch geschrieben sein, bin aber gerade zu faul, um zum Regal zu laufen. Der geneigte Leser möge mir verzeihen.

Ex-Füchse #17674, 11. Juli 2011, um 23:43

Nun, durch Kollegen habe ich erfahren, dass nach neuen wissenschaftliche Erkenntnissen bestimmte Nervenbahnen durch zu häufige Nutzung "neuer Medien" belegt werden und nicht mehr anderweitig genutzt werden können. Ich persönlich halte dies für durchaus plausibel. Ich habe meinen Kindern auch nie erlaubt einen separaten Fernseher im "Kinderzimmer" aufzustellen. Erst als die magischen 18 Jahre überschritten wurden hat unsere Jüngste unser ausgedientes Gerät geerbt. Die Ältere hat bis heute keinen Fernseher im Zimmer. Einen Computer gab es allerdings ein wenig früher. Ich würde jedoch behaupten, dass die beiden recht verantwortungsvoll damit umgegangen sind und heute noch tun. Es hängt halt auch ein wenig vom Vorbild der Eltern ab und natürlich davon, welche man Tabus man auferlegt. Damit meine ich, dass man gewisse Dinge einfach thematisieren muss bzw. offen damit umgeht. Als Eltern muss ein Gespür dafür entwickeln wann ein Kind dazu bereit ist Medien sinnvoll anzuwenden.

cahei, 12. Juli 2011, um 08:13
zuletzt bearbeitet am 12. Juli 2011, um 08:14

Da hast du recht, meine Mädels verschlingen Bücher zu Hauf(ganz der Vati).Natürlich sehen sie auch fern, aber ohne ein paar Seiten vorm schlafen gehts bei ihnen nicht.Lappi kam nach der Konfirmation und sie sind nicht süchtig danach.
Und danke kvothe,hab das bei amazon nachgelesen,hört sich gut an:)

Bregoulou, 12. Juli 2011, um 10:27

für freunde der helden und seichten fantasy
darkover zyklus von marion zimmer bradley

drachenreiter von pern wie von kvothe beschrieben sehr zu empfehlen

unbedingt empfehlenswert: stephen donaldson
thomas covenant the unbeliever, wenn möglich originalausgabe

Mudgius, 12. Juli 2011, um 11:40

@Bregoulou
Jaja, das Weissgold, aber da muss schon fast eine neue Zwischenüberschrift hin, alles andere als seichte Fantasy, da geht es ganz schön ans Eingemachte.

Bregoulou, 12. Juli 2011, um 13:27

das alledings, leichte kost ist das nicht

Ex-Füchse #17674, 12. Juli 2011, um 20:49

@all
seit einiger Zeit mache ich die Mitglieder meiner Familie ziemlich verrückt, weil ich den Titel UND den Autor eines Buches vergessen hab (jaja, ich weiß, das ist ganz schlecht). Ich versuch es dennoch einfach mal hier: Ort des Geschehen ist eine Welt, auf der unglaubliche Stürme ihr Unwesen treiben. Prozentual gesehen ist diese Welt mit deutlich mehr Wasser bedeckt als unser realer Planet. Leider ist es aufgrund der Stürme leider unmöglich Inseln mit Schiffen zu bereisen. Daraus resultiert, dass man andere Fortbewegungsmittel nutzen muss - in diesem Fall Riesenfische. Zumeist sind es eine Art Rochen, welche als U-Boote zur Verfügung stehen. Der Hauptdarsteller in dem Buch verfügt über magische Fähigkeiten und ist - glaub ich - Sohn eines Kaufmanns. Aus irgendeinem Grund muss er nun andere, weit entfernt Inseln aufsuchen...und an der Stelle hört bei mir auch die Erinnerung auf. Ist halt zehn Jahre her, dass ich diese Bücher gelesen hab. Kann mir bitte jemand helfen ;-)...ich will kein NEIN hören!

Kvothe, 12. Juli 2011, um 21:17

Helft Felurian, (oder sollte ich schreiben: Helft Kvothe:)

Sternenfeuer, 13. Juli 2011, um 07:38

hmm....
gibt es sonst noch anhaltpunkte?
autor: männlich/weiblich?
welcher verlag?
namen von personen oder orten?

... dann könnte ich mal in meinem archiv genauer
nachforschen ob was passendes dazu da ist....

Doc_Jule, 13. Juli 2011, um 09:07

"Windkämpfer" von Robert Reddick?
bin leider kein Fantasy-Leser, hab nur gegoogelt ;-)

Kvothe, 13. Juli 2011, um 11:05

@Sternenfeuer
Wenn es doch nur so einfach wäre. Manchmal glaube ich, daß diese Geschichte eine Mischung ist aus Gelesenem, Traum und eigenen Ideen. Aber das darf ich nicht laut sagen sonst zieht die Fae die Braue hoch;)

@Paranoid_Android
Lieb von dir, aber noch zu jung (der Tip;)
Bin leider kein Fantasy-Leser - da höre ich einen Wunsch und etwas was ihm im Weg steht? Wenn ich da nicht die Flöhe husten höre und wieder mal zuviel hinein lege.
Eine Geschichte die bewegt, schön erzählt, die alle Elemente des Lebens einfließen lässt, manchmal nur mit kleinen Veränderungen zu unserer vermeintlich realen Welt, oder aber der immer wieder zu findende Schritt durch den Spiegel, durch das Tor oder den Kaninchenbau. Keine Angst vor dem Genre, es ist wie mit guter Musik, sie findet sich in allen (ok, fast allen;) Bereichen.

Ex-Füchse #365, 13. Juli 2011, um 11:05

Ich selber bin kein allzu großer Fantasy-Fan (Ausnahme "Herr der Ringe und "Harry Potter"), aber mein Mann und meine Schwiegertochter haben die Bücher von Pierre Grimbert (die Krieger) geradezu verschlungen.
Sollen sehr gut sein.

Kvothe, 13. Juli 2011, um 11:18

@dieJunge
Gib die Hoffnung nicht auf, als Kind mochte ich weder Oliven noch Schafskäse. Zum leckeren Roten habe ich auch erst in den letzten Jahren gefunden.Die Geschichte muss stimmen. Ich lese in Buchhandlungen und Bibliotheken, nach dem Titel, manchmal aber auch ohne diesen, oft nur den ersten Satz eines Buches. Ist für mich der erste Eindruck, Cover zählt nicht. Wer mein interesse dort nicht weckt hat es schon ziemlich schwer. Ausnahme sind Empfehlungen. Leider unterliege auch ich der Einschränkung die 24 Stunden nur einmal am Tag verplanen zu können.
Ich würde mittlerweile sogar nicht mehr ausschliessen eines Tages rohe Tomaten mit Genuss zu verspeisen.
Obwohl....

Ex-Füchse #365, 13. Juli 2011, um 11:48

Lach kvothe...aber gar so jung, wie mein Nick tut bin ich leider nicht mehr.
Ich habs mit Fantasy wirklich oft genug probiert, ist nicht wirklich mein Ding.
Doch: eine weiter Ausnahme fällt mir noch ein D.Adams "per Anhalter durch die Galaxis", aber ist natürlich auch ein Klassiker.
Ich hab halt andere Leseprioritäten (weiter oben schon mal benannt)

Kvothe, 13. Juli 2011, um 12:12

@die Junge
"... Aber so jung, wie mein Nick tut, bin ich leider nicht mehr."
Es kommt darauf an was du zählst oder was für dich zählt. Mit der Zeit ist das sowieso eine merkwürdige Sache, da können die erzählen was sie wollen, in meiner Empfindung ist da nicht viel lineares zu erkennen.

Verstehe mich bitte nicht falsch, ich will dich nicht bekehren, Gott bewahre, den Pfad der Erleuchtung muß jede/jeder für sich finden.

Ich habe ja schon beschrieben, wie ich es mit dem Lesen halte. Mein Schwerpunkt ist sicherlich die phantastische Literatur, aber ich lege mich nicht nur darauf fest. Klassiker beispielsweise, sind ja nicht ohne Grund Klassiker, ob Literatur oder Musik, Prosa oder Lyrik, Klassik oder Pop, meine Lieblinge sind breit gestreut und es gibt noch soviel(e)zu entdecken.

Jetzt hat mir die Zeit allerdings wieder einen Streich gespielt und ich muß mich sputen, leider, die Bahn und die Zeit, beide warten nicht;)

Belzedar, 13. Juli 2011, um 12:13

Per Anhalter durch die Galaxie ist im Sinne Fantasy keine Fantasy sonder satirische Science Fiction

Doc_Jule, 13. Juli 2011, um 12:34

@Kvothe,
ich weiß nicht, ob hinter meinem "leider" ein verborgener Wunsch steht.
Die bisherigen Fantasy-Erfahrungen verliefen für mich in der Tat eher unbefriedigend. Es begann mit "Der Herr der Ringe", man möge mich jetzt nicht steinigen, aber ich hab nach mehreren vergeblichen Versuchen, mich in die Geschichte einzulesen, aufgegeben. Ja, ich gestehe, ich habe es nicht gelesen, nicht lesen können, trotz des Riesenhypes, der seinerzeit darum entstand.
Fast ebenso schwer fiel mir der Zugang zu "Die unendliche Geschichte", die ich dann aber, auch mit wachsendem Vergnügen, doch zuende gelesen habe (kann man eine unendliche Geschichte zuende lesen????....*stutz)
Nun, und Harry Potter habe ich die ersten zwei bis drei Bücher gelesen, aber dann....*gäääähn
Dann gab es noch einige Bücher, von denen ich nicht sicher bin, ob sie diesem Genre überhaupt zuzuordnen sind, die ich jedoch sogar regelrecht "verschlungen" habe, zum Beispiel "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch" und "Krabat". Auch die "Tintenwelt"-Trilogie habe ich mit Vergnügen gelesen.
"The Ultimate Hitchhiker´s Guide to Galaxy" ist natürlich genial, gefällt mir auch deshalb besonders gut, weil es eine Persiflage ist und durch besonders schrägen Humor auffällt (übrigens auch schwer bis gar nicht wirklich gut zu übersetzen, wie ich finde). Auch die "Thursday Next" - Bücher, von denen ich bisher nur den ersten Band kenne, erscheinen mir vielversprechend. Im Moment ruht auf meinem Nachttisch ein "Scheibenwelt"-Roman, "Der fünfte Elefant" mit dem Auftrag meiner Tochter, dieses Buch zu lesen...noch lese ich "dran vorbei" lieber mal wieder einen Krimi...
Tja, und ich glaube, das war´s dann auch schon, obwohl ich Märchen und Sagen als Kind immer sehr geliebt habe..
Ich würde mich selbst nicht als fantasielos bezeichnen, aber ich finde bisher einfach keinen Zugang, für mich sind die realitätsnahen Geschichten, die trotzdem in Abgründe führen können, wesentlich spannender....

Ex-Füchse #365, 13. Juli 2011, um 13:16

Stimmt, Belzedar. ;-)
Aber auch SF ist nicht so mein Ding, der Anhalter ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt.

Kvothe, 13. Juli 2011, um 13:33
zuletzt bearbeitet am 13. Juli 2011, um 13:33

@Paranoid_Android
Terry Pratchett ist ein Meister seines Fachs, wer keine spontane Aufmerksamkeit seiner Bahnmitreisenden auf sich ziehen möchte, sollte ihn an solchen Orten nicht lesen. Ein plötzlich herausplatzender Lacher ist kaum zu vermeiden;)
Ich habe die sogenannten Kinderfantasybücher auch fast alle mitgelesen. Bin mit Momo und Atreju gewandert, habe die fliessende Königin begleitet, mit Jonathan Jabbok geträumt und mit Frodo gelitten. Habe auch mit Rincewind an der Welt gezweifelt, mit Belgarath im Turm gelebt, bin im Schatten Polgaras gereist, habe Sonea heranwachsen sehen, mich mit Fitz Chivalric in die Einsamkeit zurückgezogen, ferne Galaxien mit Endymion und Ender gesehen, bin mit Flinx von Moth aufgebrochen und habe mit Pug den Wandel von Welten erlebt.
Ich ließ mich jedoch zum Glück nicht davon abhalten, auch der Vermessung der Welt beizuwohnen, Mephistos Worten zu lauschen, mit Anna Karenina auf die Kutsche zu warten, habe als geneigter Leser die Bekenntnisse eines Hochstaplers mitverfolgt und habe in allem viel Freud und Leid geteilt.

Wie gut nur, daß ich Musik höre und nicht lese, sonst sähe ich ein ernstes Problem auf mich zukommen. Aber das gehört an einen anderen Zweig des Baumes, vielleicht während der nächsten Zugfahrt.

Ex-Füchse #17674, 13. Juli 2011, um 15:25

@Paranoid
Danke für den Tipp...aber leider nein.
@Sternenfeuer
ebenfalls danke für dein Angebot zu helfen, aber ich weiß leider definitv nicht mehr als ich bereits erwähnte habe :-(.
So ganz unrecht hat Kvothe nicht. Manchmal halte ich mich auch schon für verrückt und glaube, dass ich alles nur geträumt habe. Aber dann habe ich DREI Bände geträumt ;-)
Aber wer weiß..vielleicht begegnet ja einem von euch eines Tages durch Zufall diese Geschichte irgendwo und dann zähl ich auf euch :-)

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